
Die TSG Fortuna 21 Grüneberg steckt als Aufsteiger tief im Tabellenkeller der Kreisoberliga Oberhavel/Barnim. Inmitten der sportlichen Krise in der laufenden Saison 2025/2026 versuchen die Brüder Lucas Heidel und Pascal Heidel, mit Führungsqualität und familiärem Zusammenhalt den drohenden Abstieg abzuwenden.
Ein Bonus für das familiäre Gefüge
Der Wechsel zur Fortuna war für die Brüder eine Entscheidung für das soziale Umfeld. „Der Verein ist sehr herzlich und mein Bruder sowie ich wurden sofort familiär aufgenommen von jedem“, berichtet Lucas Heidel gegenüber FuPa. Sein ursprünglicher Plan war es, „etwas weniger Aufwand zu betreiben und mit ein paar Kumpels zusammen zu spielen“. Dass sein Bruder schließlich dazukam, bezeichnet er als „Bonus“. Auch Pascal Heidel gfreut sich über die Situation: „Ich genieße es aber aktuell sehr, mit meinem Bruder spielen zu dürfen.“
Verletzungssorgen und defensive Instabilität
Mit 70 Gegentoren gehört die Defensive der Grüneberger zu den anfälligsten der Liga, was Lucas Heidel auch auf die Qualität der Konkurrenz zurückführt: „Es darf nicht vergessen werden, dass viele Mannschaften in dieser Liga immer ein, zwei außergewöhnliche Spieler haben, die in der Lage sind, aus nichts sehr viel zu machen.“ Erschwerend kam „großes Verletzungspech“ hinzu. Lucas Heidel selbst geht trotz körperlicher Defizite an seine Grenzen: „Ich spiele ja auch seit Wochen schon mit enormen Knieschmerzen.“ Pascal Heidel ergänzt, dass er die ersten Spiele noch gar nicht miterlebt habe und man sich erst „an eine andere Rolle gewöhnen“ musste. Dennoch sieht er einen positiven Trend: „Die Entwicklung geht aber aufwärts.“
Die Hoffnung auf die Heimstärke
Aktuell belegt das Team den 15. Tabellenplatz, nur einen Punkt vor dem Tabellenschlusslicht SG Blau-Weiß Leegebruch 1948. „Die Saison verlief nicht so, wie wir uns das alle vorgestellt haben. Es waren sehr viele gute Spiele, die einfach nicht belohnt wurden“, resümiert Lucas Heidel. Trotz der misslichen Lage bleibt er kämpferisch: „Wir haben noch sechs Spiele und vier davon zu Hause, da sind noch einige Punkte zu holen. Wir werden niemals aufgeben.“ Er sehe sich in der Pflicht, voranzugehen und den „Druck von anderen Spielern aufzunehmen, damit jeder befreit aufspielen kann“. Fußball bleibe für ihn die „schönste Nebensächlichkeit im Leben“, die man genießen sollte.
Die Suche nach der klaren Nummer neun
Offensiv drückt der Schuh ebenfalls, was Pascal Heidel auch mit seiner eigenen Position begründet: „Als Abwehrspieler habe ich nicht so viele Offensivaktionen. Uns fehlt leider so eine richtige klare Nummer neun vorn drin.“ Die mathematische Logik des Fußballs bleibt für ihn dabei simpel: „Um ein Spiel zu gewinnen, braucht man nun mal ein Tor mehr als der Gegner.“ Trotz der 15 Saisonniederlagen sei die Mannschaftsmoral jedoch intakt: „Die Stimmung ist trotzdem gut. Keiner macht weniger. Wir wollen als Team zusammenhalten.“
Führungsrollen und blindes Verständnis
Auf dem Platz herrscht zwischen den Brüdern eine klare Rollenverteilung. Während Pascal Heidel sich als „eher ruhigen Menschen“ beschreibt, der „mit seiner Leistung zu glänzen“ versucht, hat sich sein Bruder gewandelt: „Lucas hingegen ist im Team zu einem echten Leader und Führungsspieler geworden, anders als ich ihn zu Hause erlebt hatte.“ Lucas Heidel wiederum schätzt Pascals Zuverlässigkeit und betont den gegenseitigen Schutz: „Wenn ich eher mal am Einstecken bin, dann ist er jederzeit sofort an meiner Seite. Andersrum bin ich natürlich auch für ihn da.“ Gekracht habe es zwischen ihnen nie, da jeder wisse, „was richtig und falsch ist“.
Zukunftssicherung im Abstiegskampf
Hinsichtlich der kommenden Saison halten sich beide bedeckt, wobei Lucas Heidel eine klare Priorität setzt: „An meiner Zukunftsentscheidung hängt nichts vom Verbleib in der Kreisoberliga ab.“ Der Verein sei für ihn der „erste Ansprechpartner“, doch momentan liege der Fokus allein auf dem Klassenerhalt: „Ich will vorangehen und nicht über mögliche Wechsel reden.“ Sein Bruder Pascal Heidel äußert sich ähnlich zurückhaltend: „Ich möchte zur Zukunft keine Auskunft geben. Wenn ich etwas dazu sagen möchte, dann rede ich mit den richtigen Personen.“