2026-02-20T12:29:42.904Z

Ligabericht

Guti Ribeiro: »Gefühlt fangen wir jetzt erst an«

Nach einer komplizierten Vorbereitung und dem Auftakt-Debakel in Bad Kötzting, schaltet der FC Kosova in den Angriffsmodus

von Florian Würthele · Heute, 14:00 Uhr · 0 Leser
Steht seit diesem Winter an der Seitenlinie des FC Kosova Regensburg: Gustavo Ribeiro.
Steht seit diesem Winter an der Seitenlinie des FC Kosova Regensburg: Gustavo Ribeiro. – Foto: Dominik Adlhoch

Keinen einfachen Start erlebte Gustavo Ribeiro beim Landesliga-Letzten FC Kosova. Der neue Trainer der Regensburger – der portugiesische Ex-Profi trat im Winter in die Fußstapfen des abgetretenen Enkel Alikaj – hat mit der Mannschaft eine wetterbedingt äußerst schwierige Vorbereitung hinter sich. Besserung war zum Auftakt der Frühjahrsrunde erstmal nicht in Sicht. Im Gegenteil: Am Wochenende setzte es eine böse 1:7-Auswärtspleite in Bad Kötzting. Vor allem in der ersten Halbzeit brachte Kosova keinen Fuß auf den Boden. Es ist ein erster Dämpfer für die „Mission Klassenerhalt“. Dennoch herrscht weiterhin Optimismus vor am Regensburger Weinweg. „Guti“ Ribeiro im Gespräch mit FuPa.

Das Debakel zum Re-Start der Landesliga Mitte war schmerzhaft, ist aber erklärbar. „Wir sind mit sehr wenigen Einheiten in ein schweres erstes Spiel gegangen. Dazu kamen die Ausfälle mehrerer (Stamm-)Spieler – verletzungsbedingt, wegen Urlaub oder privaten Themen. Das ist keine Ausrede, erklärt aber die schwierige Ausgangslage“, skizziert Ribeiro, der mit seinen Spielern vor dem Kötzting-Spiel gerade mal drei Trainingseinheiten auf dem Platz absolvieren konnte. Dazu kamen zwei Laufeinheiten. „Wir konnten gerade erst mit unserem effektiven Training beginnen. Gefühlt fangen wir jetzt erst an, weil wir nun unseren Platz zu hundert Prozent zur Verfügung haben. Demgegenüber sind andere Teams schon seit Wochen auf dem Platz unterwegs“, zieht der 41-Jährige einen Vergleich zur Ligakonkurrenz. „Das ist natürlich ein Riesen-Unterschied.“ Was der Portugiese – gerade mit Blick auf den Auftaktgegner – zudem ausgemacht hat: „Unter anderem Bad Kötzting hat Spieler mit viel Erfahrung in seinen Reihen. Bei vielen Mannschaften der Liga spielt der Kern seit Langem zusammen, was in der Landesliga definitiv wichtig ist.“

Grundsätzlich sei es nie einfach, eine Mannschaft inmitten einer Saison zu übernehmen. „Gerade wenn man als Trainer wie ich viel Wert auf Disziplin, Struktur und klare Regeln legt. Manchmal greift das schnell, manchmal dauert das etwas länger. Hier befinden wir uns gerade in einem Prozess, der in meinen Augen positiv ist.“ Als positiv bezeichnet Ribeiro auch seine ersten Eindrücke vom FC Kosova: „Der Verein hat Potenzial und die Lage mitten in Regensburg ist attraktiv für Spieler. Wir haben gute Bedingungen, brauchen perspektivisch aber mehr Planbarkeit bei den Plätzen. Verglichen mit vielen anderen Mannschaften ist unsere Situation deutlich schwieriger.“

Nun kann endlich vernünftig trainiert werden am Weinweg. Das erste Heimspiel des Jahres führt am kommenden Sonntag den Tabellen-13. TSV Bogen in die Domstadt. „Beide Teams brauchen Punkte. Wir wollen ein anderes Gesicht zeigen als zuletzt – mit mehr Energie, Klarheit, Power und Lust in unserem Spiel. Die Jungs ziehen im Training voll mit und haben es sich verdient, dass wir uns endlich belohnen. Drei Punkte würden uns brutal guttun, auch als Push für den Kopf.“ Die Relegationszone ist nur zwei Punkte weg, das rettende Ufer derer sieben. Guti“ Ribeiro gibt sich betont optimistisch: „Wir glauben an den Klassenerhalt. Ich bin positiv gestimmt und überzeugt davon, dass wir die Liga halten können – bis zur letzten Sekunde. Ich glaube an die Mannschaft und an unsere Arbeit.“

Aus dem Kader gibt es positive Nachrichten. Ab Mitte April ist Eddievaldo Dos Santos (21) vom FC Thalmassing für den FC Kosova spielberechtigt. „Er wird uns auf jeden Fall helfen. Ein junger, motivierter, fleißiger und zuverlässiger Spieler – genau solche Leute brauchen wir.“ Des Weiteren möchten die Verantwortlichen dieser Tage einen weiteren Neuzugang vorstellen. Dieser kickte bereits in der zweiten tunesischen Liga. Im Moment wartet der Verein noch auf die Spielberechtigung seitens des Verbandes. „Wir hoffen, dass es in den nächsten Tagen grünes Licht gibt. Auch er kann mit seiner vorhandenen Qualität unsere Mannschaft unterstützen.“



Ihre Zusammenarbeit haben der FC Kosova Regensburg und sein neuer Trainer langfristig ausgelegt. Ribeiro wagt schon einen Blick in die Zukunft: „Unabhängig vom Saisonausgang arbeiten wir parallel bereits am Konzept für die Zukunft. Nächste Saison möchten wir eine kompakte Mannschaft mit Qualität sowie noch mehr Breite im Kader haben.“ Der Fokus liege dabei auf regionalen Spielern aus dem Regensburger Bereich. „Dies ist wichtig für die Zukunft des Vereins.“ In Sachen Kaderstruktur ist auch dem Ex-Profi selbst „lokale Nähe, heimische Spieler und Identifikation“ sehr wichtig. „Für mich ist das der richtige Weg. Doch auch das ist natürlich ein Prozess.“ Insgesamt ist Ribeiro positiv gestimmt: „Wir haben noch gewisse Baustellen, arbeiten aber Woche für Woche daran. Wenn alles besser greift, wird der Blick auf diese und auf die nächste Saison deutlich positiver.“