2026-04-10T07:15:08.667Z

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„Hatten die größere Durchschlagskraft“: Reichenbach dreht das Spiel

Trotz eines frühen Eigentors und schwieriger Platzverhältnisse beweist der Reichenbacher FC gegen spielstarke Freitaler Steherqualitäten und belohnt sich für eine deutliche Leistungssteigerung in der Schlussphase.

von red · Heute, 14:00 Uhr · 0 Leser
– Foto: Bernd und Ilong Göll + Ol

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Auf tiefem Geläuf und vor 115 Zuschauern suchte der Reichenbacher FC nach der Antwort auf eine beunruhigende sportliche Durststrecke. Am Ende des 21. Spieltags stand ein 4:2-Erfolg gegen die Reserve des SC Freital zu Buche – ein Sieg der Willenskraft, der jedoch erst nach einer emotionalen Berg- und Talfahrt Gestalt annahm.

Der Auftakt in die Partie hätte für die Hausherren kaum unglücklicher verlaufen können. Während der RFC noch sichtlich mit der eigenen Form und dem schweren Boden rang, nutzten die Gäste ihre Agilität. „Freital war der erwartet schwere Gegner. Spielstark, schnell auf den Füßen und immer wieder auf Umschaltmomente lauernd“, analysierte Trainer Carlo Kästner nach dem Abpfiff. Seine Elf hingegen fand nur schleppend in den Rhythmus: „Wir kamen schwer ins Spiel, hatten einen zu behäbigen Spielaufbau. So resultierte auch das 0:1, das zu allem Überfluss noch ein Eigentor war.“ Niklas Rosenmüller war es, der den Ball in der sechsten Spielminute unglücklich ins eigene Netz lenkte.

Bis zur Mitte der ersten Halbzeit blieb der Aufsteiger aus Freital die gefälligere Mannschaft, ohne jedoch den entscheidenden zweiten Treffer nachzulegen. Reichenbach hingegen kämpfte zurück. Eine erste Großchance durch Maurice Lange, die der Freitaler Schlussmann Nico Seppelt glänzend parierte, markierte den Wendepunkt im ersten Durchgang. Nachdem der RFC bei einem Konter der Gäste kurzzeitig das Glück des Tüchtigen benötigte, brachte eine Standardsituation den Ausgleich: Nach einem Foulspiel im Strafraum übernahm ausgerechnet Unglücksrabe Rosenmüller Verantwortung und vollendete in der 42. Minute sicher zum 1:1-Halbzeitstand.

Doch wer geglaubt hatte, der psychologische Vorteil würde nun dauerhaft auf die Seite der Vogtländer wechseln, sah sich kurz nach dem Seitenwechsel getäuscht. Ein ungenaues Rückspiel von Lange geriet zur Vorlage für Wolfgang Pesch, der sich die Chance nicht nehmen ließ und zur erneuten Führung für Freital vollstreckte (52.). In dieser Phase drohte die Partie erneut zugunsten der Gäste zu kippen, die spielerisch reifer agierten.

Was jedoch folgte, war ein Beweis für das intakte Mannschaftsgefüge des RFC. „Vor dem Spiel haben wir uns geschworen, den Bock umzustoßen. So trat die Mannschaft dann auch wieder auf“, so Kästner. Mit zunehmender Spieldauer zahlte sich der Fokus auf die Offensive aus. Niclas Schmelzer egalisierte in der 63. Minute nach Vorarbeit von Paolo Süß zum 2:2. Auf dem immer schwerer bespielbaren Boden entwickelte Reichenbach nun jene Wucht, die dem Trainer in den Vorwochen oft gefehlt hatte. „Es war vielleicht nicht der schönste Fußball, aber auf diesem tiefen Geläuf hatten wir dann doch die größere Durchschlagskraft vorne“, konstatierte Kästner.

In der Schlussviertelstunde wurde diese Durchschlagskraft zur Entscheidung. Paolo Süß, bedient vom eingewechselten Manuel Strobel, drehte die Partie in der 79. Minute endgültig. Den Schlusspunkt setzte Chris Ben Giesel in der fünften Minute der Nachspielzeit zum 4:2-Endstand. Dass am Ende drei der vier eingesetzten Stürmer trafen, erfüllte den Trainer mit besonderer Zufriedenheit: „Das zeichnete im Prinzip auch den Sieg aus. Wie eingangs schon gesagt, weil wir die größere Durchschlagskraft vorne im letzten Drittel hatten gegenüber Freital.“

Durch diesen Erfolg klettert der Reichenbacher FC mit nun 36 Punkten auf den siebten Tabellenplatz und stellt den Anschluss an das obere Tabellendrittel wieder her. Während der SC Freital II trotz ansprechender Spielanlage auf Rang neun verharrt, scheint am Wasserturm die Trendwende eingeleitet – auch wenn der Weg dorthin über 90 Minuten Schwerstarbeit führte.