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Gute Stimmung, starke Heimbilanz: Wormatia im Höhenflug

Wormser Oberligist mischt im Aufstiegsrennen mit +++ Anhänger feiern Spieler und Trainer nach Engers-Spiel

von Stefan Mannshausen · 15.10.2025, 12:00 Uhr · 0 Leser
Haben in dieser Saison allen Grund zur Freude: Die Wormatia-Spieler klatschen sich nach einem ihrer Treffer ab.	Foto: Dirigo/pakalski-press
Haben in dieser Saison allen Grund zur Freude: Die Wormatia-Spieler klatschen sich nach einem ihrer Treffer ab. Foto: Dirigo/pakalski-press

Worms. Auch auf den Sitzplätzen der Tribüne waren die Worte der Wormatia-Supporters zu hören. „Bobby auf den Zaun”, forderten die Anhänger nach dem Sieg im Spitzenspiel gegen den FV Engers und fanden beim Angreifer, der wenige Minuten zuvor den 4:1-Endstand markiert hatte, zunächst gar kein Gehör. Erst die Erklärungen und leichte aufmunternde Schubser von VfR-Kapitän Altin Vrella sorgten dafür, dass der dem Deutschen nicht besonders mächtige Publikumsliebling der Wormser verstand, was die Fans von ihm wollten. Also stieg er auf den Zaun und feierte mit ihnen und seiner applaudierenden Mannschaft im Rücken den überraschend klaren Heimsieg.

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In EWR-Arena ungeschlagen

Die Momentaufnahme nach dem Spiel am vergangenen Wochenende machte deutlich: es läuft bei den Wormaten. Im umkämpften Aufstiegsrennen der Oberliga – sechs Mannschaften liegen beinahe gleichauf – mischt die Wormatia voll mit. Derzeit auf Platz vier stehend, winkt mit einem Sieg im Nachholspiel bei Aufstiegsmitkonkurrent FK Pirmasens gar die Tabellenspitze. Die Wormser Fans haben also allen Grund, die Wormser Oberliga-Mannschaft zu feiern. Hinzu kommt der Einzug im Verbandspokal unter die besten acht und eine bislang makellose Heimbilanz (sechs Spiele, sechs Siege, 18:3 Tore). Vier der sechs Heimspiele gewann die Nibelungenstädter gar mit drei Toren Vorsprung.

Für die sportlichen Ziele ist seit diesem Sommer Coach Anouar Ddaou mit seinem Trainerteam verantwortlich. Noch sei man lange nicht da, wo man hinwolle, betont er auch im Herbst, knapp drei Monate nach seinem Einstieg, noch regelmäßig. Doch auch wenn die junge Mannschaft sich in den Spielen immer mal wieder durch Schwächephasen hindurchkämpfen muss, die Punkteausbeute ist bislang die eines Spitzenteams. Die Auftaktpleite auf dem Betzenberg beim 1. FC Kaiserslautern II (0:3), die Auswärtsniederlage zuletzt bei Arminia Ludwigshafen (1:2) und dazwischen ein 2:2 beim gut gestarteten Aufsteiger TSV Gau-Odernheim – nur in diesen drei Begegnungen gingen die Wormser schlussendlich nicht als Sieger vom Feld. In allen restlichen elf Spielen hingegen schon. Eine bärenstarke Bilanz.

Fans honorieren auch die guten Leistungen des Trainerteams

Eine Ausbeute, die auch von den Wormser Anhängern honoriert wird. Und so wurde nach dem Engers-Spiel nicht nur Bobby Edet von den Fans in den Mittelpunkt gerückt, sondern auch Trainer Anouar Ddaou, der das Abklatschen und Bedanken des Teams in Richtung Fankurve nach den Heimspielen in aller Regel zurückhaltend vom Spielfeldrand beobachtet. Zögerlich und mit der Ansage „mit meinem ganzen Trainerteam” schritt Ddaou mit seinen Trainerkollegen also vor die Kurve und ließ sich für die gelungenen Ergebnisse in den vergangenen Wochen feiern.

Von Aufstiegseuphorie zu sprechen wäre übertrieben, aber die gute Grundstimmung und die große Freude bei den Heimspielen tun allen VfR-Verantwortlichen sichtlich gut. Auch wenn der Wormser Trainer und seine Spieler natürlich wissen: Die Saison ist noch lang und bislang ist überhaupt nichts gewonnen. Doch die Vorfreude auf das nächste Spitzenspiel in der EWR-Arena gegen den Rivalen TuS Koblenz (25. Oktober) könnte auf Wormser Seite aktuell kaum größer sein. Zuvor steht für die Ddaou-Truppe an diesem Wochenende noch die Auswärtspartie bei den abstiegsbedrohten Sportfreunden in Eisbachtal (Samstag, 15 Uhr) an.

Eine Achse, auf die sich das Team verlassen kann

Zum Höhenflug tragen, fast zwangsläufig bei einer komplett neuen Mannschaft die funktioniert, auch Neuzugänge bei, die auf Anhieb eingeschlagen sind. Und das auf zentralen Positionen. Im Tor lässt Tobias Edinger seinen beliebten Vorgänger Luca Pedretti mit starken Auftritten vergessen. In der Abwehr übernimmt der neue Kapitän Altin Vrella Verantwortung und geht vorneweg, im Mittelfeldzentrum vor ihm macht das Tom Fladung zuverlässig. Hinzu kommt mit Mert Özkaya ein Spielmacher, der auf seiner Lieblingsposition glänzt (13 Torbeteiligungen in 13 Spielen), in der vorherigen Saison jedoch als Linksaußen benötigt wurde.

Der von Ddaou und Aydin Ay (Sportlicher Leiter) zusammengestellte Kader ist ausgeglichen. Der Konkurrenzkampf ist groß und die zweite Reihe, die den Namen angesichts zahlreicher Rotationen, zumeist von Spiel zu Spiel, nicht gerecht wird, liefert regelmäßig ab. Gegen Engers entschied Joker Niklas Meyer mit einem Tor und einer Vorlage endgültig die Partie und erklärte anschließend den Spirit, der in der Wormser Mannschaft derzeit herrscht. „Nach Einwechslungen muss man brennen und Argumente bringen, damit man in den nächsten Spielen wieder mehr spielen darf.”