
Hummetroth. Ausgerechnet gegen seinen alten Trainerkollegen Dusan Drakulic feierte Tino Lagator am Mittwochabend sein Debüt an der Seitenlinie beim SV Hummetroth. Nach turbulenten Tagen beim Hessenligisten mit dem Rücktritt von Trainer Denis Streker am Dienstagabend (wir berichteten) kam der Favorit im Odenwälder Kreispokal zu einem deutlichen 6:1 gegen die SG Rimhorn/Neustadt. Es war nach 90 Minuten ein standesgemäßes Ergebnis.
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Wobei dem SVH zu Beginn die Verunsicherung anzumerken war. „Wir haben 20, 25 Minuten gebraucht“, meinte Lagator. Nach dem Führungstreffer von Ahmet Dogan (7.) egalisierte Felix Olt (11.) für den Außenseiter aus der Kreisoberliga. „Sie haben das gut gemacht, sehr kompakt agiert“, lobte Lagator die Elf seines Gegenübers. Die Spielgemeinschaft aus Rimhorn und Neustadt hatte sogar die Chance zur Führung, der Pfosten stand im Weg. Erst ein Dreierpack von Giuseppe Signorelli (37., 45., 48.) sorgte nach einer Roten Karte für die Hausherren in Überzahl für klare Verhältnisse. Leon Raitz (54.) und Paul Heinrich (90.) schraubten das Ergebnis in die Höhe.
Am Samstag (15 Uhr) wird es für die Elf aus Hummetroth wohl ungleich schwerer. Dann wartet Vorjahresmeister FSV Fernwald auf den SVH. „Sie sind für mich spielerisch eines der besten Teams der Liga“, schwärmt Lagator. In dieser Saison konnte die Elf von Trainer Daniel Steuernagel daran nicht anknüpfen, als Zehnter geht der Blick der Mittelhessen eher nach unten. „Wir wollen erstmal auf Kompaktheit und die Defensive den Fokus legen“, sagt Lagator über die Herausforderungen der nächsten Wochen. „Wir haben fast jedes Spiel zwei, drei Gegentore kassiert.“ Zu viel. Hinzu kommt die schlechte Chancenverwertung der Odenwälder.
Ansonsten will Lagator an den Prinzipien seines Vorgängers Denis Streker, mit dem er einst bei Hessen Dreieich zusammenspielte und unter dem er zuletzt als Co-Trainer fungierte, festhalten. Der Kroate, der einst als Stürmer für den SV Hummetroth auflief und später das B-Team gemeinsam mit Dusan Drakulic trainierte, hatte das Team seit Februar bereits als Co unterstützt. Seinen Posten als Trainer bei A-Ligist SG Sandbach hatte er daraufhin aufgegeben. „Wir müssen die Jungs mental auf den Platz bringen und uns für unseren Aufwand belohnen“, gibt Lagator die Marschroute für die Partie am Samstag vor. Sein Team brauche vor keiner Mannschaft der Liga Angst zu haben, das habe er seinen Spielern mit auf den Weg gegeben.
Im Kreispokal wurden Silas Zehnder, Danny Klein und Joel Gerezgiher geschont. Sie sind am Samstag wieder eine Option. Ob es nach dem Trainerwechsel nochmal eine Kehrtwende im Fall der gefeuerten Ibrahim Halil Yilmaz und Dominik Wüst gibt? „Dazu gibt es keinen neuen Stand, wir haben erstmal andere Probleme“, sagte Lagator. „Wir müssen Punkte sammeln im Abstiegskampf, jedes Spiel ist wie ein Champions-League-Finale für uns.“ Auch Vorsitzender Stefano Trizzino hatte am Mittwoch auf Nachfrage erklärt, dass bisher keine Gespräche in diese Richtung stattgefunden hätten.