Fusions-Plan sorgt für Diskussionen

Der demografische Wandel geht auch am Oldenburger Fußball nicht vorbei dass es in Zukunft immer weniger junge Menschen gibt, zwingt die Verantwortlichen ...
auch zum Handeln. Daher streben die sechs NFV-Kreise Oldenburg-Stadt, Oldenburg-Land/Delmenhorst, Ammerland, Friesland, Wilhelmshaven und Wesermarsch zur Saison 2016/2017 eine Fusion zu einem Großkreis an. Das Thema steht bei der Arbeitstagung der Obleute der Vereine am kommenden Montag (19.30 Uhr, VfL-Vereinsheim Rebenstraße) als Hauptpunkt auf der Tagesordnung.

Durch den Zusammenschluss würden die Kreise die Kriterien des DFB erfüllen, die dieser in seinem Masterplan aufgestellt hat. Wegen der Bedeutung dieses Programmpunktes bittet der Kreisvorstand alle Vereine um ihre Teilnahme. Eins ist klar: Die Fusion zum Großkreis sorgt für intensive Diskussionen.

"Wir sollten selbst eine Entscheidung treffen, bevor uns etwas aufoktroyiert wird", sagt Enno Cording, Vorsitzender des NFV-Kreises Oldenburg-Stadt. Deshalb will der Vorstand bei der Arbeitstagung den Obleuten die Folgen dieser Fusion für den Männer- und Jugendfußball erläutern. "Wir müssen jetzt die Zukunft diskutieren. Auch wenn sich die Strukturen ändern, der Fußball selbst ändert sich dadurch nicht", sagt Cording zu den angedachten Neuerungen.

Im Männerbereich soll zwischen der Bezirksliga II und den bisherigen Kreisligen eine Fusionsliga eingeführt werden. Die Kreisligen und die Kreisklassen bleiben in ihrer Struktur bestehen. Im Jugendbereich ist der NFV-Kreis Oldenburg-Stadt ohnehin schon in weitgehende Spielgemeinschaften eingebunden.

Die A-, B- und C-Junioren spielen mit den Kreisen Ammerland,Wesermarsch und Oldenburg-Land/Delmenhorst in gemeinsamen Kreisligen. In den betreffenden Kreisklassen besteht eine Spielgemeinschaft mit Oldenburg-Land/Delmenhorst. Die D-Junioren spielen in der Kreisliga zusammen mit Ammerland und Oldenburg-Land/Delmenhorst, die E-Junioren mit Oldenburg-Land/Delmenhorst.

Änderungen wird es also nur bei den Kreisligen der A-, B- und C-Junioren geben, weil die Vereine aus Friesland und Wilhelmshaven eingebunden werden sollen. Diese spielen noch auf Bezirksebene mit den ostfriesischen Kreisen Emden, Leer, Aurich und Wittmund zusammen. Diese vier Kreise wollen sich selbst bis spätestens 2017 zu einem Großkreis zusammentun.

"Die Fusion muss kommen je schneller, desto besser", hat sich Jürgen Gaden, Trainer von Kreisligist SW Oldenburg, deutlich positioniert. "Nur mit dem Großkreis können wir die Wege in etwa so halten, wie sie jetzt sind. Wir sollten nicht warten, bis der NFV uns in eine vielleicht ganz andere Fusion zwingt", warnt Gaden auch vor einer Verzögerung.

Nur die geplante Zusammensetzung der neuen Fusionsliga passt dem SWO-Trainer nicht. "Dass die Meister der 1. Kreisklassen die Kreisligen überspringen sollen, ist ein Witz", kritisiert er die Aufstiegsregelung, die für den Übergang angedacht ist.

Nach aktuellem Stand würde theoretisch der TuS Bloherfelde als Spitzenreiter der höchsten Kreisklasse der Stadt in die Fusionsliga eingeordnet werden. Aus der aktuellen Kreisliga 3, in der die Oldenburger Teams die Plätze fünf bis elf einnehmen, würde kein Team dabei sein.

Unter diesen sieben Stadtteams, die nach derzeitigem Stand in die Staffel 2 der Fusionsklasse A eingereiht würden, wäre auch TuS Eversten. TSE-Obmann Helmut Westerholt ist kein Freund der Fusion. "Unser Kreis ist eigentlich groß genug. Durch längere Fahrten werden uns auch höhere Kosten entstehen", befürchtet er steigende finanzielle Belastungen.

Aufrufe: 011.2.2015, 06:50 Uhr
Manfred MietzonAutor