39 Tore durften die Günzburger in der Herbstrunde 2022 der Bezirksliga Nord bejubeln, zwei davon beim abschließenden Heimsieg gegen Maihingen (unser Bild). Ihre Torgefährlichkeit ist ein Faktor für den Höhenflug der Mannschaft.
39 Tore durften die Günzburger in der Herbstrunde 2022 der Bezirksliga Nord bejubeln, zwei davon beim abschließenden Heimsieg gegen Maihingen (unser Bild). Ihre Torgefährlichkeit ist ein Faktor für den Höhenflug der Mannschaft. – Foto: Ernst Mayer

Günzburg überwintert an der Spitze

Donaustädter führen sensationell die Bezirksliga Nord an +++ Buja-Doppelpack bringt Meitingen zweiten Sieg in Serie +++ Gundelfinger U23 scheitert an abgezockten Aindlingern

Eine phänomenale Herbstrunde endet für den FC Günzburg mit einem Sieg gegen den FC Maihingen. Mit dem 2:1 sicherten sich die Donaustädter zeitgleich die Tabellenführung. Die Konkurrenz aus Aindling zeigte sich beim 5:1 gegen den FC Gundelfingen II in Torlaune. Dem VfR Jettingen scheint jedoch die Luft auszugehen. Gegen Rains Reserve unterlief dem sonst sicheren Rückhalt Lucca Nagel der entscheidende Fehler zum 0:1. Mit einem positiven Lauf verabschiedet sich auch der TSV Meitingen in die Winterpause. Nach dem Pflichtsieg in der Vorwoche sorgte Denis Buja mit seinen zwei Treffern nun für einen Heimsieg gegen den VfR Neuburg.

Inmitten des überschwänglichen Jubels fand sich nach dem 2:1-Sieg den FC Maihingen der eine oder andere Fan, der sich verwundert die Augen rieb ob dieses Erfolgs des FC Günzburg. Nach einer überragenden Herbstrunde überwintert die Mannschaft um Spielertrainer Christoph Bronnhuber als Tabellenführer. Und das, so räumt der Coach selbst ein, „kommt für alle überraschend.“
Im abschließenden Spiel des Jahres legten die Günzburger einen Blitzstart hin. Erst erreichte ein Pass von Philipp Fuchs durchs Zentrum Matteo Komm, der zum 1:0 traf. Dann flankte Barbaro Casamayor-Bell auf Maximilian Lamatsch, der einnetzte. Anschließend gaben die Platzherren die Sache aus der Hand, fühlten sich angesichts der Maihinger Ungefährlichkeit wohl schon als Sieger. Letztlich zu Recht, denn lediglich einmal, recht spät, durften die Rieser jubeln. Jürgen Liebhard verwandelte einen Elfmeter.
Schiedsrichter: Luca Berger (Höchstädt) - Zuschauer: 150
Tore: 1:0 Matteo Komm (2.), 2:0 Maximilian Lamatsch (5.), 2:1 Jürgen Liebhard (80./Foulelfmeter)

Beim TSV Meitingen stand erstmals in dieser Saison Raffaele Peuser das Vertrauen von Anfang an, welches er mit einer bravourösen Leistung beim 2:0-Sieg gegen den VfR Neuburg quittierte. Die Begegnung war lange Zeit ausgeglichen und spielte sich überwiegend im Mittelfeld ab. Was dennoch auffiel, war die Tatsache, dass die Meitinger bereit waren, alles hineinzuwerfen, um hier einen versöhnlichen Jahresabschluss herauszuholen. Und so kam es, dass sich Daniel Deppner durchtankte und nach seinem Pfostenschuss Denis Buja den Abpraller zum 1:0 verwertete. Kurz vor dem Pausenpfiff fiel fast das 2:0, aber Lukas Erhard konnte eine Musterflanke von Peuser per Kopf nicht im Gehäuse unterbringen.
Bei den Angriffsversuchen der Neuburger stand die sonst so gebeutelte Abwehr der Schwarz-Weißen seit langem wieder einmal stabil. Meitingen nahm im letzten Drittel des Spiels immer mehr das Heft in die Hand, weil den Donaustädtern zusehends die Kraft schwand. Es dauerte jedoch bis zur 81. Minute, ehe Denis Buja mit dem 2:0 alles klar machte. Schiedsrichter: Sebastian Fleschhut (Seeg) - Zuschauer: 100
Tore: 1:0 Denis Buja (34.), 2:0 Denis Buja (81.)

Daniel Zakari (blau) netzte beim Sieg des VfL über die Nördlinger U23 erneut erfolgreich ein, um sein Team auf die Siegerstraße zu bringen.
Daniel Zakari (blau) netzte beim Sieg des VfL über die Nördlinger U23 erneut erfolgreich ein, um sein Team auf die Siegerstraße zu bringen. – Foto: Ernst Maye

Kollektives Durchatmen in Ecknach. Der VfL gewann dank einer starken zweiten Halbzeit verdient mit 4:1 gegen den TSV Nördlingen II und beendete damit seine zehn Wochen anhaltende Sieglosserie. Entsprechend erleichtert war deshalb auch Spielertrainer Michael Eibel. „Unsere erste Halbzeit war fußballerisch nicht gut, aber wir waren von Beginn an wach und bereit, den Kampf anzunehmen. Die zweite Hälfte war deutlich besser, jeder wusste, worum es geht. Dann gehst du endlich mal wieder in Führung und dann läuft vieles leichter“, analysierte Eibel.
Die Nördlinger Zweitvertretung war technisch besser und etwas passsicherer, dafür war Ecknach körperlich präsenter. Bis Mitte der ersten Halbzeit passierte nichts vor beiden Toren, dann aber hatten die Hausherren binnen weniger Sekunden gleich dreimal die Chance zur Führung. Tore sollten aber erst nach der Pause fallen. Marcus Wehren vollstreckte aus kurzer Distanz zum 1:0. Glück hatten die Ecknacher, als der Ball von Nördlingens Luka Pesut am Pfosten landete. Insgesamt hatten die Blau-Weißen die Partie aber jetzt im Griff. Wagner wurde im Strafraum gefoult, Zakari verwandelte zum 2:0. Dem 3:0 durch Ostermaier ging ein schöner Doppelpass von Wehren und dem Torschützen voraus. Kurz darauf verkürzte Nördlingen durch Pesut zwar, doch nach dem 4:1 von Ostermaier war alles klar.
Schiedsrichter: Lena Holland (Augsburg) - Zuschauer: 157
Tore: 1:0 Marcus Wehren (58.), 2:0 Daniel Zakari (70./Foulelfmeter), 3:0 Fabian Ostermaier (76.), 3:1 Luka Pesut (77.), 4:1 Fabian Ostermaier (80.)

Eine 2:3-Heimniederlage musste der FC Horgau gegen den FC Affing hinnehmen. Nach einer überlegen geführten ersten Halbzeit, bei der die 1:0-Führung durch den Treffer von Philipp Meitinger die Überlegenheit gar nicht zu Ausdruck brachte, folgte im zweiten Durchgang das genaue Gegenteil. Abspielfehler und technische Unzulänglichkeiten häuften sich und machten den Gegner stark.
Der Lattenschuss von Affings Sascha Meyer unmittelbar vor der Pause hätte für die Horgau eine Warnung sein können, war es aber nicht. Mit einem eigentlich verunglückten Flachschuss sorgte Meyer nach Wiederanpfiff für deas 1:1, weil der Ball vom Pfosten noch ins Tor sprang. Beim anschließenden Führungstreffer durch Niklas Neumair verlor gefühlt die halbe Abwehr die Zweikämpfe und so konnte er ins kurze Eck abschließen.
Hoffnung keimte bei den Horgauern auf, als der abgefälschte Fernschuss von Valentin Blochum den Affinger Torwart Axel Rehm auf dem falschen Fuß erwischte - 2:2. Kapitän Daniel Framberger sorgte schließlich für den Schlusspunkt mit dem Affinger Siegtreffer.
Schiedsrichter: Marco Häring (Erkheim) - Zuschauer: 60
Tore: 1:0 Philip Meitinger (11.), 1:1 Sascha Meyer (51.), 1:2 Niklas Neumair (58.), 2:2 Valentin Blochum (68.), 2:3 Daniel Framberger (76.)

Nicht ganz unerwartet, letztlich aber etwas zu deutlich fiel die 1:5-Niederlage der U23 des FC Gundelfingen beim TSV Aindling aus. Unmittelbar vor der Pause fasste sich Aindlings Antonio Mlakic ein Herz und zog im Gundelfinger Sechzehner zum 1:0 ab. Der Aindlinger Cheftrainer Christian Adrianowytsch sagte zur ersten Hälfte: „Erst einmal war ich überrascht, dass Gundelfingen so tief stand.“
Nach dem Seitenwechsel lief es für den TSV Aindling dann aber wie am Schnürchen. Erst traf Co-Spielertrainer Benjamin Woltmann zum 2:0, ehe Bernhard Rembold der Gundelfinger Anschlusstreffer gelang. Doch Aindling gab die Partie nicht mehr aus der Hand. Florian Bobinger und Mlakic erhöhten auf 3:1 und 4:1, David Burghart machte mit seinem 5:1 in der Schlussminute den Deckel drauf.
„Die ganze Saison war eine super Leistung. Wir sind wirklich zufrieden“, betonte Adrianowytsch. Auf der anderen Seite stand ein recht unzufriedener Gundelfinger Trainer: „Entscheidend war natürlich das 1:0 kurz vor der Pause. Das hat uns das Spiel durcheinandergeworfen“, so Peter Stegner.
Schiedsrichter: Moritz Hägele (Neuburg) - Zuschauer: 150
Tore: 1:0 Antonio Mlakic (45.), 2:0 Benjamin Woltmann (51.), 2:1 Bernhard Rembold (69.), 3:1 Florian Bobinger (71.), 4:1 Antonio Mlakic (75.), 5:1 David Burghart (90.)

Das 1:0 nach Ecke - der Ball senkt sich wie eine Bogenlampe nach Faustabwehr vom Torwart ins eigene Tor
Das 1:0 nach Ecke - der Ball senkt sich wie eine Bogenlampe nach Faustabwehr vom Torwart ins eigene Tor – Foto: Gerd Jung

Auf der Zielgeraden dieser Herbstrunde geht dem über weite Strecken so überzeugend auftretenden VfR Jettingen ein bisschen die Luft aus. Beim TSV Rain II verlor der Aufsteiger nun 0:1 und ist seit drei Spielen ohne eigenen Treffer.
Geradezu tragisch war allerdings, wie die Niederlage bei der Reserve des Regionalligisten zustande kam. Ein Eigentor von Lucca Nagel besiegelte das Jettinger Schicksal. Ausgerechnet Nagel, überragender Torwart und Held vieler Jettinger Erfolge der vergangenen Monate, faustete sich die Kugel selbst ins Netz. Natürlich saß er hinterher wie ein Häuflein Elend in der Kabine, ließ sich zunächst von nichts und niemandem trösten. Sein Trainer betonte derweil: „Vor dieser Szene hat er uns mehrfach in der Partie gehalten.“
Die Niederlage an sich bezeichnete der VfL-Coach als „berechtigt“. Auf Kunstrasen kamen die Jettinger zwar an sich gut in die Partie, gaben die Fäden aber so nach 20 Minuten bis zum Seitenwechsel aus der Hand. In der zweiten Halbzeit wogte die Sache hin und her, beide Seiten hatten Hochkaräter, die der Gast nach Nöbauers Einschätzung „zu schlampig zu Ende spielte.“
Schiedsrichter: Markus Casazza (Augsburg) - Zuschauer: 65
Tor: 1:0 Lucca Nagel (70./Eigentor)

Aufrufe: 020.11.2022, 21:00 Uhr
Timo FinkeAutor