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Günther Zistler: »Fühle mich als Bauernopfer«

Die Kurzfristigkeit der Auflösung der Spielgemeinschaft Bruck/Schwand stößt beim bisherigen SG-Trainer auf wenig Verständnis

von Florian Würthele · 06.05.2026, 17:15 Uhr · 0 Leser
Ist aktuell auf der Suche nach einem neuen Trainerjob: Günther Zistler.
Ist aktuell auf der Suche nach einem neuen Trainerjob: Günther Zistler. – Foto: Simon Tschannerl/FuPa-Archiv

Günther Zistler hat in seiner langjährigen Trainerlaufbahn schon einiges erlebt und gesehen. Nicht zuletzt entwickelte er im NLZ in Cham und Deggendorf Spielertalente weiter. Nach vier Jahren in Mitterdorf bzw. bei der SG Mitterdorf / Neubäu – diese führte er als Kreisklassenmeister in die Kreisliga – heuerte der 58-Jährige vergangenen Sommer als Chefanweiser bei der SG Bruck / Alten- und Neuenschwand an. Letzte Saison nur knapp dem Abstieg aus der Kreisklasse Süd entronnen, rangiert die Mannschaft aktuell auf einem stabilen siebten Platz. Vorzeitig konnte der Klassenerhalt gesichert werden. Sicherlich ist das auch ein Verdienst des neuen Coaches.

Trotz der unverkennbaren sportlichen Entwicklung wird Zistler nächste Saison nicht mehr an der Seitenlinie stehen. Hintergrund: Die Stammvereine SpVgg Bruck und SV Alten- Neuenschwand lösen die SG auf und gehen ab der neuen Saison wieder getrennte Wege. Wie das Ganze abgelaufen ist, stößt beim erfahrenen Trainer jedoch auf Unverständnis.

„Im Januar haben sich beide SG-Partner gemeinsam mit mir zusammengesetzt. Hier wurde kommuniziert, dass man in der kommenden Saison weiterhin als SG arbeiten wird – inklusive mir als Trainer. Zur Winterpause standen wir auf einem stabilen sechsten Platz. Die Wintervorbereitung inklusive Trainingslager haben wir gut absolviert“, berichtet Zistler. „Vier Spieltage vor Saisonschluss wurde mir von Seiten des Abteilungsleiters der SpVgg Bruck mitgeteilt, dass die SpVgg die SG auflösen und wieder eigenständig sein wird.“ In einer Versammlung wurde tags darauf auch der SV Schwand über die Brucker Pläne in Kenntnis gesetzt. „Sie wurden genauso vor den Kopf gestoßen wie ich.“

Den späten Zeitpunkt der Kommunikation kann Zistler nicht nachvollziehen: „Menschlich habe ich es zu diesem Zeitpunkt nicht für richtig empfunden und kann es nicht nachvollziehen, weil im Winter kommuniziert wurde, dass man als SG weitermache. Zumal wir sportlich auf einem sehr guten Weg waren“, ärgert sich der 58-jährige Trainer, der sich jetzt kurzfristig umorientieren muss mit Blick auf die kommende Spielzeit. „Ab Winter musst du alle Angebote abgeschlagen, weil du dein Wort für den Verbleib gegeben hast. Vier Spieltage vor Schluss hörst du dann so eine Hiobsbotschaft. Da fühle ich mich als Trainer als Bauernopfer. Das ärgert mich und ist in meinem Empfinden nicht im sportlichen Bereich.“ Was im Endspurt der laufenden Runde hinzukäme: „In den letzten Saisonspielen kannst du die Mannschaft auch nicht mehr vernünftig motivieren und vorbereiten.“

Ab Sommer würde Günther Zistler gern wieder eine neue Aufgabe angehen: „Wenn etwas Interessantes dabei ist, bin ich gewillt, wieder ein Traineramt zu bekleiden. Das Angebot muss halt passen und interessant sein.“ Gern würde Zistler auch wieder längerfristig bei einem Verein arbeiten, wie in der Vergangenheit bei Rettenbach oder Mitterdorf. „Hätte ich gewusst, dass sowas nach einem Jahr gecancelt wird, hätte ich das Engagement bei Bruck/Schwandorf gar nicht erst angetreten“, findet er abschließend nochmals klare Worte. Die SV Alten-/Neuenschwand geht nächste Saison in der A-Klasse an den Start und hat vor wenigen Tagen das künftige Trainerduo vorgestellt. Indes bleibt die SpVgg Bruck der Kreisklasse Süd erhalten. Wer dort in Zukunft die Kommandos geben wird, wurde öffentlich noch nicht kommuniziert.