– Foto: FuPa

"War die schlimmste Zeit meines Lebens"

Selim Gündüz blickt auf seine Zeit in Uerdingen zurück

So langsam kommt er wieder in Tritt. Nach schwierigen, von Verletzungen geprägten Zeiten in Bochum und Darmstadt und der Ausbootung beim KFC Uerdingen stand Fußball-Profi Selim Gündüz aus Deuz am Dienstag erstmals in der Startelf des Drittligisten Hallescher FC. Zwar wurde der mit Gelb verwarnte 26-Jährige von seinem Brachbacher Trainer Florian

Schnorrenberg zur Pause ausgewechselt, doch die persönliche Genugtuung über den 1:0-Erfolg bei seinem Ex-Arbeitgeber Uerdingen dürfte davon nicht beeinträchtigt worden sein.
Beim KFC war der Deutsch-Türke in der vergangenen Saison nach der Entlassung von Trainer Heiko Vogel auf das Abstellgleis geraten und ab Anfang Oktober nicht mehr zum Einsatz gekommen. Nach dieser schwierigen Zeit rechnete Gündüz jetzt schonungslos mit seinem ehemaligen Klub ab. „Es war einfach kein respektvoller Umgang. Das war die schlimmste Zeit meines Lebens. Mental und psychisch. Ich habe nirgendwo zuvor so eine fehlende Menschlichkeit erlebt wie beim KFC Uerdingen. Ich bin mir sicher, dass es das kein zweites Mal in Fußball-Deutschland gibt“, sagte Gündüz in einem Interview und ergänzte drastisch, dass dort mit Spielern umgegangen werde, „wie mit einem Stück Scheiße“.

Wie einige andere aktuelle und ehemalige Spieler des KFC wartet Gündüz noch immer auf ausstehende Gehaltszahlungen, gewann vor dem Krefelder Arbeitsgericht bereits einen Rechtsstreit mit dem Verein. Anderen Profi-Fußballern empfiehlt er deshalb: „Ich würde niemandem raten, zum KFC Uerdingen zu wechseln – für kein Geld der Welt. Am Ende muss man um dieses Geld sowieso sehr oft kämpfen.“
Aufrufe: 027.11.2020, 15:15 Uhr
Pascal MlyniecAutor

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