2026-06-01T10:27:43.393Z

Spielbericht

Große Erleichterung: SG Hungerbach schlägt Oberau und springt auf Relegationsplatz

Kreisklasse 3

von Oliver Rabuser · Heute, 10:00 Uhr · 0 Leser
Michael Listle (links) jubelt mit Tobias Schülla. Fußball, Kreisklasse 3, 30.5.2026, SG Hungerbach vs SG Oberau/Farchant 1:0.
Michael Listle (links) jubelt mit Tobias Schülla. Fußball, Kreisklasse 3, 30.5.2026, SG Hungerbach vs SG Oberau/Farchant 1:0. – Foto: Oliver Rabuser

Die SG Hungerbach hat durch ein 1:0 über einen direkten Konkurrenten den direkten Abstieg verhindert. In dieser Woche warten Relegationsspiele gegen den FC Mittenwald.

Kampf, Leidenschaft und Hingabe bis zur letzten Sekunde war für die SG Hungerbach der robuste Unterbau zur Vermeidung eines neuerlichen Abstiegs. Durch den 1:0-Erfolg über die SG Oberau/Farachant tauschten beide Rivalen auf ganz erhebliche Weise die Plätze in der Kreisklasse 3. Für die Spielgemeinschaft vom Gießenbach und der Föhrenheide geht es runter in die A-Klasse. Auf die SG Hungerbach warten in dieser Woche zwei spannende und dann alles entscheidende Ausscheidungsspiele gegen den FC Mittenwald.

Der Jubel nach Schlusspfiff war angemessen. Große Freude nach Schlusspfiff, vornehmlich Erleichterung in den Stunden danach. Zwar gab Gerhard Bertl den Seinen bei der Schlussbesprechung mit auf den Weg: „Heute reißen wir das Sportheim mal richtig ab.“ Ein Übermaß an Emotionen ließ die Mannschaft um ihren Kapitän und Siegtorschützen Michael Listle aber gar nicht erst aufkommen. Die Mission ist auf einem guten Weg, sie ist aber noch nicht vollendet.

Erleichtert zeigte sich der Trainer. „Wir haben uns einen Plan überlegt, aber letztendlich war es dann ein reines Abstiegsspiel.“ Unmissverständlich stellt Bertl klar, dass man diesen Sieg ungeachtet des Zustandekommens verdient habe. „Weil wir heuer viele knappe Spiele genau so verloren haben.“ Was der Coach meint: Spielerische Überlegenheit passten nicht zum Elaborat. Diesmal war das spielerische Element allerdings weitgehend ausgespart. Gästetrainer Jan Tischer wertete den ersten Abschnitt als „grausam für die Zuschauer“, da der Ball seiner Wahrnehmung nach allenfalls rund zehn Minuten netto im Spielfeld bewegt worden sei.

Darüber hinaus fand Tischer weitere Gründe, um mit den Geschehnissen zu hadern. Kurz nachdem Alexander Wurst eine veritable Kopfballchance für die Hausherren ausgelassen hatte, kam es auf der anderen Seite zu einer gigantischen Slapstik-Aktion. Den Oberauern versagten innerhalb von wenigen Sekunden bei wenigsten drei sogenannten 1000-prozentigen Torchancen die Nerven. „Leidenschaftlich verteidigt, das Sinnbild dieses Spiels“, betonte Bertl, wohingegen es für Tischer „dafür keine Erklärung“ gab. Am Ende strahlte Keeper Sebastian Attenberger als gefeierte Held dieses Moments. Wenig später taf dann Listle per Abstauber zum 1:0m Tobias Schülla hatte kernig abgezogen. Und um ein Haar hätte Lukas Streicher nach Vorlage von Jonas Listle nachgelegt, schaffte es aber nicht mehr, den Ball am Pfosten vorbeizubringen.

Nach der Pause fuhr die SG die Zweikampfschiene noch kompromissloser, während die Werdenfelser auf eine Reihe hoher Flugbälle setzten. Dominik Schuberts nicht geahndete Tätlichkeit vor der Hungerbacher Bank schuf noch einmal eine massive Emotionsspitze. „Unnötig“, wetterte Bertl. Nach 95 Spielminuten aber kanalisierte sich alles in kollektive Glückseligkeit. Zumindest auf einer Seite.