
SpVgg Unterhaching enttäuscht im Toto-Pokalfinale und blickt in eine ungewisse Zukunft.
Eine vollkommen verkorkste Saison hat für die SpVgg Unterhaching in Illertissen ein unrühmliches Ende gefunden. Der Drittliga-Absteiger verlor gegen den Tabellenneunten der Regionalliga Bayern vor rund 2100 Zuschauern im Illertissener Vöhlinstadion nach einem harmlosen Auftritt mit 0:1 (0:1). Ein vernichtendes Urteil gab es im Anschluss von SpVgg-Präsident Manfred Schwabl in einem Interview gegenüber dem BR. „Man hat nicht unbedingt das Gefühl gehabt, dass bei allen Spielern der letzte Einsatzwille da war“, so der Hachinger Vereinsboss. „Da müssen wir uns hinterfragen, ich an erster Stelle, ob wir die richtigen Spieler geholt haben.“

Haching erwischte in Illertissen zwar den besseren Start, doch ein Freistoß von Johannes Geis (2.), ein Volleyschuss von Sebastian Maier (8.) und ein Pfostentreffer von Manuel Stiefler (12.) beendeten die druckvolle Anfangsviertelstunde der SpVgg. Danach waren die Offensivbemühungen wie abgerissen und bezeichnenderweise kamen die Torabschlüsse auch weiterhin nicht von Stürmern. Auf der Gegenseite wurde der Regionalligist stärker und nach einer Ecke erzielte Maximilian Neuberger per Kopfball für die Hausherren das spielentscheidende 1:0 (26.). „Wir waren nicht hellwach“, monierte Hachings Torwart Kai Eisele die mäßige Vorstellung seiner Mannschaft in der ersten Halbzeit.

Hätte Eisele gegen Denis Milic (34.) nicht stark pariert, wäre wohl die Vorentscheidung bereits im ersten Durchgang gefallen. In der zweiten Hälfte drückten die Gäste zwar auf den Ausgleich, doch ein Treffer gegen die nun auf die Verteidigung ihres Vorsprunges bedachten Hausherren sollte trotz zahlreicher Hachinger Chancen nicht mehr fallen. So blieben Freistöße von Geis (53., 69., 85.) ebenso folgenlos wie Abschlüsse von Markus Schwabl (54., 60.) und Leander Popp (59.).
In der hektischen Schlussphase warfen die Gäste alles nach vorne, doch Simon Skarlatidis (90.) und Geis (90.+2) scheiterten am stark aufgelegten Illertissen-Torwart Markus Ponath und ein Abschluss des in der Nachspielzeit mit aufgerückten Eisele wurde geblockt (90.+5). Die peinliche Niederlage gegen einen mittelklassige Regionalligisten war perfekt und die mitgereisten Hachinger Anhänger machten ihrem Unmut im Fanblock Luft.
Schwabls Ausblick in die kommende Spielzeit eine Klasse tiefer fiel nach der bitteren Finalpleite nicht gerade rosig aus. Zahlreiche Spieler werden die SpVgg verlassen und nicht mehr in der Regionalliga spielen. Darunter auch über ein halbes Dutzend an Akteuren, die in Illertissen auf dem Spielfeld standen. „Vielleicht müssen wir jetzt mal ganz kleine Brötchen backen. Vielleicht hat man das auch mal verdient, dass man auf den Boden zurückkommt und sich noch mehr auf die eigenen Stärken wie unsere tolle Nachwuchsarbeit besinnt.“ (rmf)
FV Illertissen – SpVgg Unterhaching 1:0 (1:0) Illertissen: Ponath - Neuberger, Zeller, Kopf - Omore (83. Helmer), Pudic, Cocic (79. Pfaumann), Udogu, Milic (85. Muteba), Glessing (90. Ekinci)- Rühle (63.) Unterhaching: Eisele - Hoops (46. Ortel), Geis, Knipping - Stiefler, Littig (46. Ihorst), Schwabl, S. Maier (75. Waidner), Skarlatidis - Jastremski, Popp (80. Torsiello) Tor: 1:0 Neuberger (25.)