
Laris Stjepanovic wechselt zu Haching. Der TSV Grünwald muss im Aufstiegsrennen ohne ihn auskommen. Coach Koch setzt auf David Halbich.
Die sofortige Bayernliga-Rückkehr hat der TSV Grünwald im Visier. Doch im spannenden Aufstiegsrennen der Landesliga Südost muss der Tabellenfünfte auf seinen Top-Torjäger verzichten: Laris Stjepanovic (18) hat sich zur SpVgg Unterhaching verabschiedet (wir berichteten).
Schon bei der Verpflichtung des Sturmtalents vom FC Ingolstadt, das 19 der bisher 65 TSV-Treffer markiert hat, war zu ahnen, dass die Keltenstraße nur eine Durchgangsstation sein könnte. „Wir hatten, als er gekommen ist, vereinbart, dass wir ihm keine Steine in den Weg legen, wenn er ein Angebot von einem höherklassigen Verein bekommt. Wichtig ist für mich, dass er den Weg unbedingt gehen will“, sagt Coach Sebastian Koch, der auf Ersatz aus den eigenen Reihen setzt: „So kann David Halbich jetzt wieder auf seiner Lieblingsposition spielen, beides sind ja Spieler, die man in die Tiefe schicken kann. Das verleiht uns vielleicht auch neuen Schwung.“
Der Stjepanovic-Abgang ist eine von wenigen, aber interessanten Personalien beim TSV. So kam mit Yannick Frey (24) ein Mann, der zuletzt in der Bayernliga beim ASV Cham und davor mit der SpVgg Bayreuth in der Regionalliga spielte. „Ein offensiver Außenbahnspieler, der uns alleine mit seiner Erfahrung hilft. Das ist fast wie ein Sechser im Lotto, so einen Spieler zu bekommen“, freut sich Koch. „Er ist befreundet mit unserem Spieler Daniel Leugner, seine Freundin spielt beim FC Bayern, deshalb ist er nach München gezogen.“
Weiterhelfen könnte auch Torwart Timon Körber (22), der von den Morningside Mustangs in Sioux City/Iowa kommt, aber eigentlich ein Grünwalder Eigengewächs ist. „Er hat ein Sportstipendium für die USA bekommen. Flo (Kochs Mit-Trainer Florian de Prato- d. Red.) kannte ihn vor dieser Zeit und hat gesagt, dass er eine positive Entwicklung gemacht hat, vor allem körperlich“, so Koch. „Ich war auch positiv überrascht. Das wird einen Konkurrenzkampf im Tor geben, zumal Lukas Brandl die ersten zwei Spiele rotgesperrt ist.“ Verlassen hat den TSV dafür der junge Keeper Timofii Protsenko (zur SG Moosach/Bruck). Mit Verteidiger Camillo Kaspar (22, TSV Murnau) und Offensivmann Mark Bollongino (24, SV Ebnat/Kreisliga Ostwürttemberg) gibt es zwei weitere Neuzugänge, die laut Koch für mehr Breite im Kader sorgen sollen.
Zudem bahnt sich die Rückkehr eines Langzeitverletzten an: Luis Müller absolvierte ein Jahr nach seinem Kreuzbandriss vergangene Woche die erste Trainingseinheit mit Ball. Marcel Kosuch hat seine Schambeinentzündung über den Winter „wirklich gut auskuriert“, so Koch, der Stürmer soll nun dosiert aufgebaut werden. Routinier Clemens Kubina wird hingegen wegen einer Meniskusverletzung eine Weile fehlen.
In den Tests sah Koch „Höhen und Tiefen“, wobei das 0:4 drei Tage nach dem Trainingsauftakt gegen die U19 des FC Bayern für ihn „ein Highlight-Spiel“ war: „Das kriegt man normal gar nicht. Es war trotz des Ergebnisses ein richtig gutes Spiel.“ Gleiches galt fürs 3:1 gegen den SV Heimstetten. Es folgten ein 0:3 gegen Türkgücü München, ein 1:1 gegen den VfR Gacrhing und ein 4:0 gegen den TSV Jetzendorf. „Wir wollten die gezielt die Belastung hoch halten, haben Trainingseinheiten durch Spiele ersetzt. Die Vorbereitung ist da, um etwas auszuprobieren und ich bin im Grunde zufrieden“, sagt Koch, dessen Team heute (19.30 Uhr) den TSV Dachau 1865 empfängt. In der Liga geht es am Samstag, 28. Februar (14 Uhr), zuhause gegen den Kirchheimer SC los.