
Das ist ein dickes Ding. Der TSV Dietfurt aus der Kreisliga 2 Regensburg verliert mindestens sechs Punkte. Am Donnerstagabend flatterte dem Verein aus dem Altmühltal ein Urteil des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV) wegen eines unzulässigen Spielereinsatzes ins Haus. Dieses Urteil beinhaltet neben vier Spielwertungen gegen den TSV einen zusätzlichen Punktabzug, eine mehrwöchige Sperre des Spielers sowie eine empfindliche Geldstrafe. Sportlich bedeutet das für den bisherigen Tabellenzweiten einen herben Rückschlag im Aufstiegsrennen.
„Es ist alles richtig blöd gelaufen“, sagt TSV-Abteilungsleiter Anton Bachhuber am Samstag im Gespräch mit FuPa. Bachhuber spricht von einer „Kette von Missverständnissen“. Der Bayerische Fußball-Verband sei „nicht ganz schuldlos“. Was ist vorgefallen?
Alles dreht sich um den Spieler Felix Stark. Der 23-Jährige war diesen Sommer vom oberfränkischen Bezirksligisten Sportring Bayreuth zum TSV Dietfurt gewechselt. Er schlug sofort voll ein, steuerte in 13 Spielen 24 Scorer bei (13 Tore und 11 Asissts). Allerdings war Stark an den ersten Spieltagen überhaupt nicht spielberechtigt.
Grund dafür: Der abgebende Verein hatte eine Ablöse für den Spieler verlangt, die TSV-Verantwortlichen waren jedoch davon ausgegangen, dass keine Ablöse fällig ist. Dadurch wurde der Spieler bis Ende September gesperrt. Im Online-System „Spielplus“ des Verbandes war Stark allerdings – fälschlicherweise – zunächst bereits als spielberechtigt markiert. Daher setzten die Dietfurter ihren Neuzugang auch ab dem ersten Spieltag ein. Auf Nachfrage des TSV räumte der Verband einen technischen Mängel ein. Das System habe nicht spielberechtigte Spieler im Juli freigegeben. Als gesperrt hinterlegt seien sie aber erst ab dem 1. August.
„Fast alle Fußballkreise fangen erst im August an. Wir hatten im Juli sogar einen Doppel-Spieltag“, stöhnt Bachhuber. Beim ersten August-Spiel gegen den FSV Steinsberg fiel den Dietfurtern der Fauxpas schließlich auf, da Felix Stark nun plötzlich als gesperrt hinterlegt war. Weil man beim Verband anklopfte, fiel nun auch diesem der Fehler auf. Die Ablöse wurde zwar sofort bezahlt und Stark war ab dann auch offiziell spielberechtigt. Trotzdem sind die Punkte futsch. „Die ersten vier Spiele gehen uns definitiv verloren“, so Bachhuber.
Damit verliert der bisherige Tabellenzweite der Kreisliga 2 sechs Punkte aus den Partien gegen Hohenschambach (3:3), Riedenburg (1:1), Sinzing (6:0) und Steinsberg (2:2). Alle Spiele werden mit 2:0 für den Gegner gewertet. Dazu sieht das Urteil einen zusätzlichen Punktabzug vor. Dem Spieler Felix Stark wurde eine mehrwöchige Sperre auferlegt. Überdies muss der TSV eine happige Geldstrafe zahlen. Das Urteil des Sportgerichts ist aber noch nicht rechtskräftig; der Verein hat die übliche siebentägige Einspruchsfrist.
„Gegen die zusätzlichen Strafpunkte sowie gegen die Sperre des Spielers legen wir Berufung ein“, informiert Bachhuber. „Damit dürfte Riedenburg Meister sein“, gratuliert der Dietfurter Abteilungsleiter. Der Rückstand auf den unangefochtenen Tabellenführer TV Riedenburg beträgt nun statt fünf Punkten derer 13 – beziehungsweise je nach Anzahl der zusätzlichen Strafpunkte noch mehr. Freuen darf sich vor allem der SC Sinzing, der gleich drei Punkte gutgeschrieben bekommt. Die SG Hohenschambach, der FSV Steinsberg und die Riedenburger erhalten zwei Punkte dazu.
Spielleiter Mike Koriath wird die Tabelle jedoch erst dann berichtigen, wenn das Urteil unumstößlich ist. „Es gibt ja die siebentägige Einspruchsfrist. Erst wenn diese abgelaufen ist und der Verein keinen Einspruch eingelegt hat, werde ich die Änderungen vornehmen“, erklärt er. Ein zusätzlicher Punktabzug sei in solchen Fällen „durchaus möglich und auch rechtens“.