2026-02-20T12:29:42.904Z

Ligabericht

Herbe Klatsche für den TSV Schott Mainz

0:5 gegen FSV Frankfurt "auch in der Höhe verdient" +++ Anderthalb fatale Minuten bringen die Entscheidung

von Torben Schröder · Heute, 17:41 Uhr · 0 Leser
Takero Itoi, der dem TSV im Winter angesichts der attraktiven Offerte aus Frankfurt den Rücken gekehrt hat, setzte an alter Wirkungsstätte den Schlusspunkt.
Takero Itoi, der dem TSV im Winter angesichts der attraktiven Offerte aus Frankfurt den Rücken gekehrt hat, setzte an alter Wirkungsstätte den Schlusspunkt. – Foto: Claus G. Stoll (Archiv)

Anderthalb Minuten hat es gedauert, und das Spiel war quasi verloren. Am Ende stand ein desillusionierendes 0:5 (0:3) für den TSV Schott Mainz gegen den FSV Frankfurt. Im Regionalliga-Keller sind die Auswirkungen überschaubar, weil auch die Mitbewerber um Rang 15 verloren haben. „Wir müssen das Spiel schnellstmöglich abhaken“, blickt Trainer Samuel Horozovic voraus.

Die gute Vorbereitung, der glücklich erarbeitete 2:0-Auftakt in Fulda – daraus hätte ein Flow entstehen können. Und es sah anfänglich auch danach aus. Nach wenigen Sekunden waren die Mainzer erstmals im Strafraum, insgesamt waren Schwung und Struktur drin. Auch wenn die Hessen bald spielerisches Übergewicht bekamen.

Die Spielminuten 17 bis 19 brachten im Grunde genommen schon die Entscheidung. Erst versenkte Ex-Schott-Stürmer Birkan Celik einen Freistoß recht mittig von der Strafraumgrenze aus flach im Torwarteck (17.). Dann legte, weil die Mainzer Defensive gedanklich offenbar noch mit dem zu diesem Zeitpunkt eher überraschenden Rückschlag befasst war, Corvin Bock aus spitzem Winkel nach (19.).

„Ich fand uns bis zum 0:1 gut im Spiel“, sagt Horozovic, „das war ein Nackenschlag und das 0:2 dann der entscheidende Knackpunkt. Wir haben das Spiel aufgrund der ersten Halbzeit verloren.“ Denn bei Dominik Ahlbachs vermeintlichem Anschlusstor nach Jost Mairoses Freistoßflanke war die Abseitsfahne oben (22.). Und bei einer flachen Flanke von links grätschte Ismail Harnafi recht vor dem Tor unbedrängt zum 0:3 rein (31.).

Eine dicke Chance gab es, mehr nicht

Nun stand die Frage an: Ergebnis im Zaum halten oder auf das Anschlusstor drängen? Horozovic und sein Trainerteam entschieden sich für Zweiteres. Und wieder fanden sich verheißungsvolle Momente im Mainzer Spiel, jedoch gänzlich ohne Durchschlagskraft in den Strafraum hinein. Die hatte der FSV, der kaum eine Chance ungenutzt ließ. Und nach einem weiten Ball mittig in die Spitze durch Harnafis Volley unter den Querbalken (57.) die endgültige Entscheidung herbeiführte.

„Frankfurt hat in der zweiten Halbzeit drei Gänge zurückgeschaltet“, beobachtet Horozovic, „unsere Umschaltangriffe brachten nicht viele Chancen ein, wir hatten nur wenige Tiefenläufe drin.“ Die dickste Gelegenheit bot sich, als Dennis De Sousa Oelsner gefoult wurde und Johannes Gansmann den Ball knapp neben das Tor schob. Da war die Messe aber schon gelesen.

Itoi trifft an alter Wirkungsstätte

Zu allem Überfluss legte Takero Itoi, im Konter nach einer Mainzer Ecke, noch das 0:5 nach (90.) – bei seiner Rückkehr an die alte Wirkungsstätte, einen Monat nach dem kurzfristigen Winter-Wechsel. „Die Niederlage ist auch in der Höhe verdient“, betont Horozovic, „wir müssen das Spiel jetzt knallhart analysieren und dann schnell abhaken.“

Am kommenden Samstag, 14 Uhr, steht das nächste Heimspiel an, gegen den SC Freiburg II. „Das wird wieder ein komplett anderes Spiel.“ Das sollte es aus Mainzer Sicht auch. Es gilt, den Frust in Motivation umzuwandeln. „Das Spiel in Fulda war an sich auch nicht gut, aber wir hatten gute Momente, und die drei Punkte haben gut getan“, sagt der TSV-Trainer, „heute war es in der Anfangsphase genau anders herum.“ Und dann war die Partie auch schon verloren.

TSV Schott Mainz: Balters – Robotta, Ahlbach, Rimoldi (63. Wiegand) – Onangolo, Horozovic, Mairose (81. Wust), Gans – Portmann (72. Gansmann) – El Mahaoui (63. Roden), Hesse (63. De Sousa).