
WALLDORF. Niklas Grimm fühlte sich recht wohl mit seiner Aufgabe als Videoanalyst des SV Rot-Weiß Walldorf. Beim Hessenligisten wirkte er im Hintergrund, viel von zu Hause aus. Was gut mit seinem Beruf als Zahnarzt in Nauheim, wo er eine eigene Praxis mit 20 Mitarbeitern führt, vereinbar war. Aber seit Wochenbeginn ist Grimm Interimstrainer der Rot-Weißen, die nach der vorzeitigen Trennung von Artur Lemm auf der Suche nach einer Übergangslösung bis Saisonende waren.
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So plötzlich Coach einer Hessenliga-Mannschaft zu sein, auch wenn er vom HFV-Verbandscoach U19, Stefan Glowitzki, unterstützt wird, „das ist natürlich eine riesen Herausforderung für mich“, sagt Grimm und weist auf sein hohes berufliches Pensum mit einer 70- bis 80-Stunden-Woche hin: „Ich habe eigentlich gar nicht die Zeit mehr, ein Traineramt dauerhaft ausüben zu können.“ Dies war auch der Grund dafür, warum er im April 2025 nach vier Jahren als Coach des TSV Zornheim (Bezirksliga Rheinhessen) zurücktrat.
Die Bedeutung seines Hessenliga-Debüts an der Seitenlinie schätzt Grimm „extrem wichtig“ ein. Denn am Samstag (28.), 15.30 Uhr, gastiert der achtplatzierte SV Rot-Weiß beim Viertletzten des Klassements, SC Waldgirmes. Neun Punkte trennen beide Mannschaften. Und da Grimm mit vier Direktabsteigern rechnet, sieht er sein Team durchaus unter Druck: „Wenn wir das Spiel verlieren, dann kann das auch nach unten ganz schön eng für uns werden. Und das sollten wir tunlichst vermeiden.“ Verzichten muss der SV Rot-Weiß auf Pau Babot, der sich als Nationalspieler Andorras auf Länderspielreise befindet. Aus diesem Grund fehlte der zentrale Mittelfeldspieler schon beim Pokalspiel in Groß-Gerau. Überhaupt traten die Walldorfer dort nur mit einem 16-Mann-Kader an. Denn außer den Langzeitverletzten fehlten auch Tim Grünewald (berufsbedingt) sowie Matteo Enders (krank) und die verletzten Joaquin Fazal und Nico Neukirch. Während Grünewald in Waldgirmes wieder spielen soll, ist noch offen, welche Spieler sonst noch zum Kader stoßen.
Der Walldorfer Verbandsliga-Mannschaft steht für Samstag (15 Uhr) das ungemein wichtige Spiel beim Klassenletzten, 1. FCA Darmstadt, an. Für den SV Rot-Weiß II und seinen Interimstrainer, Süleyman Karaduman, geht es darum, seinen Nichtabstiegsplatz zu festigen.
Der VfR Groß-Gerau ist derweil am Sonntag bei Germania Ober-Roden (ebenso um 15 Uhr) gefordert.