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„Haben die Alb zum Strahlen gebracht“ – VfL Gerstetten feiert Aufstieg

Mit jugendlicher Power und großem Teamgeist: Der VfL Gerstetten schafft nach dramatischer Saison über die Relegation den Aufstieg in die Kreisliga A

von red · 15.06.2025, 15:30 Uhr · 0 Leser
– Foto: VfL Gerstetten

Die Fußball-Saison 2024/2025 biegt auf die Zielgerade ein. Demzufolge fallen viele Entscheidungen. Besonders groß ist der Jubel bei den Teams, die Meister sind oder den Aufstieg geschafft haben oder sich Pokalsieger nennen dürfen. Und genau diese Mannschaften möchten FuPa Württemberg würdigen. Wenn dein Team auch dabei sein möchte, dann schreibe uns per E-Mail an h.schmidt@fupa.net

Der VfL Gerstetten hat den Aufstieg in die Kreisliga A geschafft – und das mit einem Team, das jünger kaum sein könnte. Dies gelang als Vizemeister der Kreisliga B4 Ostwürttemberg über den Umweg der Relegation. Nach einer Saison voller Leidenschaft, Rückschlägen und 110 geschossenen Toren gelingt der jungen Truppe von Trainer Harald Fronmüller der große Wurf. Der Lohn: grenzenlose Freude, Applaus von allen Seiten – und ein klares Bekenntnis zur Zukunft.

Jubel auf der Alb – und flüssige Stunden danach

„Natürlich waren die Stunden danach flüssig und feierlich. Die Fans und die Angehörigen waren mit im Boot. Wir haben selbstverständlich die Alb zum Strahlen gebracht“, beschreibt Harald Fronmüller die Momente nach dem feststehenden Aufstieg. Was sich über Monate aufgebaut hatte, entlud sich in einem großen, emotionalen Fest mit allen, die Teil dieses besonderen Jahres waren.

Ein Versprechen, das eingelöst wurde

Der Weg dahin war kein leichter, wie der Coach schildert. „Wir wussten nicht richtig, wo wir mit unserer blutjungen Truppe stehen“, sagt Fronmüller rückblickend. Ganze 14 Spieler kamen im Sommer frisch aus der Jugend – sechs davon standen sogar noch offiziell im Jugendkader. Die Mischung aus Talent und Mut war riskant, aber durchdacht. „Ich habe diesem goldenen Jahrgang zum Neustart versprochen, dass wir mit ihnen große Ziele haben – und dass sie bei uns eine Top-Entwicklung nehmen werden.“

Teamspirit als Schlüssel

Was dieses Team auszeichnet? „Der einzigartige Teamspirit des VfL“, sagt der Trainer. „Alle Tugenden, die man braucht, haben wir vom ersten Tag an gelebt und gefühlt.“ Mit einem Durchschnittsalter von rund 20 Jahren erzielte die Mannschaft sagenhafte 110 Tore – und kassierte nur 26 Gegentreffer. „Wer das abliefert, der darf sich zurecht abfeiern und den Aufstieg genießen.“

Lob für alle – auf und neben dem Platz

Fronmüller hebt dabei auch sein Umfeld hervor: „Die Zusammenstellung des Trainerteams und der Betreuer wurde genau gewählt.“ Mit Patrick Gründemann, Klaus Perfetto, Adrian Seibold und Spielleiter Götz Freihart sowie Physiotherapeut Marko Teihs und dem VfL-Vorstand Markus Hartmann war das Fundament gelegt. Doch der größte Dank gilt jenen, die es auf dem Rasen gerichtet haben: „Die Jungs haben es auf dem Platz ganz alleine abgespult.“

Spanische Insel statt Videoanalyse

Nach einer solch intensiven Saison war die Belohnung klar: „Die Jungs gehen meines Wissens auf eine spanische Insel zum Ausspannen“, verrät Fronmüller – und gönnt seinem Team jeden Moment der verdienten Erholung.

Neustart mit klarer Linie

Auch beim Blick auf die Zukunft bleibt der VfL konsequent. „Es wird weiter auf alle Jungs des Neustartteams zu 100 Prozent gesetzt“, erklärt Fronmüller. Neue Gesichter gibt es dennoch: „Zugänge sind aktuell Joshua David Jahraus vom TV Steinheim und Lennard Gruner vom SV Neenstetten – beide haben auch in der Jugend schon bei uns gespielt.“ Abteilungsleiter Rainer Schaller und Fronmüller selbst bleiben als Coach an Bord.

Zukunft mit klarer Haltung – und Kritik an Punktregelung

Für die kommende Saison bleibt das Ziel klar: „Klares Ziel ist die stetige Weiterentwicklung der Mannschaft“, so der Trainer. Besonders mit Blick auf die Kreisliga A sieht er Potenzial: „Ich denke, dass die A3 uns spielerisch besser in die Karten passt.“ Und dennoch bleibt man vorsichtig optimistisch: „Ja, ich hau ihn jetzt einfach raus – oberstes Ziel ist der Nichtabstieg.“

Fronmüller nutzt auch die Gelegenheit, um strukturelle Missstände anzusprechen: „Kreisliga B und Reserven haben derzeit eine Ausnahmeregelung bei Punktgleichheit. Nicht wie in allen anderen deutschen Ligen zählt die Tordifferenz, sondern der direkte Vergleich.“ Diese Regelung hatte maßgeblichen Einfluss auf den Saisonverlauf. „Ich habe beim WFV für 2027 für die nächste Sitzung bereits telefonisch einen Vorschlag eingebracht“, so Fronmüller. Sein Wunsch: „Die Tordifferenz unter Verrechnung und Anpassung der betroffenen Spielabsagen als erstes zu berücksichtigen. Dadurch wäre die gesamte Saison berücksichtigt – und nicht nur zwei Spiele.“

Der VfL Gerstetten war zum Saisonende in der Kreisliga B4 Ostwürttemberg punktgleich mit dem FV Sontheim/Brenz II (89:18 Tore, 76 Punkte), hatte zwar die bessere Tordifferenz (110:26 Tore, 76 Punkte), war aber im direkten Vergleich schlechter. Trotzdem schaffte der VfL als Vizemeister über den Umweg der Relegation den Aufstieg in die Kreisliga A.