
Die Grefrather zeigten vor allen Dingen in den ersten 45 Minuten eine bärenstarke Vorstellung und gewannen unangefochten mit 4:0 (3:0). Durch diesen Erfolg bauten sie ihre vielversprechende Position, das Heimspiel gegen die Zweite des SC Union Nettetal vor der Brust – fraglos die nächste lösbare Aufgabe –, im vorderen Mittelfeld weiter aus.
Für die gastgebende Truppe von Trainer Andre Meier dagegen, von denen alle in dieser Auseinandersetzung doch schon erheblich mehr erwartet hatten, spitzt sich die Lage am Tabellenende immer weiter zu, weil zum Beispiel Türkiyemspor Mönchengladbach gewann beziehungsweise der CSV Marathon Krefeld gegen TuS Wickrath unerwartet zu einem Zähler kam. Ob kommende Woche ausgerechnet bei der DJK Fortuna Dilkrath mit ihrem überragenden Torjäger Moritz Münten die Wende eingeläutet werden kann, muss nach dieser Vorstellung aber arg bezweifelt werden.
Nach zehnminütigem Abtasten übernahm der SSV bis zum Halbzeitpfiff vollständig die Initiative. Nach Vorarbeit von Gerrit Lenssen vollstreckte Christopher Claeren, der seine Sperre abgesessen hatte und auf der rechten Seite hinter der Sturmspitze agierte, zur Grefrather Führung (14.). Per Kopf legte Goalgetter Lukas Hanssen nach (36.), wobei dieses Mal der ehemalige Kempener Sven Keller der Wegbereiter war. Für Hanssen war es Saisontor zehn. In der Phase sah es so aus, als sollten die Thomasstädter besser in die Partie kommen. Für sie zum ungünstigsten Zeitpunkt, nämlich kurz vor dem Pausenpfiff, erhöhte Claeren auf 3:0 (44.).
Wer nach dem Seitenwechsel mit dem großen Aufbäumen der Hausherren gerechnet hatte, wurde schnell eines Besseren belehrt. Gerrit Lenssen, zuvor zweimal am schuldlosen Kempener Keeper Niclas Roosen gescheitert, zirkelte einen Freistoß aus 25 Metern ins lange Eck (49.). Danach tat sich erheblich weniger als im ersten Durchgang. Die Grefrather spielten die Sache, ohne jetzt noch selbst große Torgefahr auszustrahlen, locker runter, wobei ihr Schlussmann Felix Misko zweimal gut parierte, weshalb am Schluss die Null stand.
SSV-Coach Alexander Thamm meinte nach dem Schlusspfiff: „Aufgrund unserer ersten Halbzeit, wo wir dominant Fußball gespielt haben und konsequent in den Zweikämpfen bei der Sache waren, ein verdienter Sieg. Wir haben von Anfang dafür gesorgt, dass kein hektisches Derbyfeeling aufkam und alle Tore zum passenden Zeitpunkt erzielt.“