Viktoria Goch ist Hallenstadtmeister.
Viktoria Goch ist Hallenstadtmeister. – Foto: Sebastian Harbke

Halle Goch: Viktoria Goch I verteidigt den Titel

Der Bezirksligist gewinnt bei der Hallen-Stadtmeisterschaft in Goch das Endspiel gegen Alemannia Pfalzdorf I mit 3:2. Die beiden Favoriten haben in der Vorrunde noch Probleme. Die SG Kessel/Ho-Ha belegt den dritten Platz.

Schwarz, Rot, Blau, Weiß, Grün – in Sachen Spielbekleidung ging es bei den 33. Gocher Hallen-Stadtmeisterschaften im Fußball relativ übersichtlich zu. Schließlich traten drei der insgesamt vier beteiligten Vereine mit jeweils zwei Mannschaften an. Das tat der gelebten Rivalität auf dem Spielfeld jedoch keinen Abbruch. Der Sieger ist ein alter Bekannter: Wie im Jahr 2020, als die Titelkämpfe das letzte Mal vor der Corona-Pandemie ausgetragen wurden, krönte sich Bezirksligist Viktoria Goch I, der auch Gastgeber beim Turnier in der Sporthalle der Gesamtschule war, zum Stadtmeister. Die ambitionierte Auswahl von Trainer Daniel Beine siegte abermals im Finale gegen Ligakonkurrent Alemannia Pfalzdorf I – Endstand 3:2.

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Bereits im Vorfeld der Veranstaltung wurden die beiden Bezirksligisten als klare Favoriten gehandelt. Wer also erst zum Finale in die Turnhalle der Gesamtschule Goch eintraf, durfte sich über die Paarung kaum gewundert haben. Dass es jedoch zur Neuauflage des Endspiels von 2020 kam – damals hatte die Viktoria mit 7:5 im Neunmeterschießen triumphiert –, war lange Zeit nicht absehbar. 120 Sekunden vor Ende des letzten Gruppenspiels stand der Titelverteidiger nämlich kurz vor dem Aus.

Spannung schon in Vorrunde

Wider Erwarten war die Gruppenphase für die einzigen beiden Bezirksligisten im Teilnehmerfeld keine glatte Angelegenheit. In der Gruppe eins, in der wegen der Absage des SV Asperden nur drei Teams standen, lieferte gleich das erste Spiel die wohl größte Überraschung des Nachmittags, als die zweite Mannschaft der Alemannia den Titelverteidiger Viktoria I mit 3:2 niederrang. Der mutig agierende B-Ligist stellte den zwei Klassen höher spielenden Kontrahenten vor enorme Probleme. In der Defensive erwies sich Keeper Cedric Kamps als starker Rückhalt, vorne sorgte ein Slapstick-Treffer von Leon Röös spät für die Entscheidung zugunsten des Außenseiters.

Durch einen Last-Minute-Ausgleich im zweiten Spiel gegen Concordia Goch I machte Alemannia Pfalzdorf II den Gruppensieg perfekt. Viktoria I hatte im entscheidenden Spiel gegen Concordia I dann erhebliche Mühe. Zweimal ging der Bezirksligist in Führung, zweimal gelang dem B-Ligisten mit einem Geniestreich der Ausgleich. Erst in den letzten zwei Minuten der Partie rettete sich der Favorit mit zwei weiteren Toren ins Halbfinale. „Das ist halt Hallenfußball“, sagte Daniel Beine, Coach des Titelverteidigers, der nun wieder auf Kurs war.

In der Gruppe zwei setzte sich A-Ligist SG Kessel-Ho/Ha im Duell mit Alemannia Pfalzdorf I mit 2:1 durch und sicherte sich so Platz eins. Bezirksligist Alemannia I genügten zwei Siege für den Einzug ins Halbfinale, wo das vereinsinterne Duell mit der zweiten Mannschaft wartete. Hier behielt das erste Team von Trainer Stephan Gregor, der selbst noch einmal mitgespielt hatte, standesgemäß mit 4:1 die Oberhand. Viktoria Goch I gewann das zweite Halbfinale ohne große Mühe mit 4:0 gegen die SG Kessel/Ho-Ha.

Herzschlagfinale im Endspiel

Das Endspiel hatte dann alles zu bieten, was das Fußballherz begehrt. Der Pfalzdorfer Lennart Helm eröffnete das Favoritenduell mit einem Traumtor. Nach einer Zeitstrafe gegen Levon Kürkciyan war die Alemannia in Überzahl, verpasste es jedoch in dieser Phase, den Vorsprung auszubauen. In den letzten drei Minuten der Partie ging es Schlag auf Schlag. Luca Palla traf zum Ausgleich für den Titelverteidiger, Helm brachte die Alemannia erneut in Führung. Dann schlug die große Stunde von Kürkciyan: Der ehemalige Oberliga-Spieler markierte zunächst das 2:2, um schließlich in der letzten Minute einen unwiderstehlichen Sololauf mit dem Siegtreffer zu krönen.

„Wenn man gewinnt, macht’s natürlich immer Spaß. Für den Teamgeist war das heute eine tolle Sache“, sagte Viktoria-Trainer Daniel Beine. Im Lager der Alemannia kehrte trotz der Niederlage im Finale schnell wieder gute Laune ein. „In Summe können wir mit dem zweiten Platz gut leben – gerade, wenn ich sehe, dass sich auch unsere zweite Mannschaft so gut verkauft hat“, sagte der Pfalzdorfer Teammanager Gilbert Wehmen.

Alemannia Pfalzdorf II musste sich im kleinen Finale, das direkt durch ein Neunmeterschießen entschieden wurde, der SG Kessel/Ho-Ha mit 2:4 geschlagen geben. Trainer Raphael Erps war trotzdem sichtlich angetan vom Auftritt seiner Mannschaft. „Wir haben uns richtig gut verkauft. Die Jungs sind stolz darauf, als einziges Team an diesem Tag den Stadtmeister geschlagen zu haben“, sagte Erps.

Aufrufe: 015.1.2023, 22:30 Uhr
RP / Nils HendricksAutor