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Spielbericht

Grasbrunns Markus De Prato: „Haben nie Kreisliganiveau erreicht“

Coach hatte eine Vorahnung

von Patrik Stäbler · 29.09.2025, 15:08 Uhr · 0 Leser
Der Coach als Krankenpfleger: Markus de Prato prüft die Temperatur von Benedikt Löhnert; in der Pause wechselt er den Abwehrchef aus.
Der Coach als Krankenpfleger: Markus de Prato prüft die Temperatur von Benedikt Löhnert; in der Pause wechselt er den Abwehrchef aus. – Foto: Dieter Michalek

Er sei nicht einer dieser Trainer, der jede Woche mehrmals die Tabelle studiere, sagt Markus De Prato, der seit mittlerweile fünf Jahren den TSV Grasbrunn betreut.

Grasbrunn – Jener Blick aufs Team habe bereits beim Abschlusstraining vor dem Heimduell gegen den TSV Waldtrudering in der Kreisliga 3 nichts Gutes verheißen, sagt De Prato. „Es hat sich da schon abgezeichnet, dass das sehr schwierig werden könnte.“

Diese üble Vorahnung bewahrheitet sich dann auch in den 90 Spielminuten, „in denen wir zu keiner Phase Kreisliganiveau erreicht haben“, kritisiert der Coach. Die Folge ist eine 1:4-Niederlage, „die auch in dieser Höhe absolut verdient ist“.

Dabei geht seine Mannschaft vor 60 Zuschauern in der zwölften Minute sogar mit 1:0 in Führung – durch Fabian Listl und unter kräftiger Mithilfe des Gegners. Denn deren Torhüter bekommt einen Freistoß aus dem Halbfeld nicht richtig zu fassen, sodass ihm die Kugel durchrutscht und im Netz der bis dahin klar stärkeren Waldtruderinger landet.

Zu früh gejubelt: Nach zwölf Minuten erzielt Fabian Listl (r; mit Robin Spitaler) das 1:0 für Grasbrunn, nach dem Seitenwechsel kassieren die Platzherren noch vier Gegentore.
Zu früh gejubelt: Nach zwölf Minuten erzielt Fabian Listl (r; mit Robin Spitaler) das 1:0 für Grasbrunn, nach dem Seitenwechsel kassieren die Platzherren noch vier Gegentore. – Foto: Dieter Michalek

Dieser Treffer kann indes weder Grasbrunn in die Spur noch die Gäste aus München aus dem Konzept bringen. „Wir waren das ganze Spiel über weit weg von dem, was wir eigentlich können“, hadert Markus De Prato. Und nach dem Gang in die Kabinen, den Grasbrunn mit einer „sehr glücklichen“ Führung im Rücken antritt, präsentieren sich die Platzherren im zweiten Durchgang sogar noch schwächer. „Da haben wir den Gegner dann förmlich zu Toren eingeladen“, moniert der TSV-Coach.

Ein Hauptgrund hierfür ist ihm zufolge der Ausfall von Abwehrchef Benedikt Löhnert, der in der Halbzeit krankheitsbedingt vom Feld muss. „Er ist ein unglaublich wichtiger Spieler für uns“, sagt De Prato über den 24-Jährigen. „Weil er einer ist, der den Laden hinten zusammenhalten kann, auch wenn’s nicht so läuft.“ Ohne Löhnert verliert die Grasbrunner Abwehr sichtlich an Stabilität, sodass sie dem Sturmlauf des Gegners nach der Pause nur mehr neun Minuten lang standhalten kann.

De Prato mahnt beim TSV Grasbrunn zur Ruhe

Dann gelingt Simon Holderried zunächst der überfällige Ausgleich zum 1:1. Und kaum ist der Bann bei Waldtrudering einmal gebrochen, kommt es knüppeldick für die zunehmend chancenlosen Platzherren. Denn keine drei Minuten nach dem ersten Streich bringt Filippo Bieringer die Gäste erstmals in Führung. Und wiederum drei Minuten später schlägt Christopher Franz ein weiteres Mal zu und sorgt mit dem 3:1 für die Vorentscheidung. Während Grasbrunn auch in der Folge offensiv harmlos bleibt, erzielen die Gäste in der 79. Minute noch ein viertes Tor – durch Philipp Hauschild zum 4:1-Endstand.

„Man hat gesehen, dass wir es noch nicht kompensieren können, wenn mehrere wichtige Spieler bei uns ausfallen“, bilanziert Markus De Prato nach der zweiten Saisonniederlage. Mit acht Punkten aus sechs Spielen liegt seine Elf nunmehr auf Tabellenrang sieben – „also kein Grund, in Panik zu verfallen“, beruhigt der Coach. Und doch fordert er am Dienstag im Training eine Reaktion seiner Kicker – auch mit Blick auf den darauffolgenden Abend. Denn dann geht’s für die Grasbrunner zum Mannschaftsabend auf die Wiesn. (ps)

TSV Grasbrunn – TSV Waldtrudering 1:4 (1:0) Grasbrunn: Stephinger, Afrough, Kappelmayr, Hercog (69. Palladino), Fischer, Heigl, Listl, Röll, Oberndörfer (59. Rohrmoser), Löhnert (46. Zessel), Spitaler (62. Holländer). Tore: 1:0 Listl (12.), 1:1 Holderried (54.), 1:2 Bieringer (58.), 1:3 Franz (61.), 1:4 Hauschild (79.). Schiedsrichter: Joachim Bartl (ESV München-Ost) – Zuschauer: 60.