
Wiesbaden . Welch ein Wandel zum Guten: Fünf Siege, zwei Remis und ein Torverhältnis von 42:134 wies die Bilanz des FSV Hellas Schierstein in der Saison 2024/25 auf Platz 14 aus. Jetzt ist alles anders: Neun Siege, drei Remis und Rang sechs bei 44:42-Toren zeugen von einem nachhaltigen Aufschwung. Woran die Trainer Burak Bozbiyik und Georgios Politis großen Anteil haben. „Sie haben letzte Saison wertvolle Arbeit geleistet und setzen das in dieser Runde fort“, lobt Hellas-Chef Kyriakos Tsakas.
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Beiden hatten die FSV-Verantwortlichen über den Sommer 2025 das Vertrauen geschenkt und lagen damit offenbar goldrichtig. „Wir haben uns auf allen Ebenen stabilisiert“, freut sich Kyriakos Tsakas, der seinen Bruder Evangelos in der Position des Vorsitzenden abgelöst hat. Nachwuchsarbeit, Zuschauerresonanz und Sponsoren – im Sog des Aufwärtstrends der FSV-Ersten ruht Hellas offenbar auf einem jetzt wieder stabilen Vereinsfundament. „Wir sind bei Hellas bemüht, wieder die alten Werte auszugraben, die in Vergessenheit geraten sind, wie Familie, Verein, Sport und Respekt“, streicht der Vorsitzende heraus. Das war beim früheren Gruppenligisten lange nicht mehr der Fall. Der Kampf um die Wiedererlangung der aberkannten Gemeinnützigkeit war ein zäher, den das Vorstandsteam um den damaligen Vorsitzenden Lazaros Panagiotidis und Kyriakos Tsakas, seinerzeit Kassierer, mit großem Engagement anschob. Jetzt zeigt der Daumen eindeutig nach oben.
Vielversprechender Youngster aus Griechenland
Mit dem 18-jährigen Offensivspieler Aristeidis Kastoras (zuletzt FC Kalamata) ist aus Griechenland noch ein vielversprechender Youngster zum Kader um Kapitän Ioannis Surlis gestoßen. Durch seinen in Bad Kreuznach lebenden Onkel habe er Aufnahme in Deutschland gefunden, schildert Kyriakos Tsakas und verweist auf seinen bestehenden Kontakt zum Onkel, der den Weg des jungen Spielers zu Hellas Schierstein geebnet habe. „Die Zeit bei uns will er als Sprungbrett nutzen“, erläutert Tsakas mit Blick auf die höherklassigen Ambitionen des Außenbahnspielers, der im Nachwuchsleistungszentrum von Zweitligist Kalamata ausgebildet und kurzzeitig mit einem Profivertrag ausgestattet wurde. Für den Verein sei die Entscheidung des Youngsters, zunächst bei Hellas Anker zu werfen, in Verbindung mit den guten Kontaktfeldern eine tolle Sache.
Eigene A-Jugendliche in Männer-Teams gehievt
Davon abgesehen hat die Mannschaft in ihrer Gesamtheit eine enorme Stabilität erlangt. Was Kyriakos Tsakas, 2025 im August bei der Pokalauslosung im Rathaus-Festsaal von HFV-Präsidentin Silke Sinning für sein jahrelanges ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet, nicht nur auf die Arbeit der Trainer zurückführt. Vielmehr greifen viele Rädchen ineinander, als im Sommer 2025 die beiden Männermannschaften neu zusammengestellt wurden. Ex-Wehen-Wiesbaden-Profi Nikolaos Nakas, der Sportliche Leiter Leonidas Atmatzidis, Georgios Politis, Burak Bozbiyik und Daniel Zeller als neuer Trainer der Hellas-Zweiten ziehen seitdem an einem Strang. „Es war ein Genuss, zu sehen und mitzuerleben, wie unsere Neuverpflichtungen, die Spieler aus unserer A-Jugend und die reaktivierten Spieler von den Genannten für unseren Traditionsverein begeistert werden konnten. Mit der Priorität Sport und Vereinsleben“, lobt Kyriakos Tsakas das gemeinschaftliche Engagement.
Sponsoren, Mitglieder und Freunde des Vereins bildeten das Rückgrat von Hellas, verspürt der Hellas-Steuermann generell eine fruchtbare Kräftebündelung und zeigt sich dankbar. Erste und zweite Mannschaft im Tabellenmittelfeld verankern, diese Zielsetzung sei in greifbare Nähe gerückt, bekräftigt Kyriakos Tsakas voller Zuversicht.
Weiterhin hoffnungsvoll: Aus der eigenen A-Jugend aufgerückte Youngster haben dafür gesorgt, dass der Altersschnitt des A-Liga-Teams gerade mal 23 Jahre beträgt. Geführt werden sie von erfahrenen Kräften. Neben Aristeidis Kastoras kamen im Winter noch Defensivspieler Kostas Yatrakis (hatte pausiert, ehemals Budenheim) und Mittelfeldspieler Desard Gjika vom SV Hajduk hinzu. Heißt in Summe: Hellas Schierstein scheint auf längere Sicht gut aufgestellt. Und auch für das Pokalviertelfinale am 11. März (20 Uhr) gegen den Gruppenligisten und Titelverteidiger FC Bierstadt gewappnet.