Seinem Gegner Klaudi Buraku (rechts) von der FSG Riedrode enteilt ist in dieser Szene der Fürther Kajally Njie. Hinter dem Club aus dem Odenwald liegt eine schwierige Saison.
Seinem Gegner Klaudi Buraku (rechts) von der FSG Riedrode enteilt ist in dieser Szene der Fürther Kajally Njie. Hinter dem Club aus dem Odenwald liegt eine schwierige Saison. – Foto: Dagmar Jährling

Gruppenliga: Vieles neu beim FC Fürth

Der Gruppenligist möchte mit neuem Trainerduo eine sorgenfreie Saison spielen

Fürth. Nach der Berg-und Talfahrt in der Saison 2021/22 will Gruppenligist FC Fürth in der nächsten Spielzeit einen neuen Weg einschlagen. Die neuen Trainer Daniel Pfeifer und Calvin Konietzka sollen die Route vorgeben. Ausgangspunkt ist auch das neue Vereinsheim nach Vorbild einer Almhütte, wo vor allem der nötige Teamgeist herausgebildet werden soll.

Anspruch und Wirklichkeit: Nicht im Traum hätten die Fürther daran gedacht, am Ende der Saison 2021/22 derart um den Klassenerhalt kämpfen zu müssen. Nach Ausreden will FC-Sportmanager Frank Ester gar nicht erst suchen, auch wenn Corona die Odenwälder zwischenzeitlich arg gebeutelt hat. „Wir haben intern viele Gespräche geführt“, sagt er. Eine Lösung im Abstiegskampf wurde aber lange nicht gefunden. Und es wurden nicht immer die besten Entscheidungen getroffen auch mit Blick auf die Trainer. Ester weiß: „Im Nachhinein ist man immer schlauer, aber die Trennung von Frank Mucha war vielleicht ein Fehler“. Kurz vor der Winterpause hatten die Fürther ihren langjährigen Coach Mucha entlassen in der Hoffnung, mit Nachfolger Miroslav Savanovic frischen Wind ins akut abstiegsbedrohte Team zu bringen. Doch Savanovic warf drei Spieltage vor Schluss die Flinte ins Korn und der FCF hatte ein Problem. Der ehemalige FC-Trainer Thomas Felber sprang kurzfristig ein und wurde zu einem der Retter in der Not. Denn am letzten Spieltag gelang dem FCF auf den letzten Drücker noch der Klassenerhalt. „Daraus müssen wir für die Zukunft die richtigen Schlüsse ziehen“, sagt Ester.

Was war gut? In der Not ist der Verein jedoch enger zusammengerückt. Und man hat bemerkt, dass im Team einiges an Potenzial vorhanden ist. Der Zusammenhalt war am Ende dann auch der ausschlaggebende Punkt für den Klassenerhalt. „Die Mannschaft hat sich aus dem Tief herausgezogen, bis zum Schluss gekämpft und alle Nackenschläge weggesteckt – das zeigt, dass super Typen in der Mannschaft sind“, sagt der FC-Sportmanager.

Was geht besser? „Wir werden intensiver und auch anders trainieren“, sagt Ester. Im Training soll der Fokus fortan nicht immer ausschließlich auf dem Fußball liegen. Auch mentale Aspekte sollen eine Rolle spielen. „Wir wollen einen etwas anderen Weg gehen“, sagt Ester. Er setzt auf Teamgeist, der jetzt schon sehr gut sei. Und der FC Fürth will in Zukunft schnellen Fußball spielen, „auch einmal ein bisschen verrückt sein“, wie Ester sagt.

Wer kommt? Mit dem neuen FC-Trainer-Team Daniel Pfeifer (47) und Calvin Konietzka (25) haben die Fürther die richtigen Coaches für ihren neuen Weg offenbar gefunden. Die Kombination jedenfalls stimme, sagt Ester. „Es ist die Art und Weise, wie Daniel und Calvin mit den Spielern arbeiten, die uns überzeugt.“ Konietzka war drei Jahre für die A-Jugend von Zweitligist Darmstadt 98 mit verantwortlich und hat auch deshalb einen guten Draht zu den jungen Spielern. Pfeifer indes trainierte unter anderen Verbandsligist TSG Weinheim, bringt also Erfahrung mit.

Wer geht? Pascal Schmitt war zwölf Jahre lang die Nummer Eins beim FC Fürth. Doch der Torwart hat in diesem Sommer die Handschuhe an den Nagel gehängt. Er bleibt dem Verein aber als Vorstandsmitglied erhalten. Der Kurzeinsatz von Thomas Felber wirkt ebenfalls nach. „Wir haben lange überlegt, mit Thomas als Trainer weiterzumachen, wollen jetzt aber mit frischem Wind ans Werk gehen“, sagt Ester. „Wir hätten den Klassenerhalt ohne Thomas wohl nicht geschafft.“ Der Dank des FCF ist dem 59 Jahre alten Übungsleiter in jedem Fall sicher. Ester: „Wir sind dankbar, jemanden wie ihn in der Hinterhand zu haben – das zeigt auf der anderen Seite auch die Verbundenheit zu unserem Verein.“

Was geht? Der FC-Sportmanager glaubt, dass seine Mannschaft eine ordentliche Saison spielen kann, sollte der Klassenerhalt rechtzeitig realisiert werden. Mit dem neuen Trainer-Team liegt der Fokus auf dem Training. Die Fitness wird eine noch größere Rolle spielen. Und es wird auch öfter trainiert. Auf dem Platz wollen die Fürther dann mit Schnelligkeit überzeugen und Flexibilität, um sich auf jeden Gegner einstellen zu können. Der Teamgeist soll über allem stehen. Da trifft es sich gut, dass die Fürther just in diesem Sommer Richtfest ihrer Almhütte hatten. Das neue Vereinsheim am Rande von Fürth ist Treffpunkt und Sitzungszimmer zugleich. In Eigenregie haben die Fürther das Projekt aus dem Boden gestampft, nachdem sie 20 Jahre auf ein Baugrundstück warten mussten. Rund 50 FC-Mitglieder waren ständig mit der Hütte beschäftigt.

Zugänge: Alexander Schneider, Felix Scheidel (beide Sportfreunde Heppenheim), Noel Palkowski (FC Ober-Abtsteinach), Luca Sielmann, Kenan Orhan, Nils Landzettel (alle SV Fürth), Nico Vollrath (JFV Alsbach/Bensheim/Auerbach), Philipp Turzer, Marcello Gehbauer (beide eigene Jugend). Abgänge: Pascal Schmitt (Karriereende), Robby Weimar, Vanja Serdar, Joachim Pfeiffer (alle KSV Reichelsheim). Trainer: Daniel Pfeifer und Calvin Konietzka (erste Saison). Saisonziel: Mittelfeldplatz. Favoriten: VfR Groß-Gerau, 1. FCA Darmstadt.



Aufrufe: 011.7.2022, 15:30 Uhr
Jan ZehatschekAutor