
Mit nur neun Punkten steckt der SV Helpenstein tief im Tabellenkeller der Landesliga Staffel 2. Trainer Dominik Hahn analysiert eine Hinrunde mit guten Ansätzen, aber zu vielen Rückschlägen – und formuliert klare Erwartungen an eine Rückrunde, in der es schnell nach oben gehen soll.
Der Blick auf die Tabelle der Landesliga Staffel 2 fällt für den SV Helpenstein ernüchternd aus. Nach 14 Spieltagen steht das Team mit zwei Siegen, drei Unentschieden und neun Niederlagen auf Rang 14. 19 erzielte Tore bei 39 Gegentreffern und lediglich neun Punkte markieren eine Ausgangslage, die den Klub mitten in den Abstiegskampf zwingt. Trainer Dominik Hahn spricht offen darüber, dass die Hinrunde aus Ergebnissicht nicht den eigenen Erwartungen entsprochen hat – auch wenn er sportlich durchaus Lichtblicke erkennen konnte.
Eine lange Winterpause leistete sich Helpenstein bewusst nicht. Nach dem letzten Spieltag am 14. Dezember ruhte der Trainingsbetrieb nur rund eineinhalb bis zwei Wochen. Bereits ab dem 25. Dezember ging es wieder in die Halle, auch mit Blick auf den traditionsreichen Sparkassencup Ende des Jahres. Seit dem 5. Januar läuft nun die eigentliche Rückrundenvorbereitung. Ziel ist es, frühzeitig Kraft zu tanken und den Fokus konsequent auf die kommenden Aufgaben zu richten. Große sportliche Highlights sind in dieser Phase nicht geplant, stattdessen setzt der Trainerstab auf Maßnahmen zur Stärkung des Teamgeists – etwa durch gemeinsame Abende oder einen Regenerationstag in der Therme.
Sportlich fällt die Bilanz der Hinrunde nüchtern aus. Hahn beschreibt eine Saisonhälfte, in der seine Mannschaft in vielen Spielen über längere Phasen gut umgesetzt habe, was zuvor erarbeitet worden sei. Gleichzeitig hätten wiederkehrende Schwächephasen dafür gesorgt, dass Spiele kippten und am Ende verloren gingen. Diese fehlende Konstanz über 90 Minuten hinweg sieht der Trainer als einen der Hauptgründe dafür, warum Helpenstein aktuell dort steht, wo es steht. Entsprechend groß ist die Unzufriedenheit über den Tabellenplatz, auch wenn einzelne Auftritte gezeigt hätten, dass die Mannschaft fußballerisch durchaus konkurrenzfähig ist.
Gerade diese Diskrepanz zwischen Leistung und Ergebnis zieht sich wie ein roter Faden durch die Hinrunde. Hahn betont, dass es Phasen gegeben habe, in denen sein Team nicht den Eindruck vermittelte, ein Abstiegskandidat zu sein. Doch Fußball sei ein Ergebnissport, und am Ende zähle die Fähigkeit, die Konzentration über die gesamte Spielzeit hochzuhalten. Genau daran habe es zu oft gemangelt.
Emotional besonders in Erinnerung geblieben sind die Derbysiege gegen Union Schafhausen und Sportfreunde Uevekoven. Diese Spiele stellten aus Sicht des Trainers die positiven Höhepunkte dar, weil sie nicht nur Punkte brachten, sondern auch für Selbstvertrauen und emotionale Momente sorgten. Auf der anderen Seite beschreibt Hahn Begegnungen gegen Rasensport Brand und den SV Eilendorf als fußballerisch und mental extrem kräftezehrend – Spiele, die sinnbildlich für die nervenaufreibende Hinrunde standen.
Als zentrales strukturelles Problem benennt der Trainer die Personalsituation. Vor allem Langzeitverletzungen hätten der Mannschaft stark zugesetzt. Hinzu kamen immer wieder kleinere muskuläre Ausfälle, die es erschwerten, den Kader konstant und ausgewogen zu besetzen. Diese personellen Engpässe wirkten sich nicht nur auf die Trainingsarbeit aus, sondern auch auf die Stabilität in den Spielen.
Trotz der schwierigen Ausgangslage formuliert Hahn für die Rückrunde ein klares Ziel: Der SV Helpenstein will so schnell wie möglich mehrere Tabellenplätze gutmachen. Der Glaube an die eigene Stärke ist weiterhin vorhanden, ebenso der Optimismus, dass sich die Arbeit in der Vorbereitung auszahlen kann. Entscheidend wird sein, die positiven Spielphasen zu verlängern und die Fehleranfälligkeit zu reduzieren.
Personell gibt es bereits Veränderungen. Mit Hendrik Höfels und Maxim Vogel stehen zwei Abgänge fest, deren weitere Wege aktuell offen sind. Gleichzeitig verstärkt sich Helpenstein mit jungen und entwicklungsfähigen Spielern. Hasan Emre Tikil kommt aus der U19 des SV Eilendorf, Fauzani Issa Issaka wechselt vom TVD Velbert. Weitere Zugänge schließt Hahn nicht aus, was den Konkurrenzkampf im Kader zusätzlich beleben könnte.
Im Meisterschaftsrennen sieht der Trainer den FC Hürth klar im Vorteil. Die Konstanz und der aktuelle Lauf des Spitzenreiters sprechen aus seiner Sicht deutlich für den Absteiger aus der Mittelrheinliga. Im Tabellenkeller rechnet Hahn mit einem intensiven Kampf zwischen den Mannschaften, die bereits in der Hinrunde Schwierigkeiten hatten. Ein Blick auf die Tabelle zeige schnell, welche vier Teams besonders gefordert seien.
Für den SV Helpenstein geht es in der Rückrunde somit um mehr als nur Punkte. Es geht darum, aus einer schwierigen Hinrunde die richtigen Lehren zu ziehen, Verletzungspech zu überwinden und die vorhandenen fußballerischen Ansätze endlich in Zählbares umzumünzen. Nur dann kann der erhoffte Weg aus der Abstiegszone gelingen.
