
Der F.C. Hansa Rostock hat am heutigen Freitagabend einen immens wichtigen 1:0-Auswärtssieg beim SV Wehen Wiesbaden gefeiert. Durch einen frühen Foulelfmeter von Kenan Fatkic und eine leidenschaftliche Abwehrschlacht in Unterzahl beendete die Kogge die Wiesbadener Heimserie und sprang vorübergehend auf einen direkten Aufstiegsplatz in der 3. Liga.
Mit dem Schlusspfiff war die Erleichterung groß. Hansa beendete Wiesbadens Serie von sieben Heimsiegen in Folge im genau richtigen Moment und baute die eigene Ungeschlagenserie auf fünf Spiele aus. Trainer Daniel Brinkmann resümierte stolz via Magenta Sport: „Das war schon ein geiler Sieg gewesen. Wir spielen in den ersten 20, 25 Minuten ein richtig gutes Auswärtsspiel. Klar war, dass wir jetzt nicht 90 Minuten kontrollieren. Insofern hat es uns die Rote Karte dann natürlich schwer gemacht, aber wir haben es überlebt.“
Durch diesen Kraftakt springt Rostock mit nun 53 Punkten von Rang sieben auf den zweiten Platz, wenngleich Konkurrenten wie der FC Energie Cottbus, Rot-Weiss Essen, der SC Verl und der MSV Duisburg im Laufe des Spieltags noch nachziehen können. Wehen Wiesbaden (Platz acht) dürfte sich mit dieser Niederlage höchstwahrscheinlich aus dem Aufstiegsrennen verabschiedet haben.
Die Partie begann für die Gäste von der Ostsee optimal. Bereits in der dritten Minute spielte Krauß einen überlegten Steilpass auf Holten. Dieser zog in die Mitte und wurde im Sechzehner von Hübner getroffen, folgerichtig gab es Elfmeter. Kenan Fatkic übernahm in der vierten Minute die Verantwortung, verlud Wiesbadens Keeper Brdar und schob den Ball abgeklärt ins linke Eck.
Nach dem anschließenden Jubel vor der Heimkurve sah der Torschütze die Gelbe Karte, doch die Führung gab den Rostockern enorme Sicherheit. In der ersten halben Stunde dominierte Hansa das Geschehen und zeigte ein richtig gutes Auswärtsspiel. Bis zur Pause, in der die knappe Führung mit in die Kabine genommen werden konnte, schnupperte Wiesbaden zwar mehrfach am Ausgleich, doch insgesamt hatte Hansa das Geschehen gut unter Kontrolle.
Nach dem Seitenwechsel überschlugen sich in der 65. Minute die Ereignisse. Florian Carstens legte sich den Ball zu weit vor und räumte Hübner per Grätsche ab. Obwohl der Rostocker im Zweikampf das Bein noch einzog, den Gegner nicht mit offener Sohle traf und sogar den Ball spielte, zückte der Schiedsrichter glatt Rot. Eine äußerst harte Entscheidung, die Hansa für über 25 Minuten in Unterzahl zwang.
Hansa-Trainer Brinkmann fand via Magenta Sport deutliche Worte zu der Szene: „Er zieht total zurück. Er hat keine offene Sohle, er spielt den Ball sogar noch. Das ist niemals eine Rote Karte.“
Dennoch stemmte sich die Mannschaft fortan mit allem, was sie hatte, gegen die anrennenden Hessen.
Die Gastgeber drängten nun vehement auf den Ausgleich. Nur drei Minuten nach dem Platzverweis visierte Fechner aus 20 Metern den rechten oberen Winkel an, doch der Ball klatschte zum Glück für Hansa nur an den Querbalken.
Wiesbaden schlug in der Schlussphase einen hohen Ball nach dem anderen in den Strafraum. In der 79. Minute fand May mit einer Flanke aus dem Halbfeld den eingewechselten Lukas Schleimer, der die Kugel aus guter Position per Flugkopfball am Kasten vorbeisetzte. Hansa warf sich derweil aufopferungsvoll in jeden Ball und ließ kaum Lücken zu.
Wiesbadens Trainer Cerny ärgerte sich via Magenta Sport über die mangelnde Ausbeute seiner Mannschaft: „Wenn du dir in 25 Minuten Überzahl drei glasklare Möglichkeiten herausspielst oder ein bisschen Glück hast, dann musst du hier in Überzahl dieses eine Tor machen. Da muss einfach ein Tor fallen.“
In der ersten Minute der Nachspielzeit stockte allen Rostockern noch einmal der Atem. Ein Schuss von Gözüsirin wurde geblockt und landete direkt vor den Füßen von Lukas Schleimer. Der Wiesbadener Joker stand blank vor dem Tor, schob den Ball aus sieben Metern jedoch knapp rechts neben den verwaisten Kasten.
Trainer Cerny zeigte sich bei Magenta Sport fassungslos über diesen Fehlschuss: „Das ist natürlich eine Tausendprozentige, ich meine, da kann er sich die Ecke aussuchen. Bei allem Respekt erwarte ich schon, dass sie auch das Tor treffen. Da steht es 1:1, wer weiß, was dann passiert. So ist es natürlich sehr bitter.“
Kurz darauf war Schluss und die Kogge hatte es überstanden.
Nach diesem emotionalen Liga-Erfolg steht für die Rostocker zunächst eine Pflichtaufgabe im Pokal an. Am Samstag, 28. März 2026, trifft das Team um 13 Uhr im Viertelfinale des Landespokals Mecklenburg-Vorpommern auswärts auf den Landesligisten 1. FC Neubrandenburg 04.
In der Liga geht es anschließend am Samstag, 4. April 2026, um 14 Uhr mit einem Heimspiel gegen Viktoria Köln weiter, bei dem der nächste Schritt in Richtung Aufstieg gemacht werden soll.