
Stocksauer war Dillingens Vorsitzender Christoph Nowak auf seine Mannschaft nach der verdienten 1:3-Nachholmatchniederlage im "Sechs-Punkte-Spiel" beim direkten Kontrahenten SV Ehingen/Ortlfingen am Ostermontag: "Die Gastgeber haben nach unserer Führung vor allem im Zweikampfverhalten alles das in die Waagschale geworfen, was man im Abstiegskampf braucht. Wir waren für meine Begriffe an diesem Tag insgesamt nicht kreisligatauglich, was schon damit losgeht, dass einem Spieler beim Warmmachen, natürlich völlig überraschend, die sowieso schon maroden Schuhe kaputtgehen und er keinen Ersatz dabei hat. Wieder haben wir eine auf einer unnötigen Gelben Karte basierende Zeitstrafe bekommen, wieder eine unfassbar schlechte Chancenverwertung an den Tag gelegt und falls manchmal eine Zweikampfführung vorhanden war, dann war sie, freundlich formuliert, unbeholfen. Vermeintliche Führungsspieler agieren leblos, wie wenn sie einen Strandkick im Urlaub absolvieren. Wenn ich dann noch die ganzen vollmundigen Ankündigungen vor so einer Partie höre und sehe, was dann am Ende dabei rauskommt, dann weiß ich mit meiner ganzen Erfahrung, wo die Reise hingeht, wenn sich da jetzt nichts unmittelbar an der Einstellung ändert, nämlich schnurstracks in die Kreisklasse."
Dass die Partie kein fußballerischer Leckerbissen werden würde, war jedem klar, der vor der Partie ein paar Meter auf dem schwierigen Geläuf gegangen war. Spielhälfte eins ging mit leichten Vorteilen an die Gastgeber, bei deren Einschussgelegenheiten SSV-Keeper Michael Wagner wieder einmal seine ganze Klasse zeigte. Dillingen versuchte sich, bei den besagten Platzverhältnissen eher kontraproduktiv, spielerisch, kam aber vor allem durch ein eigenes Fehlpassfestival im Mittelfeld kaum in die aussichtsreiche Zone und brachte sich so zudem immer wieder selbst in Verlegenheit.
Trotzdem gingen die Kreisstädter nach der Pause in Führung: Infolge eines Lattentreffers per Kopf durch Adonis Isufi war Spielertrainer Alexander Kinder zur Stelle, der Bann schien gebrochen - 0:1 (62. Minute). Zuvor und danach wurde Großchnacen vergeben, um für eine Vorentscheidung zugusten der SSV zu sorgen. Anstatt wie direkt nach der Pause um den wichtigen Auswärtsdreier zu fighten, verlies man sich nun bei Dillingen wieder auf seinen vermeintlich spielerischen Glanz und wurde folgerichtig bestraft: Neun Minuten nach dem ersten Treffer war nämlich der Gleichstand wieder hergestellt: SVE-Kapitän Simon Leser verwandelte einen von Algert Hoti an Bastian Stefanovic, der die sich diesbezüglich bietende Gelegenheit auch sehr dankbar annahm, verursachten Foulelfmeter souverän zum Ausgleich. Kurz darauf signalisierte Assistentin Katrin Melville (TSV Gersthofen/Schiedsrichtervereinigung Augsburg), die insgesamt auch alles andere als einen guten Tag erwischt hatte, die deutliche, aber passive Abseitsstellung eines Ehinger Akteurs und stiftete damit entsprechende Verwirrung in der hierbei allerdings auch alles andere als clever agierenden SSV-Defensivabteilung. Marco Aust sagte nach Hereingabe von Jakob Deil, der den Braten gerochen hatte, "Dankeschön" und drehte die Partie (73.). Dillingens Bemühungen um einen zweiten Treffer waren zwar durchaus vorhanden, hatte aber eher Field-Goal- denn Jubel-Potenzial. Stefanovic machte bei einem Konter von Leser den Sack zu und vollstreckte zum 3:1-Endstand.