Nicht nur bei Germania Kückhoven ist man froh, wieder vor Zuschauern zu spielen.
Nicht nur bei Germania Kückhoven ist man froh, wieder vor Zuschauern zu spielen. – Foto: Daniel Frenken

Mit Zuschauern macht’s einfach mehr Spaß

„Endlich wieder Fußball!“ – das war auch der Tenor beim Derby zwischen Erkelenz und Kückhoven.

Über mangelnden Support kann sich der Gast auf dem Kunstrasen des Erkelenzer Josef-Geiser-Spielfelds beim heißen Auftaktspiel wahrlich nicht beklagen. Gut zwei Dutzend in rote Trikots gekleidete Anhänger hat der TuS Germania Kückhoven zum Erka-Stadtduell beim SC 09 Erkelenz mitgebracht, dazu etliche weitere Anhänger. Viele von ihnen sind mit dem Rad gekommen.

Einer von ihnen ist René Köpp. „Wir kommen vom Dorf, da wird Fußball ganz großgeschrieben“, erzählt er launig. Köpp ist wie weitere Schlachtenbummler ein Spieler der TuS-Reserve. „Der Zusammenhalt zwischen Erster, Zweiter und A-Jugendmannschaft ist perfekt“, sagt er. Mittendrin unter lauter Jungspunden: Germanias Urgestein und Sponsor Wilfried Küppers, zudem Vater von TuS-Akteur Lukas Küppers. „Durch Corona sind wir hier im Verein noch enger zusammengerückt“, erklärt er.

Insgesamt umsäumen gut 200 Menschen das Spielfeld in Erkelenz. Darunter ist auch das Trainerduo des noch spielfreien Bezirksligisten SG Union Würm/Lindern. „Wir haben heute nix anderes zu tun“, erklärt Chefcoach Hermann-Josef Lambertz trocken. Und sein Co Sean King sagt dann das, was im Grunde alle empfinden: „Endlich wieder Fußball!“

In der für Würm/Lindern am kommenden Wochenende beginnenden Saison habe man auch einiges vor, erzählt Lambertz. „Da wollen wir am Ende schon die beste Mannschaft aus dem Kreis Heinsberg und so insgesamt die Nummer drei im Kreis werden.“ Nanu, die Nummer drei? Hinter Regionalligist FC Wegberg-Beeck und den beiden Landesligisten Union Schafhausen und Germania Teveren wäre die SG selbst dann doch „nur“ die Nummer vier. „Nee, Beeck zähle ich nicht mit. Der FC ist eine ganz eigene Hausmarke.“

Viele Beobachter am Spielfeldrand

Gemischte Gefühle beschleichen derweil Michael Meyersieck. Der Vorsitzende des SC 09 hat an diesem Tag Kassendienst, achtet beim Einlass auch sehr auf Impf- oder Testnachweise – wegen Corona gibt es auch nur einen Eingang. „Angesichts der wieder stark steigenden Inzidenzen habe ich schon eine gewisse Skepsis, wie das im Herbst wohl weitergeht“, sagt er. Noch freue er sich aber aufs nächste Spiel ohne Kassendienst: „Dann werde auch ich mich mal wieder unters Volk mischen.“ Unabhängig von Corona gebe es am Kunstrasenplatz aber einen gravierenden Mangel: „Wir haben hier keine Toiletten. Die fehlen schon sehr.“ Dafür ist immerhin eine Tribüne in Aussicht. „Für 2022 ist die fest geplant“, sagt Meyersieck.

Zugegen sind ab der zweiten Halbzeit auch einige Akteure des SV Golkrath, deren Spiel gegen Roland Millich (2:0) schon anderthalb Stunden früher angepfiffen worden war – nach einem Sieg lässt man sich auch gerne mal woanders blicken.

Das Erka-Stadtduell endet dann 1:1 – für Erkelenz enttäuschend, für Kückhoven ein Erfolg. Was sich auch in den Reaktionen nach dem Abpfiff zeigt. Da zündet der Germania-Support zur Krönung sogar einige Bengalos. Zufrieden mit dem Punkt darf auch Kückhovens Oldie-Keeper sein: Unikum Mike Kyek hütet auch noch mit 45 Jahren die Kiste – und das sogar bis auf Weiteres als Stammkeeper. Dabei hat der TuS nun eigentlich auch zwei junge Torhüter. „Die haben sich bislang aber nicht so aufgedrängt“, bemerkt er trocken. Was sein Trainer Dirk Valley präzisiert: „Die Trainingsbeteiligung lässt bei denen zu wünschen übrig.“

Ordentlich zu tun hat im Getränkewagen auf alle Fälle Yvonne Wiese. Die Kassiererin des SC 09 ist am Ende auch mit die Letzte, die das Areal verlassen kann.

Aufrufe: 018.8.2021, 10:30 Uhr
RP / Mario EmondsAutor

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