
Bergstraße. Der VfR Fehlheim konnte in der Gruppenliga das Verfolgerduell bei Dersim Rüsselsheim mit 1:0 für sich entscheiden und festigte durch diesen Auswärtssieg seinen zweiten Tabellenplatz. Kantersiege feierten SV und FC Fürth sowie der FC 07 Bensheim, der seine Chance auf den Klassenverbleib wahrte.
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"Mit uns ist diese Saison noch zu rechnen", sagte SVF-Sportchef Valeri Biljuk. Die Gastgeber kamen nach zähem Start immer besser ins Spiel – und mit Wiederanpfiff richtig gut ins Rollen. Die Kabinenansprache von Trainer Jochen Ingelmann hatte offenbar Wirkung. Denn der SV war in der zweiten Halbzeit vor allem über Außen mit dem starken Yannick Marx, der mittlerweile Linksverteidiger spielt, aktiver als noch in Halbzeit eins. Leon Weise konnte alle Zweikämpfe gewinnen. Und Lars-Eric Schwinn pushte auch als Motivator. "Ich freue mich, dass sich unsere Jungs heute für die harte Arbeit der vergangenen Woche belohnt haben – Abstiegskampf ist immer auch Nervensache", so Biljuk. Ingelmann führte zuletzt viele Gespräche mit Einzelnen und dem Kollektiv. Biljuk: "Wir haben Mentalität gezeigt wie im Aufstiegsjahr."
Die Mannschaft von Trainer Ralf Ripperger landete einen Pflichtsieg gegen bereits abgeschlagene Büttelborner, die sich allerdings zu keinem Zeitpunkt aufgegeben haben. Doch die Fürther brachten von Anfang an die richtige Einstellung auf den Platz angesichts der Mission Aufstiegsrennen. Der Blick der FC-Verantwortlichen ging denn auch immer wieder aufs Parallelspiel Dersim Rüsselsheim (Tabellendritter, 57 Punkte) gegen VfR Fehlheim (Zweiter, 60 Punkte). Diese Partie endete 0:1 aus Sicht der Rüsselsheimer. "Das ist ein bisschen schade, weil man halt gehofft hat, dass sie sich gegenseitig die Punkte nehmen", sagte FC-Sportdirektor Marco Knapp. "Wir sind jetzt trotzdem noch vier Punkte von Fehlheim weg." Doch ein Dämpfer war der Spieltag keineswegs. Knapp: "Wir haben immer noch alle Möglichkeiten."
Grundlage des Erfolges im Spitzenspiel war eine starke Defensivleistung, mit der Fehlheim im zweiten Abschnitt die Führung, die Belmin Müller (42.) kurz vor dem Pausenpfiff gelang, verteidigen konnte. "Kompliment an meine Jungs, die heute als geschlossene Einheit aufgetreten sind, gut gegen den Ball gearbeitet und den Platz am Ende nicht unverdient als Sieger verlassen haben", bilanzierte VfR-Trainer Sebastian Lindner zufrieden. Lindner sprach dabei von einer Partie, die für die gut 300 Zuschauer zwar "kein fußballerischer Leckerbissen", war, aber dennoch einem Spitzenspiel gerecht wurde. "Beide Teams wollten den Sieg, in der Schlussphase wurde es dann auch ein wenig hitziger, doch Schiedsrichter Paul hatte die Partie zu jedem Zeitpunkt im Griff", lobte der Fehlheimer Coach den Unparteiischen.
Nach neun ungeschlagenen Spielen am Stück musste Auerbach mal wieder eine Niederlage hinnehmen. "Wir haben zu keinem Zeitpunkt im Spiel unsere Leistung abrufen können", sprach TSV-Trainer Peter Brandenburger von einer verdienten Niederlage. Geinsheim, das noch gegen den Abstieg kämpft, zeigten insgesamt mehr Wille als die Rot-Weißen und war in den direkten Duellen wacher und zielstrebiger. Dennoch wollte Brandenburger mit seiner Mannschaft nicht allzu hart ins Gericht gehen: "Ich mache den Jungs keinen Vorwurf. Nach den letzten Wochen kann so ein Spiel mal passieren."
Auerbach geriet schnell in der Partie in Rückstand und hatte in der ersten Halbzeit nur eine kurze Phase von 15 Minuten, "in dem wir unseren Fußball gespielt haben". Knackpunkt war, dass Geinsheim noch vor dem Halbzeitpfiff zum 3:1 kam. In der zweiten Hälfte konnte Auerbach das Ruder dann nicht mehr herumreißen.
Der FC 07 Bensheim lebt, wahrte die Chance auf den Klassenverbleib. Vor allem aber schoss sich die Mannschaft von Trainer Constantin Renner den Frust der vergangenen Wochen von der Seele. Dabei musste Bensheim zu Beginn einen Schockmoment überstehen, als Altheim unmittelbar nach dem Anstoß zur ersten guten Tormöglichkeit kam, bei der es vor dem 07-Gehäuse brandgefährlich wurde. "Heute hatten wir das Spielglück, das uns in vielen anderen Spielen gefehlt hat", bilanzierte Renner. Zur Halbzeit sei auch ein anderer Spielstand möglich gewesen. In der zweiten Halbzeit stabilisierte sich Bensheim defensiv und lies nicht mehr viel zu. Offensiv blieben Renners Schützlinge aber gefährlich und spielten die vielen Umschaltmomente diesmal konsequent zu Ende.