Brachstedt verteidigte seinen Titel. Fotos: Rinke
Brachstedt verteidigte seinen Titel. Fotos: Rinke

Brachstedt verteidigt seinen Titel

Leuna muss sich im Neunmeterschießen geschlagen geben +++ Braunsbedra enttäuscht

Blau-Weiß Brachstedt hat seinen Titel bei den Hallen-Kreismeisterschaften des KFV Saalekreises verteidigt. Und die Art, wie das der Landesligist geschafft hat, steckt so gut wie im Vereinsnamen: Brachstedt weiß, dass sie diesmal mit einem blauen Auge davongekommen sind. Denn geglänzt hat der Favorit nicht. Aber noch glanzloser präsentierte sich der zweite Landesligist: Der SV Braunsbedra schied nach der Vorrunde hinter zwei Kreisligisten aus. Blau-Weiß Günthersdorf und Germania Kötzschau waren die großen Überraschungen des Turniers.

Acht Mannschaften spielten in der Merseburger Rischmühlenhalle um den Titel des Hallen-Kreismeisters. Als Favoriten gingen Titelverteidiger Blau-Weiß Brachstedt und der SV Braunsbedra ins Rennen, doch die anderen sechs Teams wollten die etablierten Teams ärgern - und hätten das auch beinahe geschafft. "Wir wissen, dass das heute sicher nicht unser bestes Turnier war", sagte Brachstedts Dominik Witt nach der Siegerehrung. Sie stolperten, aber sie fielen nicht. Dabei bot das Turnier trotz des verteidigten Titels von Brachstedt durchaus einige Geschichten, die die Veranstaltung interessant machten.

Die Zettel-Masche

Spätestens seit Jens Lehmanns Elfmeter-Zettel 2006 im Duell gegen Argentinien wird gerne einmal herumgealbert bei den Torhütern. So hatte auch Brachstedts Keeper Ron Völkel, in der Freiluftsaison Mittelfeldspieler beim Landesligisten, beim finalen Neunmeterschießen gegen den TSV Leuna einen kleinen Spickzettel im Stutzen, ein bekritzeltes Ansetzungsheft. Er hatte den Vorteil, Leuna bereits im Halbfinale vom Punkt beobachten zu können. Kevin Degner und Toni Feist konnten ihn noch überwinden, aber Nino Hammerschmidt scheiterte mit seinem halbhoch auf rechts geschossenen Versuch. Völkel leistete sich im Turnier weder Fehler, noch zeigte er Glanzparaden - aber beim finalen Schuss war er zur Stelle. Zettel sei Dank!

Der unglückliche Torschützenkönig

Auf dem Weg ins Endspiel traf Nino Hammerschmidt beinahe nach Belieben. Fünf Treffer hatte der TSV-Stürmer vor dem Endspiel auf seinem Konto. Im zweiten Gruppenspiel entschied sein Tor das Duell gegen Brachstedt, vier weitere folgten. Im Endspiel setzte Brachstedt alles daran, den Leunaer Torjäger aus dem Spiel zu nehmen. "Das haben wir im Gruppenspiel verpennt", so Brachstedts Witt. Und ausgerechnet beim entscheidenden Schuss, seinem Neunmeter im Endspiel, verließ ihn das Glück. Als er anschließend auf der Siegerehrung den Titel des Torschützenkönigs entgegen nahm, konnte er nur höflich lächeln - doch diese Trophäe - diese fünf Treffer - hätte er sicher liebend gerne eingetauscht gegen den Finalsieg. "Das ist natürlich enorm bitter", sagte Hammerschmidt nach der Siegerehrung, "aber mit dem Erreichen des Endspiels haben wir glaube ich ein gutes Ergebnis erzielt. Aber dann will man natürlich auch gewinnen."

Kötzschaus Torwart-Titan

Lange Zeit sah es danach aus, als sei Germania Kötzschaus Marcel Baumbach an diesem Samstag nicht zu überwinden. Zwölf Minuten lang bissen sich die Angreifer des SV Merseburg 99 II im ersten Gruppenspiel die Zähne am Schlussmann des Kreisligisten aus. Aus zum Teil absurd klaren Chancen für den Hausherren wurde nichts, weil sich Baumbach in alles warf, was auf sein Tor kam. Im zweiten Spiel gegen Blau-Weiß Günthersdorf entschärfte er beim Stand von 1:0 für sein Team einen Neunmeter von Marcel Hensel - spätestens da wirkte der Kötzschauer Schlussmann unüberwindbar. Am Ende wurde es ein 1:1 und auch gegen den scheinbar übermächtigen SV Braunsbedra stand ein 1:1 auf der Anzeigetafel. Im Halbfinale überwand Brachstedts David Reza den Schlussmann einmal - diesmal gelang Kötzschau kein Tor und die Sensation blieb aus. Bei der Wahl zum Torwart des Turniers verkündete der Hallensprecher keine Überraschung, als er den Namen Marcel Baumbach ins Mikrofon rief.

Das Turnier der Außenseiter

Germania Kötzschau hätte also neben dem Landesligisten SV Braunsbedra beinahe auch Brachstedt aus dem Turnier geschmissen. Kötzschau überraschte dabei genauso wie Blau-Weiß Günthersdorf. Die beiden Kreisligisten ließen in ihrer Gruppe B neben Braunsbedra auch den Kreisoberligist SV Merseburg 99 II hinter sich und bestätigten damit ihre soliden Auftritte in der Vor- und Zwischenrunde. In Gruppe A gab es keine Überraschungen, mit Brachstedt und Leuna setzten sich vor Mücheln und Bad Dürrenberg die Favoriten durch. Die hatten es im Halbfinale schwer genug - Kötzschau verlor 0:1 und Günthersdorf mit 3:4 nach Neunmeterschießen gegen Leuna. Es hat nicht viel gefehlt, und das diesjährige Endspiel um die Hallenkreismeisterschaft wäre das Duell zweier Kreisligisten geworden.

Aufrufe: 2.2.2013, 10:07 Uhr
Thomas RinkeAutor

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