Bleibt in Zehdenick am Ball: Stefan Elor wechselt doch nicht nach Häsen. Foto: Harzmann
Bleibt in Zehdenick am Ball: Stefan Elor wechselt doch nicht nach Häsen. Foto: Harzmann

Überraschungs-Comeback in Zehdenick

Der verlorene Sohn kehrt zurück: Stefan Elor wird doch noch ein Jahr beim SVZ spielen - und nicht Häsen trainieren. Wir haben ihn interviewt.

Der SV Zehdenick hat seine Kaderplanungen so gut wie abgeschlossen. Und das mit einem Transfer, der eigentlich keiner ist: Stefan Elor wird in der kommenden Saison doch nicht den Häsener SV trainieren, sondern nochmal ein Jahr in der Landesliga mitmischen. Wir haben uns mit dem Alt-Neuling unterhalten.

Stefan, bis vor kurzem hatten Dich alle noch als künftigen Trainer des Häsener SV auf der Rechnung. Dort wirst Du den Dienst nicht antreten. Warum?

„Das hat vor allem berufliche Gründe. Ich bin selbstständig und habe kurzfristig ein sehr lukratives Angebot bekommen, das ich nicht ausschlagen konnte. Ich hatte mich schon im Januar darauf beworben und nun erst die Zusage bekommen. Das ist mit einer Trainertätigkeit nicht in Einklang zu bringen. Coach sein, heißt ja nicht nur auf dem Platz zu stehen und ein paar Hütchen aufzustellen. Da muss man viel Zeit investieren, gerade wenn die Mannschaft und der Coach neu sind. Hinzu kommt, dass ich auch noch Vater geworden bin.“

Aber die Verträge waren doch schon unterschrieben?

„Nein, wir hatten das per Handschlag besiegelt, aber Anfang der Woche habe ich dem HSV meine Entscheidung mitgeteilt und die Hintergründe erklärt. Natürlich war man in Häsen verärgert, aber sie haben es dann auch verstanden, denke ich.“

Und nun das Comeback für den SV Zehdenick. Widerspricht sich das nicht?

„Comeback hört sich gut an. Aber es ist für mich erst einmal wichtig, fit zu werden. Am Sonnabend fange ich eine Reha an. Und so wie sich die Zeit ergibt, kann ich dann auch trainieren. Aber Fußball kommt eben erst nach Familie und Arbeit.“

Wie lange wirst Du brauchen, bis Du wieder fit bist? Die Latte der Verletzungen aus dem Derby gegen Falkenthal ist schließlich beachtlich: Kreuzbandanriss, sämtliche Kniebänder überdehnt und ein gesplitterter Knochen.

„Ich hoffe, dass ich in maximal zwei Monaten wieder fit bin. Allerdings habe ich jetzt fünf Monate nicht trainiert und bin auch nicht mehr der Jüngste.“

..und Du dürftest auf der 6er-Position auch den ein oder anderen Konkurrenten im neuen Zehdenicker Kader bekommen.

„Das kann ich gar nicht sagen. Die Karten werden neu gemischt, ich wäre aber auch damit einverstanden, Ergänzungsspieler zu sein und auch mal nur 30 Minuten aufzulaufen. Wenn Bessere vor mir sind, dann ist es halt so.“

Manager Ronny Erdmann ist für seine rhetorischen Fähigkeiten bekannt. Wie hat er Dich rumgekriegt, doch in Zehdenick zu bleiben.

„In einem langen Gespräch. Aber es sind auch die Neuzugänge. Ich habe zum Beispiel mit Christian Voß zusammengespielt und sehe mit dem Team die Möglichkeit, weiter oben zu spielen. Und: Selbst wenn ich Trainer in Häsen geworden wäre, hätte ich meine Vereinsmitgliedschaft in Zehdenick nicht gekündigt. Ich bin hier aufgewachsen, es ist mein Heimatverein und das wird mir nie einer nehmen können.“

Bei dem Stichwort „weiter oben spielen“ klingeln natürlich die Glöckchen. Was wird euer Ziel sein?

„Am Ende der Saison unter den ersten zehn Mannschaften der Landesliga zu stehen. Mit der Truppe ist das machbar. Ich bin mir sicher, um den Abstieg spielen wir nicht.“

Bevor es in die Saison geht, hatte und hat der SV Zehdenick noch die Kracherspiele gegen Dynamo Dresden und Union Berlin. Bei beiden konntest beziehunsgweise kannst du nicht aktiv dabei sein. Schmerzt das?

„Ich bin da ganz gelassen, habe in meiner Karriere ja auch schon ein paar Spiele gegen Profimannschaften bestritten. Und ehrlich gesagt: Ich schaue mir das auch gerne an. Ich bin bin da nicht so, dass ich da etwas hinterhertrauere.“

>>>Das Spiel SV Zehdenick gegen den FC Union Berlin übertragen wir Freitag, den 8. Juli, ab 17.30 Uhr hier live via FuPa.tv!

Aufrufe: 1.7.2016, 11:42 Uhr
Marc SchützAutor

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