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Spielvorbericht

Heimstärke & Wackelabwehr

Erlauer SV will Heimstärke untermauern – Duell der defensiven Sorgenkinder gegen Schlusslicht Ifta

von André Hofmann · 24.10.2025, 22:00 Uhr · 0 Leser
– Foto: FSV 06 Eintracht Hildburghause

Nach der knappen 2:4-Niederlage beim Topteam vom FSV 06 Ohratal kehrt der Erlauer SV Grün-Weiß am Sonntag (Anstoß 14 Uhr) zurück auf den heimischen Rasen – dort, wo die Bilanz bislang deutlich freundlicher aussieht als in der Fremde. Gegner ist mit dem SV Eintracht Ifta der aktuelle Tabellenletzte, der als Aufsteiger aus der Kreisoberliga Westthüringen bislang erst einen Sieg einfahren konnte.

Für Trainer Maik Lipsius und sein Team ist das Heimspiel einmal mehr die Chance, nach einer Auswärtspleite wieder in die Erfolgsspur zu finden. Dass der ESV dabei besonders vor heimischem Publikum - alle neun Saisonpunkte gab es bisher zu Hause - stärker auftritt als auf fremden Plätzen, ist längst keine Momentaufnahme mehr – und zugleich eines der großen Themen der bisherigen Saison.

Diskrepanz zwischen Heim- und Auswärtsleistungen

„Grundsätzlich sind wir im Trainerteam nicht ganz zufrieden“, bilanziert Lipsius nach rund einem Saisonviertel. „Wir glauben, dass wir den ein oder anderen Punkt mehr hätten mitnehmen können – auch gegen Teams, gegen die wir nicht zwingend hätten punkten müssen.“ Besonders auswärts fehlte es bislang an Ertrag, obwohl die Mannschaft immer wieder andeutet, dass sie gegen jeden Gegner mithalten kann. So auch zuletzt in Ohrdruf, wo Erlau beim Tabellendritten bis in die Nachspielzeit am ersten Auswärtspunkt schnupperte. „Wir haben gegen Ohratal gezeigt, dass was geht“, betont Lipsius. „Gerade in der zweiten Halbzeit haben wir ein Spitzenteam in die eigene Hälfte gedrängt. Leider haben wir uns für den Aufwand nicht belohnt.“ Trotz des erneut leeren Punktekontos nahm der Coach viele positive Eindrücke mit: Einsatz, Moral und Spielanteile hätten gestimmt. Jetzt soll der Schwung aus dieser Leistung mit ins Heimspiel genommen werden.

Viele Gegentore bleiben das große Manko

Mit 27 Gegentreffern nach acht Spielen stellt der ESV derzeit die anfälligste Abwehr der Liga – knapp hinter Ifta (25). Lipsius sucht die Ursachen nicht auf der Torhüterposition, sondern im Zusammenspiel des gesamten Teams: „Ich glaube, es hat nichts mit der Kontinuität auf der Torhüterposition zu tun. Im Gegenteil hat zuletzt Gerhard Leicht bewiesen, dass er ein Rückhalt sein kann“, erklärt der Trainer. Vielmehr liege die fehlende Stabilität auch an der wechselnden Mannschaftsbesetzung: „Wir haben immer wieder private oder berufliche Ausfälle, müssen ständig umbauen. Das ist sicher ein Faktor, warum manches noch nicht so funktioniert, wie wir uns das vorstellen.“ Gleichzeitig fordert Lipsius ein mannschaftliches Umdenken: „Es muss Teil unserer DNA sein, dass sich jeder als erster Verteidiger auf dem Feld sieht – genauso wie jeder auch Tore erzielen kann.“

Mit dem SV Eintracht Ifta reist eine völlige Unbekannte nach Erlau. Der Westthüringer Mit-Aufsteiger hat bislang Lehrgeld gezahlt, sich aber in vielen Partien teuer verkauft. Lipsius warnt davor, das Schlusslicht zu unterschätzen: „Über Ifta weiß ich nicht so viel, aber jeder Gegner in dieser Liga verdient maximalen Respekt. Sie haben sich im Pokal gut verkauft und auch in der Liga ordentliche Spiele gezeigt. Wir sind gewarnt – das wird eine sehr schwere Aufgabe.“

Beide Teams eint derzeit vor allem eines: eine löchrige Defensive. Das verspricht ein offenes, kampfbetontes Spiel, bei dem es auf die richtige Balance ankommen wird. Erlau steht vor einem Schlüsselspiel, das über die Richtung der kommenden Wochen entscheiden könnte. „Wir sind wieder unter Zugzwang und müssen Punkte einfahren“, sagt Lipsius. „Idealerweise gelingt uns ein intensives, hellwaches Spiel von der ersten Minute an. Wir wollen 90 Minuten durchziehen, in jeder Phase im Spiel sein.“ Sein Optimismus gründet sich auf die starke zweite Halbzeit in Ohrdruf – und auf die Heimstärke, die den Grün-Weißen bisher ein gewisses Polster eingebracht hat. „Wenn alles zusammenkommt, bin ich sehr optimistisch, dass wir uns gegen diese Widrigkeiten auflehnen und mit Kampf und Mut am Ende erfolgreich vom Platz gehen“, so der Coach abschließend.