2026-04-16T10:11:10.190Z

Ligabericht

Gruppenliga: Die große Aufstiegs-Analyse

Der Aufstiegs-Dreikampf zwischen dem VfB Unterliederbach, TuRa Niederhöchstadt und der SC Offheim geht in die heiße Phase +++ Showdown zwischen dem VfB und TuRa am 17. Mai

von Marius Martinez · Heute, 15:00 Uhr · 0 Leser
Der SC Offheim (links), TuRa Niederhöchstadt (Mitte) und der VfB Unterliederbach (rechts) liefern sich einen Dreikampf um den Aufstieg in die Verbandsliga.
Der SC Offheim (links), TuRa Niederhöchstadt (Mitte) und der VfB Unterliederbach (rechts) liefern sich einen Dreikampf um den Aufstieg in die Verbandsliga. – Foto: P. Pfeifer, M. Lorenz

Wiesbaden. In der Gruppenliga liefern sich drei Teams seit Wochen ein enges Rennen um den Aufstieg in die Verbandsliga. Der VfB Unterliederbach befindet sich in der Pole-Position (bei einem Spiel mehr auf dem Konto), TuRa Niederhöchstadt und der SC Offheim jagen den Ligaprimus. Besonders brisant: Der Tabellenführer muss Mitte Mai hintereinander gegen beide Konkurrenten im direkten Duell antreten. Die FuPa-Redaktion hat die aktuelle Situation bei den drei Aufstiegskandidaten unter die Lupe genommen.

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VfB Unterliederbach: Der Gejagte

Der VfB Unterliederbach führt die Gruppenliga mit 61 Punkten an. Mit 89 geschossenen Toren stellt der VfB die mit Abstand beste Offensive der Liga. Für Patrick Barnes, den Sportlichen Leiter des VfB, liegt die aktuelle Tabellenposition auf einer Linie mit der Erwartungshaltung vor der Saison. "Ich habe immer einen hohen Anspruch. Wir wollten, wenn es um den Aufstieg geht, auf jeden Fall ein Wörtchen mitsprechen", sagt der 41-Jährige.

Nach der Hinrunde, die sie als Herbstmeister abschlossen, werden sie auch in der Rückrunde, bei sieben Siegen aus zehn Spielen, ihrer Favoritenrolle bisher gerecht. Aufkeimende Unwägbarkeiten, wie der zwischenzeitliche Ausfall von Top-Torjäger Justin Matthews (28 Saisontore) zu Beginn der Rückrunde oder eine Schwäche beim Verteidigen von gegnerischen Standardsituationen, habe die Mannschaft überwunden, sagt Barnes. Die Standardschwäche liege an fehlender "Gier und Wille". Dies sei klar angesprochen und gezielt trainiert worden. Nun ist sich Barnes sicher, dass die Standard-Schwäche überwunden. Eine andere Erklärung sei laut Barnes, dass die Mannschaft den Druck gespürt habe, den Aufstieg möglicherweise zu verspielen. "Ich habe schon ein bisschen was erlebt und bin auf jeden Fall lieber in der Pole-Position, als der Jäger zu sein", sagt Barnes. In den verbleibenden Wochen rechnet er mit einem Dreikampf bis zum Saisonfinale: "Es wird eng, die anderen werden nicht viel liegenlassen. Einmal patzen kann schon zu viel sein".

Kommende Gegner: TSV Bleidenstadt (19.4.), FC Türk Kelsterbach (3.5.), SC Offheim (10.5.), TuRa Niederhöchstadt (17.5.), Spvgg. Eltville (23.5.), SV Erbenheim (31.5.)

TuRa Niederhöchstadt: Der Verfolger

Auf dem zweiten Tabellenplatz mit 56 Punkten befindet sich die beste Defensive der Liga, der TuRa Niederhöchstadt. Anders als für den Tabellenführer, ist für Carsten Ache, Sportlicher Leiter in Niederhöchstadt, dieses Jahr ein absolutes "Ausnahmejahr". Das letzte Mal in dieser Situation befand sich Niederhöchstadt im Jahr 2013, als sie in der Aufstiegsrelegation wegen des Torverhältnisses an ihrem derzeitigen Konkurrenten Unterliederbach scheiterten. Vor der Saison hatte Ache auf eine "ordentliche Saison" gehofft: "Das obere Tabellendrittel war das Ziel. Dass es so gut läuft, hätten weder Spieler, noch Verantwortliche gedacht". Aktuell spielt der TuRa eine nahezu makellose Rückrunde mit 22 von 27 möglichen Punkten. Trotzdem trauere Ache ein wenig der Hinrunde, genauer gesagt der Zeit zwischen Ende August und Anfang September 2025, nach. Dort gab es gegen den SC Offheim, den FC Bierstadt und den FC Dorndorf drei Niederlagen in Folge. Rückblickend beschreibt der 51-Jährige diese Phase als "katastrophal". Hätte man in dieser Phase besser gepunktet, würde die Mannschaft jetzt noch besser dastehen.

In dem anstehenden "Dreikampf" spreche, laut Ache, für seine Mannschaft vor allem eine "unheimliche Moral". Sie wollen die Aufstiegs-Chance, die sich ihnen bietet, unbedingt wahrnehmen.

Kommende Gegner: FV Biebrich II (19.4.), SV Wallrabenstein (24.4.), SG Rauenthal/Martinsthal (3.5.), SV Niedernhausen (10.5.), VfB Unterliederbach (17.5.), SG Nassau Diedenbergen (23.5.), SKG 23 Wiesbaden (31.5.)

SC Offheim: Der Außenseiter

Auf Tabellenplatz drei mit 53 Punkten findet sich der SC Offheim wieder. Der Aufsteiger aus der Kreisoberliga könnte den Doppelaufstieg möglich machen, ist dafür aber auf Schützenhilfe angewiesen. Für Trainer Christian Scheuren komme die aktuelle Situation sehr überraschend. Vor der Saison sei er "realistisch und zurückhaltend" gewesen, vor allem mit dem Blick darauf, wie sich vergangene Aufsteiger aus der KOL Limburg/Weilburg in der Gruppenliga geschlagen haben. "Die Gruppenliga ist eben ein heißes Pflaster", sagt Scheuren und sein Team sei "finanziell eher am unteren Ende einzuordnen".

In der KOL hielt sich Offheim lange Jahre im grauen Mittelfeld der Tabelle auf, ehe im vergangenen Jahr der Aufstieg gelang. Der Kern der Mannschaft bestehe auch weiterhin aus diesen KOL-Spielern. "Viele aus der Mannschaft haben einen unheimlichen Schritt nach vorne gemacht", sagt der Trainer. Im Verlauf dieser Saison sei dann das Gefühl, es könne etwas möglich sein, im Verein gewachsen, sagt Scheuren. Das Rückrundenspiel gegen Dorndorf, in dem die Offheimer es trotz durchwachsener Leistung schafften, "das Spiel zu ziehen", habe ihm gezeigt, die Mannschaft habe eine besondere "Mentalität" und "Charakter". Mit Blick auf den Saisonendspurt sagt Scheuren: "Wir haben jetzt schon die Ambition, jedes Spiel gewinnen zu wollen. Aber es liegt eben nicht in unserer Hand. Wenn die anderen ihre Hausaufgaben machen, wird es schwierig".

Neben der guten Ligasaison, ist der SCO auch ins Pokalfinale des Kreispokals Limburg-Weilburg eingezogen. Unter der Woche konnte Offheim einen 1:0-Erfolg im Halbfinale gegen den Verbandsligisten VfR 07 Limburg feiern. Im Finale bekommt wartet nun der SV Rot-Weiß Hadamar.

Kommende Gegner: SV Wallrabenstein (19.4.), SG Rauenthal/Martinsthal (25.4.), SV Niedernhausen (3.5.), VfB Unterliederbach (10.5.), SG Nassau Diedenbergen (17.5.), SKG 23 Wiesbaden (23.5.), FV Alemannia Nied (31.5.)

Die Spiele der drei Aufstiegskandidaten am kommenden Wochenende im Überblick: