2026-03-25T14:09:28.761Z

Allgemeines

Helmut Kemen war ein Vorbild für Vereinstreue

Einstiger Kapitän hat dem SV Wiesbaden über Höhen und Tiefen hinweg die Treue gehalten

von Otto Zinn · Heute, 06:00 Uhr · 0 Leser
Helmut Kemen. 	Foto: Anja Albrecht
Helmut Kemen. Foto: Anja Albrecht

Wiesbaden . Im vergangenen November hat SVW-Präsident Markus Walter ihn noch für 70-jährige Mitgliedschaft geehrt. Jetzt trauern die Älteren beim Sportverein um Helmut Kemen. Der einstige Kapitän der SVW-Fußballer, der dem Sportverein von der Jugend an über alle Höhen und Tiefen hinweg die Treue gehalten hat. Und bei seiner Ehrung während der Mitgliederversammlung, als er nach 19 Bandscheibenoperationen schon sichtlich angeschlagen war, hinterließ der 81-Jährige den Verantwortlichen – verbunden mit einem Dank – einen Auftrag: „Schön, dass es diesen SVW noch gibt. Macht weiter!“

Dieser Text wird euch kostenlos zur Verfügung gestellt vom Wiesbadener Kurier.

Helmut Kemen wuchs im Herzen Wiesbadens auf. Und wurde dabei von einem Passanten „entdeckt“. Mit seinem Talent solle er doch im Verein spielen, lockte ihn der frühe „Scout“ zum SVW. Fortan ging’s fast täglich zu Fuß ans Kleinfeldchen, auf dem die Orange-Blauen während der Beschlagnahmung des Stadions durch die Amerikaner ihre Heimstatt hatten.

Mit Grabi in der Hessenauswahl

Gemeinsam mit dem späteren Biebricher Weltmeister Jürgen Grabowski wurde er in die hessische Jugendauswahl berufen. Beim SVW schaffte er mit 19 den Sprung in die erste Garnitur, damals auf Spitzenplätze in der Hessenliga abonniert. Er gehörte zu der Elf, die 1965 im Siegener Endspiel um die deutsche Amateurmeisterschaft stand, vor fast 10.000 Zuschauern den Amateuren von Hannover 96 knapp mit 1:2 unterlag und nach der Rückkehr in Wiesbaden dennoch mit einem Autokorso und einem Empfang bei Oberbürgermeister Georg Buch gefeiert wurde. 1967 stand er in dem Team, das den Hessenliga-Titel gewann, und er zählte auch zu denen, die in der folgenden Saison Regionalliga-Luft schnupperten, aber wieder absteigen mussten. Anfang der 1970er Jahre spielte er für Biebrich 02, um aber immer SVW-Mitglied zu bleiben.

Für seine Enkel ein Idol

Freunde und Gegner schätzten ihn. Er war ein fairer Sportler und ein feiner Mensch. Kemen arbeitete als städtischer Beamter, traf sich bis zuletzt gern mit den „Alten“. Ob beim „Nostalgiecup“, bei der Rheingauer Weinwoche, zum Stammtisch in Frauenstein – oder wo auch immer die Ehemaligen zusammenkamen. Nicht nur bei ihnen und bei seinem Sportverein wird er in guter Erinnerung bleiben. Für seine beiden Enkel, erzählt Helmut Kemens Tochter Anja, sei ihr Opa mit Blick auf den Fußball ein echtes Idol gewesen.