2:6-Pleite: Rot-Weiß Walldorf geht gegen den SC Waldgirmes unter.
2:6-Pleite: Rot-Weiß Walldorf geht gegen den SC Waldgirmes unter. – Foto: Björn Franz

Hessenliga: RWW-Defensive »eine Katastrophe«

Walldorfer kassieren gegen Waldgirmes 2:6-Schlappe +++ Coach Lemm selbstkritisch

WALLDORF . „Unser Defensivverhalten“, sagte Trainer Artur Lemm, „war über 90 Minuten eine Katastrophe, die Offensive war mindestens 45 Minuten sehr schlecht. So kannst du in der Hessenliga kein Spiel gewinnen.“ Die von Lemm angeleiteten Fußballer des SV Rot-Weiß Walldorf erlebten am Sonntag ein aus ihrer Sicht ziemlich unerfreuliches Spiel, das mit einer 2:6 (0:2)-Abfuhr gegen den SC Waldgirmes endete. Damit verpassten die Rot-Weißen, die auf dem fünften Tabellenplatz geblieben sind, den Sprung auf den dritten Rang.

Dem Treiben seines Teams schaute Lemm zwanzig Minuten lang geduldig zu. Dann platzte es aus dem Coach heraus: „Ihr seid schon die ganze Zeit total unkonzentriert“, brüllte er – und mahnte die Seinen, sich zusammenzureißen. Gerade hatte die RWW-Defensive den Ball trotz mehrmaliger Versuche nicht aus der Gefahrenzone gebracht, bis die Kugel beim einschussbereiten Enes Bugra Cinemre landete – 0:1 (20.).

Eine immer wieder unaufmerksame Hintermannschaft war die eine Sache, ein nicht funktionierender Matchplan die andere. Lemm sagte: „Die Niederlage geht mit Sicherheit auch auf meine Kappe.“ Da zu erwarten war, dass der SV Rot-Weiß auf einen massiv verteidigenden Gegner treffen, also oft und lange den Ball kontrollieren würde, bot Lemm mehr offensiv ausgerichtete Fußballer auf. Dafür ließ er beispielsweise Maximilian Huß auf der Bank: „Das war mit Sicherheit keine gute Idee.“

RWW macht es Waldgirmes einfach

Während sich die Heimelf trotz ihrer Dominanz lange keine einzige Torchance erspielte, weil zu einer Vielzahl an Flanken in Gegners Strafraum die Adressaten fehlten, mangelte es den Rot-Weißen an der notwendigen Absicherung nach hinten. Nicht, dass keine Defensivspieler da gewesen wären. Aber sie griffen wenig organisiert ein. Auf diesem Nährboden wuchs die SCW-Taktik, den Walldorfern mit überfallartigem Umschaltspiel zuzusetzen.Nach zwölf Minuten reichte dem SCW ein einfacher Doppelpass, um die gesamte Abwehr auszuhebeln. Plötzlich lief Felix Erben allein auf RWW-Torhüter Marcel Czirbus zu, der ihn aber gerade noch abdrängte.

Pech hatte Czirbus, als ein Erben-Kopfball an die Latte und dann dem Keeper an den Rücken prallte. Da war es kein Problem mehr für Erben, die Kugel ins leere Tor zu schieben – 0:2 (34.). Und in der zweiten Halbzeit ließen sich die Rot-Weißen auskontern. Einzig das 0:4 vom eingewechselten Lucas Hartmann, der von einem verunglückten Rückpass profitierte, passte nicht in dieses Schema (70.). Teils krasse individuelle Fehler begleiteten die Heimelf die gesamte Halbzeit hindurch. Immerhin traf Laurin Vogt noch zum 1:4 (72.) und 2:5 (79.).

Walldorf: Czirbus – Ludwig (64. Huß), Konaté Lueken (59. Sallan), Herdt (59. Matondo), Vogt, Neway, Thomasberger, Matheisen (59. Herberg), Borger, Velosa (46. Vogler), Mladenovic.

Tore: 0:1 Cinemre (20.), 0:2 Erben (34.), 0:3 Safiew (52.), 0:4 Hartmann (70.), 1:4 Vogt (72.), 1:5 Erben (77.), 2:5 Vogt (79.), 2:6 Götz (88.).

Schiedsrichter: Wecht (Heppenheim).

Zuschauer: 200.



Aufrufe: 020.11.2022, 21:11 Uhr
Dirk WinterAutor