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Havelse krönt sich im eigenen Stadion

3:0 nach Verlängerung gegen Lok Leipzig – TSV Havelse steigt in die 3. Liga auf

von red · 02.06.2025, 16:42 Uhr · 0 Leser
– Foto: Imago Images

Der TSV Havelse ist zurück im Profifußball. Mit einem leidenschaftlichen und reifen Auftritt hat sich der Meister der Regionalliga Nord am Sonntag im Wilhelm-Langrehr-Stadion das Ticket für die 3. Liga gesichert. 3:0 hieß es nach 120 intensiven Minuten im Rückspiel der Aufstiegsrelegation gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig – ein Ergebnis, das den Gesamtsieg mit 4:1 nach Hin- und Rückspiel bedeutete und den Abend in Havelse zu einem historischen machte.

Was sich über die gesamte Saison angedeutet hatte, fand nun seinen emotionalen Höhepunkt: Der TSV Havelse, klug geführt, taktisch stabil und in den entscheidenden Momenten nervenstark, krönte eine herausragende Spielzeit mit dem Aufstieg. Es ist der zweite Sprung in die 3. Liga nach 2021 – damals unter Pandemiebedingungen, diesmal vor 2300 enthusiastischen Fans, die jeden Zweikampf, jeden Laufweg und jedes Tor mittrugen.

Die Partie begann wie das Hinspiel in Leipzig – mit vorsichtiger Annäherung. Beide Teams waren sich der Tragweite der Begegnung bewusst, riskierten wenig, suchten Stabilität. Doch die gefährlicheren Aktionen gehörten den Hausherren. Jaeschkes Kopfball (10.) und Kolgecis Freistoß an den Pfosten (29.) setzten frühe Zeichen. Müller und Aytun hatten ebenfalls die Führung auf dem Fuß, doch ein überragender Naumann im Leipziger Tor hielt seine Mannschaft im Spiel.

Auch in Halbzeit zwei änderte sich wenig an der Statik: Havelse dominierte, Leipzig lauerte. Der TSV blieb geduldig, verteidigte aufmerksam und versuchte bis in die Schlussphase hinein, mit spielerischen Mitteln das entscheidende Tor zu erzwingen. Doch erneut war es Naumann, der Leipzig mit einer spektakulären Parade gegen Rufidis' Schuss in die Verlängerung rettete.

Dort aber brach der Bann – und der TSV Havelse mit Wucht und Überzeugung durch. Kapitän Julius Düker eröffnete in der 95. Minute den Torreigen mit einem präzisen Abschluss, Ilic (109.) und Paldino (118.) sorgten für die Entscheidung. Die Gäste aus Leipzig, am Ende auch personell dezimiert, hatten dem finalen Sturmlauf nichts mehr entgegenzusetzen.

So endet eine Saison, die aus Havelser Sicht kaum eindrucksvoller hätte verlaufen können. Meisterschaft, Relegation, Aufstieg – mit einer Mannschaft, die von Beginn an als Kollektiv überzeugte, durch alle Phasen Stabilität bewies und zum entscheidenden Zeitpunkt ihr bestes Gesicht zeigte. Der TSV kehrt damit nicht nur in die 3. Liga zurück – er tut es mit Stil, Charakter und sportlicher Substanz.

Die kommenden Wochen werden Vorbereitung bedeuten, Planung, Transferarbeit. Doch dieser Abend gehört dem Jetzt. Havelse ist aufgestiegen. Und das völlig verdient.

1. FC Lokomotive Leipzig – TSV Havelse 1:1
1. FC Lokomotive Leipzig: Tobias Dombrowa, Lukas Wilton, Abou Ballo, Laurin von Piechowski, Farid Abderrahmane, Alexander Siebeck, Pasqual Verkamp (88. Zak Paulo Piplica), Min-Gi Kang (77. Ryan Adigo), Noel Eichinger (68. Dorian Cevis), Florian Naumann, Djamal Ziane (77. Luc Elsner) - Trainer: Jochen Seitz
TSV Havelse: Tom Opitz, Dominic Minz, Besfort Kolgeci, Emre Aytun, Julian Rufidis, Florian Riedel, Julius Düker, Noah Plume, Yannik Jaeschke, Marko Ilic, Robin Müller (82. Lorenzo Paldino) - Trainer: Samir Ferchichi
Schiedsrichter: Michael Bacher (Amerang) - Zuschauer: 10080
Tore: 0:1 Marko Ilic (89.), 1:1 Dorian Cevis (90.+1)