Mit großen Schritten aus dem Tabellenkeller: Heimstetten (1:0-Torschütze Meriton Vrenezi; rot) geht als Neunter ins Wochenende.
Mit großen Schritten aus dem Tabellenkeller: Heimstetten (1:0-Torschütze Meriton Vrenezi; rot) geht als Neunter ins Wochenende. – Foto: Dieter Michalek

Heimstetten bezwingt Schwergewicht Schweinfurt 3:2

Schmitt-Team 60 Minuten in Überzahl - Spezialist für ungeschlagene Spitzenklubs

Der SV Heimstetten entwickelt sich in der Regionalliga zum Spezialisten für noch ungeschlagene Spitzenklubs aus dem Norden: Eine Woche nach dem 5:2 über Aschaffenburg holte der SVH am Freitagabend einen noch überraschenderen 3:2-Heimerfolg gegen den 1. FC Schweinfurt – Saisonsieg Nummer zwei im fünften Spiel für die Elf von Trainer Christoph Schmitt.

Heimstetten
3:2
Schweinfurt

Heimstetten – Bei drückenden Temperaturen begann die Partie mit einigen nett anzuschauenden Ballstafetten des SVH, ehe die Gastgeber schon nach neun Minuten zu einem ersten Wechsel gezwungen waren. Für den verletzten Linksverteidiger Sandro Sengersdorf kam Alexis Fambo ins Spiel. Der Spezl von Bayern-Profi Alphonso Davies hatte sich auf dem Rasen kaum akklimatisiert, da durfte er schon mit seinen Teamkollegen den ersten Treffer bejubeln. Nach einem Steilpass auf der linken Seite hatte Meriton Vrenezi die Kugel gefühlvoll über den Torwart hinweg in den Winkel geschnibbelt – zum 1:0.

Der wie gewohnt lautstarke Fanklub der Hoaschdenga Buam auf der Tribüne lag noch mitten im Freudentaumel, da hätte es beinahe auch auf der anderen Seite geklingelt. Doch bei einem flachen Drehschuss von Schweinfurts Malik McLemore tauchte der 34-jährige SVH-Keeper Maximilian Riedmüller flinker zu Boden als jeder Tipp-Kick-Torwart und bewahrte seine Mannschaft per Glanztat vor dem Ausgleich.

Nach einer halben Stunde folgte der nächste Aufreger – nach dem nächsten Heimstettner Steilpass. Dessen Adressat Emre Tunc wurde von zwei Gegnern in die Zange genommen, was Schiedsrichter Andreas Hummel als Notbremse wertete und Innenverteidiger Lucas Zeller den roten Karton entgegenstreckte. Nun war der SVH sowohl nach Toren als auch von der Mannstärke her im Vorteil – allein dem Spiel merkte man das zunächst nicht an. So plätscherte die Partie bis zur Pause und auch zu Beginn der zweiten Hälfte weitgehend ereignisarm vor sich hin, was den Platzherren freilich nicht unrecht war.

Noch gelegener kam ihnen dann, was in der 67. Minute passierte. Da zirkelte Kapitän Lukas Riglewski mit links und von rechts eine Flanke in an den Fünfmeterraum, wo Emre Tunc mutterseelenallein zum 2:0 einnicken durfte. Nun schien die Partie gelaufen, doch statt den Vorsprung nach Hause zu schaukeln lud der SVH den Gegner zu einer Schlussviertelstunde ein, die an das Duell zweier Pistoleros erinnerte. Zunächst verkürzte Schweinfurts Torjäger Adam Jabiri, dann traf Riglewski per Handelfmeter, und schließlich brachte erneut Jabiri die dezimierten Gäste abermals in Schlagdistanz. Allein ein weiterer Treffer wollte dem Favoriten auch in der fünfminütigen Nachspielzeit nicht mehr gelingen, sodass beim Schlusspfiff nur die Heimstettner die Arme zum Siegesjubeln hochrissen. (PATRIK STÄBLER)

SV Heimstetten – 1. FC Schweinfurt 3:2 (1:0)

SVH: Riedmüller, Rosina, Sabbagh, Günzel, Sengersdorf (9. Fambo/88. Maier), Micheli, Awata, Zander (46. Müller), Riglewski (82. Yildiz), Tunc, Vrenezi (69. Kovacevic).

Tore: 1:0 Vrenezi (15.), 2:0 Tunc (67.), 2:1 Jabiri (75.), 3:1 Riglewski (77.; Handelfmeter), 3:2 Jabiri (84.).

Schiedsrichter: Andreas Hummel (TSV Betzigau) – Zuschauer: 240.

Aufrufe: 05.8.2022, 19:10 Uhr
Patrik StäblerAutor