
Er gehörte für Jahrzehnte zu den bekannten Trainergesichtern in verschiedenen Altersklassen und Mannschaften des Landkreises. Helmut Ossenbrügge sorgte mit seiner direkten und gerne ironischen Art immer wieder für viel Erheiterung. Jetzt tritt er kürzer und hat Zeit, unsere Fragen zu beantworten.
Nach vielen Jahrzehnten als Trainer bist du jetzt im wohlverdienten Ruhestand. Wie kommst du damit klar?
Ich komme mit dem wohlverdienten (Trainer-) Ruhestand sehr gut klar. Ich bin ja dem Fußball im Allgemeinen und der SG Lühe im Besonderen immer noch verbunden, zumal mein Sohn in der 1. Herrenmannschaft von Lühe spielt, da ist Zuschauen Pflicht. Auch interessiert mich der ganze Fußball im Landkreis, da sind mir Tageblatt-Sport und FuPa eine große Hilfe und Pflichtlektüre.
Zurückblickend auf deine lange Laufbahn als Trainer: Was waren deine Highlights und was deine größten Enttäuschungen?
Highlights in meiner Trainerzeit gab es einige. Als Mitglied des NFV-Lehrausschusses betreute ich in den 80er- und 90er-Jahren Jugendkreisauswahlmannschaften des Kreises Stade. Mit Harald Lau als zweitem Trainer erreichten unsere Jahrgänge häufig die Endspiele gegen die anderen Kreise aus dem Bezirk. Zweimal konnten wir dabei Bezirkspokalsieger werden. Da waren tolle Talente in den Jahrgängen.
Des Weiteren hatte ich sieben tolle Jahre beim VfL Güldenstern Stade (zuvor JFV Stade). Mit Stefan Leschinski und Frank Brüning im Trainerteam sind wir fast jedes Jahr aufgestiegen bis in die Niedersachsenliga. Dieses schöne Erlebnis „Niedersachsenliga“ wurde leider durch Corona abgebrochen. Mit dieser Klasse-Mannschaft gewannen wir auch noch einige Hallenkreismeisterschaften.
Die größte Enttäuschung aus sportlicher Sicht erlebte ich leider als Trainer ausgerechnet im ersten Jahr nach meiner Rückkehr zur SG Lühe. In der Vorsaison den Abstieg unter Steffen Wilkens ganz knapp vermieden, habe ich es nicht geschafft, die Mannschaft weiterzuentwickeln und vor dem Abstieg zu retten. Das war nach den vorangegangenen Erfolgen an anderer Stelle eine herbe Enttäuschung für mich. Glücklicherweise haben wir nach personeller Aufrüstung sofort den Wiederaufstieg geschafft und sind Meister der 1. Kreisklasse geworden. So konnte ich mit 77 Jahren und diesem letzten Erfolg beruhigt meinen Ruhestand antreten.
Was würdest du anders machen, wenn du auf deine Karriere als Spieler und Trainer zurückblickst?
Als Spieler war ich immer meinem Heimatverein TuS Grünendeich-Steinkirchen (heute SG Lühe) verbunden. Der Teamgeist konnte seinerzeit nicht besser sein, daher bin ich Anfragen von anderen Vereinen nicht nachgekommen, das würde ich heute auch nicht anders machen.
Als Trainer würde ich zurückblickend einiges anders machen. Vor allem hätte ich damit schon früher beginnen sollen. Ich bin zwar B-Lizenzinhaber, aber bei früherem Beginn wäre auch die A-Lizenz möglich gewesen. Leider war ich schon im höheren Alter und die körperliche Fitness nicht mehr so, um sich diesem Stress noch mal auszusetzen.