2025-12-17T10:26:01.779Z

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Das Licht einer der Flutlichtanlagen ist gegen den MSV Duisburg ausgefallen.
Das Licht einer der Flutlichtanlagen ist gegen den MSV Duisburg ausgefallen. – Foto: Robin Bogaletzki

Grotenburg: Umrüstung auf LED-Flutlicht

Der Ausfall eines Teils der Flutlichtanlage in der Grotenburg beim Pokalspiel am Mittwochabend hat die Überlegungen der Stadt zu einer Umrüstung vorangetrieben. Im Sommer solle auf LED umgestellt werden, heißt es. Zunächst solle auf Abläufe geachtet werden.

Der Schreck bei den Verantwortlichen der Stadt und des KFC Uerdingen war am Mittwochabend groß. Just beim großen Pokalspiel mit knapp 10.000 Zuschauern gegen Drittliga-Topteam MSV Duisburg war ein Teil der Flutlichtanlage gegen Ende der ersten Halbzeit plötzlich ausgefallen. Das Spielfeld lag im Halbdunkel, an eine Fortsetzung des Spiels war nicht zu denken. Die Verantwortlichen loben im Nachgang die umsichtige Reaktion von Schiedsrichter Davide Zeisberg und seinem Team, die pragmatisch handelten, die Halbzeitpause vorzogen und dann in der zweiten Halbzeit den Rest des ersten Durchgangs nachspielen ließen.

Längere Abkühlungszeit

„Ein großes Kompliment gilt dem Schiedsrichterteam um Davide Zeisberg, das die Halbzeit ganz pragmatisch nach vorne gezogen und die fehlenden Minuten nach der Halbzeitpause hat nachspielen lassen. Das war eine sehr kluge Entscheidung im Sinne des Sports und der Zuschauer“, sagt Stadtdirektor Markus Schön, der auch betont, dass trotz des Ausfalls der Flutlichtanlage die Sicherheit im Stadion nie gefährdet gewesen sei.

Die Fehlersuche habe dabei sehr schnell ein Ergebnis erbracht. Bereits nach wenigen Minuten sei ermittelt gewesen, dass es zu einer Spannungsspitze gekommen sei. Diese habe eine Sicherung ausgelöst, sodass die Flutlichtanlage abgeschaltet worden sei. Die fragliche Sicherung sei zwar umgehend gefunden und wieder eingesetzt worden, damit hätte die Beleuchtung aber nicht sofort wieder starten können. Das Problem: Aktuell funktioniert die Beleuchtung über sogenannte HQI-Lampen. Dabei handelt es sich um Halogen-Metalldampflampen. Diese leuchten sehr hell und waren noch vor Jahren durchaus Stand der Technik. Allerdings haben sie einen entscheidenden Nachteil: Werden sie ausgeschaltet, müssen sie zunächst mehrere Minuten abkühlen, bevor sie wieder eingeschaltet werden können. Diese Abkühlungszeit habe zum gut 20-minütigen Ausfall der Beleuchtung in der Grotenburg geführt.

Außerdem haben die HQI-Lampen im Vergleich zu moderner Technik einen weiteren großen Nachteil, denn sie verbrauchen im Vergleich extrem viel Energie. Darum fiel jetzt in der Stadtspitze und dem Zentralen Gebäudemanagement die Entscheidung, relativ zeitnah, das bedeutet zur nächsten Möglichkeit in der Spielpause der Fußballsaison im kommenden Sommer, von der bestehenden Technik auf LED umrüsten. Das habe gleich mehrere Vorteile: Da der Energieverbrauch um Größenordnungen geringer sei, lasse sich auf Dauer nicht nur viel Geld für Stromkosten sparen, auch Spannungsspitzen könnten so vermieden werden. Außerdem benötigen LED-Lampen keinerlei Abkühlzeit, sodass sie binnen Sekunden aus- und wieder eingeschaltet werden können und sofort volle Lichtleistung bringen.

Und auch in der Performance seien diese Lampen der bestehenden Technik mindestens gleichwertig, wenn nicht überlegen. Die Ausleuchtung sei insgesamt gleichmäßiger, gibt die Stadt an.

Football noch mit den "alten" Lichtern

Die neue Technik kommt aber zu spät für das nächste Großereignis in der Grotenburg: Am kommenden Wochenende findet die Finalrunde der Europameisterschaft im American Football in der Grotenburg statt. Am Samstag, 25. Oktober, werden zunächst Deutschland und Österreich ab 19 Uhr ihr Halbfinale austragen. Am folgenden Dienstag, 28. Oktober, werden sowohl das Spiel um Platz 3 (ab 15 Uhr), als auch das Finale (ab 19 Uhr) ausgetragen. All diese Spiele werden zumindest teilweise bei Flutlicht gespielt.

Darum seien bereits Handlungsoptionen eruiert worden, um Spannungsspitzen bei diesen Topevents zu vermeiden. Angela Naebers, stellvertretende Betriebsleiterin des Zentralen Gebäudemanagements, habe das zuständige Ingenieurbüro beauftragt, eine detaillierte Überprüfung der Anlage einzuleiten und weitere Maßnahmen zur Vermeidung einer solchen Störung zu ergreifen. „Um solche Situationen zu verhindern, werden die verschiedenen Nutzergruppen des Stadions auf die örtlichen Gegebenheiten hingewiesen mit dem Ziel, Lastspitzen zu vermeiden – auch im Hinblick auf die in Krefeld stattfindende Football-EM, die am 25. Oktober in der Grotenburg mit dem Spiel Deutschlands gegen Österreich startet (Beginn: 19 Uhr). Die Abstimmung mit den Krefeld Ravens war dazu bisher immer vorbildlich“, heißt es von der Stadt.

Die schnelle Reaktion aller Verantwortlichen am Mittwoch habe dafür gesorgt, dass auch beim Pokalspiel am Ende ein reguläres und gutes Spiel zustande gekommen sei, betonen die Verantwortlichen. „Mein Dank gilt allen, die an diesem Pokalabend in unserer Grotenburg so schnell dafür haben sorgen können, dass das Flutlicht wieder in Betrieb genommen werden konnte. Technische Ausfälle dieser Art kann man bei einem so traditionsreichen Stadion mit der alten Flutlichtanlage nie ganz ausschließen. Wir haben uns aber nach dem technischen Defekt vor Ort sehr schnell abgestimmt und sofort eine Lösung gefunden“, betont Schön

Aufrufe: 021.10.2025, 12:00 Uhr
RP/ Sven Schalljo Autor