
Manfred Schwabl äußerte sich bei der Verl-Niederlage in der 3. Liga zu Sven Bender und Konstantin Heide. Außerdem kritisierte der Haching-Boss die Kurzsichtigkeit im deutschen Fußball.
Die Hachinger Negativserie geht weiter. Fünf Spiele in Folge ist die Spielvereinigung mittlerweile sieglos. Auch in Verl gab es eine 0:2-Niederlage. Berkant Taz eröffnete für die Gastgeber. Eduard Probst machte in der Nachspielzeit alles klar. Haching-Boss Manfred Schwabl äußerte sich bei Magenta TV zu einigen Themen rund um die SpVgg Unterhaching.
„Aus so einem Holz wie er sind ganz große Trainer geschnitzt. In Unterhaching war es schon sehr oft so, dass wir nicht nur Talente rausbringen, sondern auch Trainer.“
Manfred Schwabl, Präsident der SpVgg Unterhaching, über Sven Bender.
Zu Sven Bender Bender, der in Verl den gesperrten Cheftrainer Marc Unterberger vertrat: „Er hat eine große Trainerkarriere vor sich. Das habe ich bei Sandro Wagner auch gesagt. Sven ist am Anfang, hat in Dortmund (als Co-Trainer von Nuri Sahin, d. Red.) Champions-League-Luft schnuppern können. Jetzt geht es zurück in die 3. Liga. Was ihn absolut auszeichnet, ist die totale Bodenständigkeit und akribisch zu arbeiten und natürlich der Vorteil, dass er selbst Bundesliga gespielt hat. Das hilft uns in vielen Situationen, um den Jungs das zu erklären, vor allem den ganz jungen Spielern. Aus so einem Holz wie er sind ganz große Trainer geschnitzt. In Unterhaching war es schon sehr oft so, dass wir nicht nur Talente rausbringen, sondern auch Trainer. Und Sven ist sicherlich einer der nächsten. Bei ihm ist der Weg vorgezeichnet.“
...zu Lars Bender: „Wir haben da einen Doppelschlag hingelegt. Zuerst haben wir Lars überzeugen können, weil Sven noch in Dortmund aktiv war. Aber ich habe gespürt, dass der Anruf von Sven irgendwann zurückkommt. Und so ist es dann auch passiert. Die zwei sind ein Glücksfall für uns. Manchmal brauchst du vom Christkind Geschenke und das ist bei den beiden sicherlich der Fall.“
„Karim Adeyemi war das beste Beispiel, jetzt Maurice Krattenmacher. Der nächste wird sicherlich Konstantin Heide sein.“
Manfred Schwabl, Präsident der SpVgg Unterhaching, über einen anstehenden Transfer von Konstantin Heide.
...zur Entwicklung von Jugendspielern in Unterhaching: „Unser Hauptkonzept ist, viele eigene Spieler vom Nachwuchsleistungszentrum, wo unsere Jugendtrainer sensationelle Arbeit leisten, nach oben zu bringen und den ein oder anderen zu verkaufen. Karim Adeyemi war das beste Beispiel, jetzt Maurice Krattenmacher. Der nächste wird sicherlich Konstantin Heide sein. Es ist Teil des Konzepts, aber das motiviert mich, den Job zu machen. Wir müssen uns abheben. Sonst hat Haching keine Daseinsberechtigung auf der Fußballlandkarte. Wir haben auch die Eier, die Jungs da reinzuschmeißen. Wer stellt einen 18-jährigen Tormann rein und gibt den besten Tormann der Liga weg? Das ist Teil des Konzepts und dazu stehen wir. Das kann nur der Weg sein und ich hoffe, dass der langfristig so belohnt wird, dass wir auch mal, wirtschaftlich und sportlich stabil den nächsten Schritt denken können.“
„Wir müssen an die nächsten fünf Jahre denken. Das fehlt mir im deutschen Fußball komplett. Da geht es nur noch um Milliarden.“
Manfred Schwabl kritisiert die Nachwuchsförderung im deutschen Fußball.
...zur Jugendförderung im deutschen Fußball: „Wenn man sich den Nachwuchsfördertopf anschaut, da haben wir letztes Jahr 40 Prozent gehabt. Das ist nett für uns. Aber ich rede jetzt nicht nur als Präsident der Spielvereinigung, sondern auch als Vertreter der 3. Liga, den deutschen Nachwuchs zu fördern. Das ist einfach zu wenig und da muss sich der ganze deutsche Fußball überlegen, ob man da nicht irgendwelche Anreize schafft, in Form einer Erhöhung vom Nachwuchsfördertopf, dass mehr Vereine junge Talente reinschmeißen.“
„Ich habe mich mit Sandro Wagner unterhalten, weil sein Sohn bei uns in der U12 spielt. Er hat mit Julian Nagelsmann drüber gesprochen. Je mehr deutsche Nachwuchstalente wir in der Breite haben, desto mehr Auswahl hat der Bundestrainer. Wir brauchen nicht an Jetzt denken, aber an die nächsten fünf Jahre. Und das fehlt mir im deutschen Fußball komplett. Da geht es nur noch um Milliarden und irgendwelche europäischen und Weltligen. Ich sage, da müssen wir vielleicht noch ein bisschen rangehen. Da ist nicht einer Schuld, sondern ein Konglomerat von allen. Da hängen wir Vereine genauso mit drin. Da können wir einen runden Tisch machen, damit man da einfach mal den Finger in die Wunde legt.“