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Grevenbroich: 350.000 Euro für die Stadion-Tribüne

Ohne Tribüne wäre die Sportanlage am Schloss kein echtes Stadion. Doch den 65 Meter langen Zuschauerrängen geht’s schlecht: An vielen Stellen platzt der Beton ab. Nun soll der Bau aufgemöbelt werden. Ziel ist eine um 20 Jahre verlängerte Lebensdauer.

von BGZ / Christian Kandzorra · 13.08.2025, 16:00 Uhr · 0 Leser
Die Tribüne des Schlossstadions wird umfassend saniert.
Die Tribüne des Schlossstadions wird umfassend saniert. – Foto: Frank Vieten

Rostige Metallplanken als Sitzfläche, aufgeplatzter und ausgewaschener Beton, freiliegende Bewehrung: Die vergangenen fünf Jahrzehnte haben an der Zuschauertribüne im Schlossstadion ihre Spuren hinterlassen. Jetzt ist das 65 Meter lange und neun Sitzreihen zählende Bauwerk aus Stahlbeton so verschlissen, dass die Stadtbetriebe handeln müssen. Die Standsicherheit ist zwar nicht gefährdet. Mit „Smart Repair“ wird man allerdings auch nicht weit kommen.

Geplant ist eine umfangreiche Sanierungsaktion. Das Ziel: Die Lebensdauer der Tribüne soll um 20 Jahre verlängert werden. Die Kosten dafür: rund 350.000 Euro. Die wesentlichen Arbeiten sollen im Herbst beginnen und im März 2026 abgeschlossen werden. Die Ertüchtigung der Zuschauerränge fällt damit genau in den Zeitraum, in dem auf den Sportflächen ohnehin wegen der Witterung nicht gearbeitet werden kann: Bei winterlichem Wetter sind keine Arbeiten für den neuen Kunstrasen und die Tartanbahn möglich. Mit den Vorbereitungen war bereits vor wenigen Wochen begonnen worden.

Wenn es kälter wird, schlägt im Stadion also die Stunde der Beton-Sanierer. Sie werden wohl größere Geschütze auffahren müssen, um die Zuschauerränge auf Vordermann zu bringen. Verantwortlich für das Projekt zeichnet seitens der Stadtbetriebe Torsten Speck als Bereichsleiter Hochbau. Er spricht mit Blick auf die mindestens 800 Zuschauer fassende Tribüne von erheblichen Rissbildungen, Abplatzern am Sockel, von „fortgeschrittenen Verschleißerscheinungen“ an Sitz- und Trittflächen, von teilweise beschädigten oder korrodierten Stahlbauteilen. Das Bauwerk ist aber kein Fall für die Abrissbirne. Die Stadtbetriebe hatten zur Prüfung des genauen Zustands zuvor einen Gutachter eingeschaltet; die Sanierung soll sich lohnen.

Umfangreiche Maßnahmen stehen an

Um der Risse Herr zu werden, rücken Fachleute ab Herbst mit einem speziellen Zementleim an. Auch Fugen sollen neu abgedichtet werden. An einigen Stellen wird überdies Epoxidharz zum Einsatz kommen. Im Sockelbereich muss verschlissener Beton abgetragen werden – ein Prozedere, das laut Torsten Speck größeren Aufwand erfordert. Am Ende sollen etwa die Treppenstufen für mehr Sicherheit mit einem rutschfesten Belag ausgestattet werden. Darüber hinaus muss die tragende Konstruktion der Tribüne vor Rost geschützt werden: Träger und Stützen, dazu Geländer.

Der Verschleiß ist der Einschätzung von Torsten Speck zufolge dem Alter der Tribüne entsprechend: Umwelteinflüsse und nicht zuletzt die Witterung nagten an dem Beton. Viele Bautätigkeiten müssen nun in Handarbeit ausgeführt werden, vieles punktuell. Wie es nach Erledigung all dieser Dinge an der Tribüne weitergeht, ist übrigens noch offen: Die Stadt möchte (passend zur Sanierung des Schlossstadions insgesamt) ein Nutzungskonzept gemeinsam mit den dort aktiven Vereinen erstellen und eventuelle Restarbeiten in einem zweiten Bauabschnitt erledigen. Dann werden keine schweren Maschinen mehr anrollen müssen, sagt Manuel Zobel von der Stabstelle Sport bei der Stadtverwaltung.

Der Startschuss für die Arbeiten im Schlossstadion allgemein ist bereits vor wenigen Wochen gefallen. Spätestens im Sommer 2027 sollen die Fußballer dort auf Kunstrasen kicken können, dann soll es auch moderne Anlagen für Leichtathleten geben. Das knapp vier Millionen Euro teure Infrastrukturprojekt beginnt mit der Verdichtung des Bodens, für die eine 30 Tonnen schwere Spezialwalze eingesetzt wird. Der Grund: Unter dem Spielfeld, das zuletzt auf Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg untersucht worden war , befinden sich Torflinsen, die ohne Verdichtung des Erdreichs langfristig zu Unebenheiten etwa auf dem Fußballplatz führen könnten.