Schon beim Aufwärmen lag eine gewisse Spannung über dem Böllenfalltor, doch auf dem Platz übernahm Hannover 96 früh die Kontrolle. Christian Titz veränderte seine Startelf im Vergleich zum Remis gegen die SV Elversberg und setzte unter anderem auf Ime Okon und Elias Saad – eine Entscheidung, die sich schnell bemerkbar machte. Vor allem über die linke Seite entwickelten die Niedersachsen früh Tempo und Zielstrebigkeit. Eine erste Duftmarke setzte Benedikt Pichler, der nach Flanke von Saad noch vergab, wenige Minuten später aber entscheidend beteiligt war: Im Fallen legte er für Maurice Neubauer auf, der aus der Distanz flach ins rechte Eck traf (14.).
Die Führung verlieh dem Spiel der Gäste zusätzliche Sicherheit. Hannover blieb das aktivere Team, während Darmstadt zwar mehr Ballbesitzphasen hatte, aber kaum klare Abschlüsse produzierte. Stattdessen bot sich den Niedersachsen mehrfach die Chance zum Nachlegen. Benjamin Källman, früh für den verletzten Pichler gekommen, scheiterte gleich zweimal am stark reagierenden Marcel Schuhen, der seine Mannschaft im Spiel hielt. Auf der Gegenseite sorgte einzig Fynn Lakenmacher mit einem Schuss ans Außennetz für so etwas wie Torgefahr.
Kaltschnäuzigkeit nach der Pause
Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel intensiv – und wieder war Hannover 96 zur Stelle, als sich die Gelegenheit bot. Ein schnell ausgeführter Freistoß von Stefan Thordarson leitete den zweiten Treffer ein: Waniss Taibi erkannte die Situation, brachte den Ball mit dem Außenrist gefühlvoll in den Strafraum zurück, wo Thordarson zunächst per Kopf an Schuhen scheiterte, den Abpraller aber selbst verwertete (56.). Ein Treffer, der sinnbildlich für die Wachsamkeit und Entschlossenheit der Gäste stand.
In der Folge entwickelte sich eine offene Partie. Darmstadt erhöhte den Druck, kam aber gegen eine leidenschaftlich verteidigende 96-Elf kaum zu klaren Abschlüssen. Die besten Möglichkeiten vergaben Fraser Hornby, der zunächst über den Ball trat und später die Latte traf, sowie erneut Lakenmacher, dessen Kopfball nicht präzise genug geriet. Auf der anderen Seite hätte Hannover frühzeitig alles klar machen können, doch Hayate Matsuda setzte seinen Abschluss knapp neben den Pfosten.
So blieb es bis in die Nachspielzeit spannend, ehe Hannover 96 die Angriffe der Gastgeber konsequent wegverteidigte und schließlich den ersten Auswärtssieg eines Teams am Böllenfalltor in dieser Saison perfekt machte. Es war ein Auftritt, der von mannschaftlicher Geschlossenheit, Effizienz in den entscheidenden Momenten und großer Disziplin gegen den Ball geprägt war – und der im Aufstiegsrennen ein klares Signal sendet.
STATISTIK
Hannover 96: Noll - Allgeier, Nawrocki (55. Ghita), Okon- Aseko, Neubauer - Leopold - Thordarson (73. Matsuda) - Taibi, Saad (72. Chakroun) - Pichler (20. Källman)
SV Darmstadt 98: Schuhen - Lopez (84. Furukawa), P. Pfeiffer, Maglica, Nürnberger (84. Vukotic) - N. Schmidt (76. Bader), Akiyama, Papela (63. Richter), Corredor (84. Bialek) - Lakenmacher, Hornby
Tore: 0:1 Neubauer (14.), 0:2 Thordarson (56.)
Gelbe Karten: Kohfeldt (Trainer, 57.), / Titz (Trainer, 38.) Okon (62.)
Schiedsrichter: Florian Badstübner
Zuschauende: 17.000