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Ligabericht

Heiße Schlussphase und klare Kritik: »Schlechte Leistung«

Die Gallier erwischen einen Traumstart, führen zur Pause bereits mit 3:0 und lassen sich auch vom Anschlusstreffer und einer turbulenten Schlussphase nicht mehr aus der Ruhe bringen.

von Sophia Waas · 09.09.2026, 21:51 Uhr · 0 Leser
Rote Karte in der turbulenten Schlussphase: Der Schiedsrichter schickt Robin Schwarz vom Feld.
Rote Karte in der turbulenten Schlussphase: Der Schiedsrichter schickt Robin Schwarz vom Feld. – Foto: Julien Christ / sportfotografi

Historischer Abend im Westphalen-Stadion: Großbardorf gewinnt das erste offizielle Flutlicht-Heimspiel der Vereinsgeschichte mit 3:1 gegen Viktoria Aschaffenburg.

Was für eine Flutlicht-Premiere! Zum ersten offiziellen Heimspiel unter den neuen Lichtern hatte sich die Keiner-Elf einiges vorgenommen – und erwischte einen Start nach Maß.

Keine zwei Minuten waren gespielt, da durfte im Stadion bereits gejubelt werden. Jonas Hau versenkte die Kugel zum frühen 1:0 im Netz.

Die Viktoria ließ sich davon allerdings nicht beeindrucken und kam in der Anfangsphase selbst zu zwei ordentlichen Abschlüssen. Die Gallier blieben jedoch präsent, gingen konsequent in die Zweikämpfe und setzten immer wieder gefährliche Nadelstiche.

In der 16. Minute klingelte es erneut. Yannik Amthor erkämpfte sich die Kugel bereits in der eigenen Hälfte, marschierte fast bis zur Grundlinie und legte anschließend mustergültig auf den einlaufenden Maximilian Weiß zurück. Der blieb vor dem Tor eiskalt und schob zum 2:0 ein.

Aschaffenburg hatte zwar weiterhin seine Spielanteile, fand gegen die gut organisierte Defensive aber nur selten den Weg in gefährliche Abschlusspositionen. Auf der anderen Seite zeigte sich die Heimelf äußerst effizient – und legte noch vor der Pause nach.

In der 27. Minute fasste sich Fabio Baum aus rund 16 Metern ein Herz. Sein Schuss wurde noch entscheidend abgefälscht und landete dadurch unhaltbar im Netz. 3:0! Spätestens jetzt war klar: Diese Flutlicht-Premiere könnte für die Gallier ein ganz besonderer Abend werden.

Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich die Viktoria deutlich offensiver. Bei einem 0:3-Rückstand blieb den Unterfranken schließlich auch kaum etwas anderes übrig. Großbardorf musste nun mehr gegen den Ball arbeiten und aufpassen, dass der komfortable Vorsprung nicht noch einmal ins Wanken geriet.

Mit zunehmender Spieldauer erhöhte Aschaffenburg den Druck und kam jetzt häufiger vor das Tor. In der 71. Minute wurde dieser Aufwand belohnt: Ein Fehler in der Großbardorfer Defensive wurde eiskalt ausgenutzt, Jan Bartunek verkürzte auf 3:1.

Damit war die Partie plötzlich wieder offen. Die Gäste warfen nun alles nach vorne, während die Gallier um jeden Meter kämpften und den Vorsprung über die Zeit bringen wollten.

Und dann wurde es in der Schlussphase richtig turbulent. Nach einer hitzigen Szene sahen in der 87. Minute sowohl Yannik Amthor als auch Robin Schwarz die Rote Karte. Die Emotionen kochten kurz hoch, ehe sich die Gemüter wieder etwas beruhigten.

Fünf Minuten Nachspielzeit wurden angezeigt. Aschaffenburg versuchte noch einmal alles, doch die Gastgeber hielten dagegen und ließen sich den Sieg nicht mehr nehmen. Der Abpfiff sorgte schließlich für große Erleichterung und ausgelassene Freude im Lager der Gallier.

"Wir haben eine überragende erste Halbzeit gespielt und dabei natürlich auch das nötige Spielglück gehabt. Beim 1:0 und 3:0 waren die Treffer abgefälscht, da war sicherlich etwas Glück dabei. Insgesamt haben wir heute aber eine absolute Energie auf den Platz gebracht. In der zweiten Halbzeit hatten wir zweimal die Möglichkeit, auf 4:0 zu erhöhen, was wir leider nicht gemacht haben. Durch einen individuellen Fehler haben wir den Aschaffenburgern dann letztendlich noch ein Tor geschenkt. Danach waren wir ziemlich platt und sind fast nur noch hinterhergelaufen. Die Aschaffenburger hatten dann gefühlt 90 Prozent Ballbesitz, das haben wir insgesamt aber gut wegverteidigt. Am Ende steht ein absolut verdienter Heimerfolg“, so Marc Hartmann (Sportlicher Leiter TSV Großbardorf).

Im Gegenzug Daniel Soldevilla (Sportlicher Leiter Viktoria Aschaffenburg): "Direkt in der ersten Minute bekommen wir das Gegentor. Danach hatten wir eigentlich zwei gute Chancen, bei denen wir das 1:1 machen müssen. Im Gegenzug bekommen wir dann das 2:0. Die erste Halbzeit haben wir verschlafen und uns davon nicht mehr erholt. In der zweiten Halbzeit haben wir aufs Gaspedal gedrückt, hatten einen Pfostenschuss und machen dann noch das 3:1. Danach haben wir natürlich weiter Druck gemacht. Man muss aber ehrlich sagen, dass wir ohne wirklich zwingend zu werden bis zum Strafraum ganz gut rangekommen sind, der letzte Pass aber nicht angekommen ist. So haben wir dann auch irgendwo verdient verloren. Was man auf jeden Fall erwähnen muss: Das war heute eine schlechte Leistung des Schiedsrichters. In der ersten Hälfte hätte es eine Gelb-Rote Karte geben müssen, und die beiden Roten Karten waren in meinen Augen überzogen. Der Schiedsrichter hat auf jeden Fall seinen Teil zum Spiel beigetragen. Normalerweise rede ich nicht über Schiedsrichter, aber in diesem Fall muss ich es einfach mal machen."

Nach dem Erfolg gegen Neudrossenfeld folgt damit direkt der nächste wichtige Dreier. Die Keiner-Elf legte mit einer starken ersten Hälfte den Grundstein, musste nach dem Seitenwechsel zwar noch einmal zittern, brachte den Vorsprung letztlich aber verdient über die Ziellinie. Für die Viktoria blieb trotz der deutlichen Leistungssteigerung nach der Pause am Ende nichts Zählbares.