2024-07-12T13:30:11.727Z

Allgemeines
Kreisliga, wir kommen! Nach dem Sieg im Relegationsspiel gegen Moosburg bejubelten die Berglerner den Aufstieg.
Kreisliga, wir kommen! Nach dem Sieg im Relegationsspiel gegen Moosburg bejubelten die Berglerner den Aufstieg. – Foto: Matthias Spanrad

„Haben Vereinsgeschichte geschrieben“ - Berglerns Kreisligaaufstieg

Berglerns Trainer Florian Leiner zieht Bilanz nach dem unerwarteten Kreisliga-Aufstieg

Berglern steigt in die Kreisliga auf – Dramatische Relegation gegen Moosburg endet im Elfmeterschießen mit dem besseren Ende für den SV Eintracht

Zwar war der SV Eintracht Berglern nicht das Maß der Dinge in der abgelaufenen Kreisklassen-Saison. Dennoch sorgte das Team von Florian Leiner für den emotionalsten Fußball-Moment des Jahres im Landkreis. Nach einer wahren Achterbahnfahrt der Gefühle setzte sich der Kreisklassen-Zweite in der Relegation gegen den FC Moosburg, Viertletzter der Kreisliga, erst im Elfmeterschießen durch.

Dreimal war die Eintracht in Führung gegangen (65., 96., 108.), dreimal glich Moosburg aus (78., 97., 120.), und gleich der erste FCM-Fehlschuss entschied quasi das Elfmeterschießen. So etwas hatten alle Beteiligten noch nie erlebt. „Manchmal musste ich mich schon kneifen, um das alles zu realisieren, was da gerade passiert. So ein Spiel vor so einer unglaublichen Kulisse, Wahnsinn was unsere Fans da abgerissen haben“, beschreibt Coach Leiner das Drama in drei Akten.

Nach dem Spiel brechen alle Dämme

Vor und während des Spiels seien er und seine Mannschaft „unglaublich angespannt“ gewesen, erzählt Leiner. Im Anschluss habe es dann kein Halten mehr gegeben. Bis sechs Uhr morgens habe man beim Wirt gefeiert. Und die anschließende Ruhephase war extrem kurz: „Am Sonntag um acht Uhr ging es dann wieder los, und wir sind den ganzen Tag unterwegs gewesen“, sagt er lachend. „Zuerst zu Fuß, dann sind wir mit dem Bulldog durchs Dorf und die Nachbardörfer gefahren worden. Da haben die Jungs und Mädels noch einmal alles herausgeholt.“

An diesem Samstag steht die Abschlussfeier auf dem Programm. Verstanden hat Leiner noch immer nicht, was seine Mannschaft und er da erreicht haben. „Das kommt alles so bruchstückweise. Es ist nach wie vor unglaublich. Wir haben Vereinsgeschichte geschrieben“, gibt der ehemalige Torwart des FC Erding zu. Etwas „so Besonderes und Intensives“ habe er noch nicht erlebt, obwohl er schon bei zahlreichen Vereinen gewesen sei. Er sei stolz auf seine Jungs. „Ich muss ihnen den allergrößten Respekt aussprechen und möchte mich von ganzem Herzen bei ihnen bedanken. Es war nicht jede Einheit entspannt und angenehm. Das war ein unglaublicher Trainingswille und Einsatz, den die Jungs da an den Tag gelegt haben“, erzählt er begeistert. „Wir hatten die ganze Saison über fast immer alle Mann im Training. Wie die Jungs mich aufgenommen haben, habe ich noch nicht erlebt. Den Aufstieg haben sie sich so was von verdient.“

Klassenerhalt als ursprüngliches Ziel

Nachdem Leiner das Ruder von Nino Filippetti übernommen hatte – er musste aus beruflichen Gründen aufhören – hatte er immer angemahnt, sein Team müsse erst einmal die nötigen Punkte für den Klassenerhalt einfahren. „Dass die Jungs aber das Potenzial dazu haben, oben mitzuspielen, wusste ich nach den ersten Einheiten. Die können alle kicken, haben die richtige Einstellung und haben nicht gejammert.“

Er wünsche sich, dass seine Mannschaft menschlich wachse und die neue Saison mit der gleichen Leidenschaft angehe. Er dankte auch Abteilungsleiter Stefan Zott für dessen Vertrauen. „Den Einsatz, den der Stefan für den Verein und für mich an den Tag legt, ist unglaublich“, lobt er. „Danke dafür, und ein noch größerer Dank dafür, dass er den Mut dazu hatte, mir eine Chance zu geben“.

Der "akribische" Trainer nimmt sich eine wohlverdiente Sommerpause

Leiner wolle sich nun erst einmal um seine Familie kümmern, die viel auf ihn habe verzichten müssen. Nach dem Urlaub starte dann die Planung für die neue Saison. In Sachen Neuzugängen habe es bereits zu „zwei, drei potenziellen Kandidaten“ Kontakt gegeben, vermeldet werden könne aber noch nichts.

Zott dachte erst einmal an den unterlegenen Gegner. Moosburg habe sehr gut gespielt, stark gefightet und habe es nicht verdient abzusteigen: „Da gab’s andere Mannschaften, die einen schlechteren Fußball gespielt haben.“ Ihm und Leiner sei bewusst gewesen, dass der Kader der Berglerner Qualität habe. Laut dem SVE-Fußball-Chef habe Leiner viel Zeit investiert: „Ich habe auch in meiner Laufbahn noch nie so einen akribischen Trainer erlebt“.

Spieler profitieren von Leiner

Es sei „ein Wahnsinn“ gewesen, wie viele Stunden Leiner in Trainings- und Spielvorbereitung investiert habe. Dazu habe er auch Sondertrainings angeboten, „um die Spieler auf ein neues Level zu heben und weiterzuentwickeln“. Der Erfolg gebe ihm Recht, stellt Zott fest. „Wenn man das Revue passieren lässt, dann hat er einen wahnsinnigen Job gemacht. Wir können ihm als Verein nur unseren Dank aussprechen. Das hätte ich mir nie erträumen lassen.“

In der neuen Saison wolle man die Klasse halten und junge Spieler weiter in die erste Mannschaft integrieren, betont Zott. Mit Matteo Gumpold steht bislang ein Abgang fest. Zwar bleibe sein Pass in Berglern, er könne aber aufgrund eines Umzuges nicht mehr wie bisher am Spielbetrieb teilnehmen.

Aufrufe: 01.6.2024, 08:00 Uhr
Tobias FischbeckAutor