
Bezirksligist Türkgücü Velbert krönte sich nach einem fabulösen Lauf ohne Niederlage zum hochverdienten Sieger der Hallenstadtmeisterschaft Velbert. Stella Azzurra Velbert wiederholte den Vizetitel aus der Vorsaison und kann sich zudem als gelungener Gastgeber auf die Schulter klopfen.
1. Halbfinale: Stella Azzurra Velbert - Sportfreunde Siepen
Stella mit einem Blitzstart durch Berkan Kale (1.). Ohne echten Spielfluss fiel es Siepen daraufhin schwer, zurück ins Spiel zu kommen. Zwar konnte man auf den nächsten Stella-Treffer schnell in Person von Deniz Elmazi (11.) antworten, doch echte Aufbruchsstimmung kam nur selten auf. Siepen traute sich lange Zeit nicht wirklich ins Risiko. Stellas Keeper konnte den Ball immer wieder am Fuß halten, ohne dass die gegnerischen Angreifer sich trauten ihn anzulaufen - klassische Belagerung, wobei Stella natürlich die Zeit auf der Seite hatte. Mit dem 2:3 wurde es dann nochmal hektisch, doch der Gastgeber rettete den knappen Vorsprung über die Zeit.
2. Halbfinale: Türkgücü Velbert - SV Union Velbert
Türkgücü mit Frühstart durch Oguzhan Coruk (2.) – sein neunter Turniertreffer– doch Union fand mit ein bisschen Anlauf die passende Antwort. Mit dem 1:1-Halbzeitstand wurde es zunächst eine Zitterpartie, Union hatte durch Ali Abdelwahid gar die Riesenchance zur Führung, doch der Angreifer zielte aus vielversprechender Position knapp vorbei. In einem grundsätzlich ausgeglichenen Spiel brachte Türkgücü seine individuelle Qualität auf die Siegerstraße.
Sowohl der Treffer von Kerim Sali (18.) als auch jener von Bujar Tahiraj (21.) waren auf sehenswerte Einzelaktionen zurückzuführen. Daraufhin wird es hektisch. Union Velbert kam bis auf ein Tor heran und hoffte auf den Lucky Punch. Die Halle brachte auch die passende Stimmung, beide Seiten hatten jeweils reichlich Unterstützer auf ihren Seiten. Das 4:2 kurz vor Schluss durch den zehnten Treffer von Coruk (30.) machte den Deckel drauf.
Spiel um Platz sieben: Langenberger SV - FC Iraklis Neviges
Das Publikum schien der Partie nicht sonderlich entgegen zu fiebern, die Spieler ebenso wenig. Der LSV blieb nach Ballverlusten sogar oftmals einfach vorne stehen. Iraklis hatte schlichtweg, anders als der Kontrahent, noch ein wenig Torhunger.
Immerhin sorgte der SV mit einem sehenswerten Hackentreffer von Luis Maxim Severino (27.) zum zwischenzeitlichen 2:3 für eines der schönsten Tore des Turniers. Sonderliche sportliche Relevanz hatte dies jedoch nicht, die luftige Defensive der Langenberger ermöglichte Iraklis noch zwei Treffer zum 5:2-Endstand
Spiel um Platz fünf: TVD Velbert - FC Langenberg
TVD wollte sich den frühen Rückstand durch Can Karabulut (2.) nicht gefallen lassen und dreht die Partie auch mit angezogener Handbremse. Zwischendurch wurde es auch ein paar mal hitziger. Die Spieler des Oberligisten monierten wiederholt gefährliches Einsteigen des Gegners. Nach einem zweiten solchen Vergehen wurde der Keeper des FCL gar mit einer Zwei-Minuten-Strafe versehen.
Die qualitativen Unterschiede waren insgesamt zu groß, um noch einmal Spannung aufkommen zu lassen, Velbert schraubte das Ergebnis erbarmungslos in die Höhe. Mindestens zwei der vier Gegentreffer legte sich der TVD durch eigene Schludrigkeiten sogar fast selbst rein, der Gewinner der Partie stand dabei aber nie in Frage. Selbst TVD-Trainer Hakan Yalcinkala gab sich die Ehre und markierte mit einem wuchtigen Treffer in den Winkel das zwischenzeitliche 7:4, woraufhin der TVD noch einmal nachlegte und damit für das torreichste Spiel des Turniers sorgte.
Spiel um Platz drei: Sportfreunde Siepen - SV Union Velbert
Die Halle füllte sich vor Spielbeginn wieder merklich. Nach kurzer Abtastphase zeigte sich Union eiskalt vorm Tor, Siepen ließ wiederum die Intensität aus der Zwischenrunde vermissen, auch beim zuvor lautstarken Anhang war nun scheinbar die Luft raus. Union musste nicht viel tun, um die Führung zu verwalten und den Gegner auch ergebnistechnisch auf Distanz zu halten. Offensive Vorstöße der Siepener waren zumeist nicht zielstrebig genug, zu oft blieb man an einem gegnerischen Bein hängen oder zielte bei Fernschüssen weit vorbei. Der 7:2-Sieg war in der Höhe wohl nicht unbedingt spielgerecht, den Bronzerang hat sich der SV Union jedoch redlich verdient.
Finale: Stella Azzurra Velbert - Türkgücü Velbert
In einem nervösen Auftakt beider Seiten waren Großchancen zunächst Mangelware. Großes Risiko wurde zunächst vermieden, kein Team wollte den ersten großen Fehler begehen. So klingelte es beinahe mit der ersten echten Torgelegenheit. Einmal mehr war auf Oguzhan Coruk Verlass, der nach einem schnellen Haken sich genügend Raum von der rechten Seiten verschaffte, um das Leder wuchtig in den Maschen zu versenken (5.). Es war ein leidenschaftlich geführtes Finale, doch lange Zeit nicht gesegnet mit großartigen Torraumszenen. So legte Türkgücü beinahe aus dem Nichts noch einmal nach. Nach einer schnell ausgeführten Ecke stand Kerim Sali goldrichtig und bugsierte den Ball mit aller Mühe über die Linie (13.). Grundsätzlich ließ Stella nicht allzu viel zu, konnte jedoch nur selten eigene Offensivakzente setzen. Der Distanztreffer von Marco Sparacio (16.) durfte den A-Ligisten zumindest noch einmal träumen lassen.

Nach dem Seitenwechsel schlug Türkgücü jedoch wieder in Person von Coruk eiskalt zu (21.), die Halle bebte. Und als der Bezirksligist nach einer schönen Kombination noch einmal nachlegte (24.), glaubte wohl niemand mehr an ein Comeback des Veranstalters. Das über die vier Tage sonst beispielhafte Publikum bekleckerte sich daraufhin nicht mit Ruhm, als augenscheinliche Stella-Anhänger die Halle einige Minute vor Abpfiff schon in Scharen verließen. Einige Zuseher hielten es schlichtweg nicht für notwendig, Türkgücü den verdienten Respekt zu zollen. Nach einem eindrucksvollen Turnier mit acht Siegen aus neun Spielen brachen dann nach Abpfiff alle Dämme bei Türkgücü. Es ist ein Achtungserfolg für einen Klub, der nach langem Warten erst vor kurzem wieder den Sprung in die Bezirksliga perfekt machte und sich langfristig als die Nummer drei in der Region etablieren könnte. Insgesamt war es ein Turnier, dass für die Stadt Velbert sicherlich mit den falschen Schlagzeilen angestoßen wurde, mit Türkgücü aber einen sportlichen Muntermacher und Lichtblick gefunden hat.
