
Mit Kampfkraft bezwang TSV Grafing den Gegner auf Kunstrasen. ATSV scheiterte mit seiner Tiki-Taka-Strategie in allen Zweikampfsituationen.
Grafing – Taktik, Wille und Zweikampfstärke. Das waren die Zutaten, mit denen sich die Grafinger gegen Kirchseeon als Titelaspirant in der Kreisklasse 6 (München) zurückmeldeten. Die Taktik bestimmte, nicht auf den Wunsch des ATSV nach einer Spielverlegung einzugehen. „Obwohl auch wir lieber auf Rasen gespielt hätten“, versicherte Grafings Coach Stefan Holzmann nach dem 5:1-Erfolg.
Doch gegen einen dezimierten ATSV – auf der Bank nur Spieler der Zweiten – geriet der gewohnt enge Kunstrasen zum Grafinger Vorteil. Hinzu kam „die beste erste Halbzeit, seitdem ich hier Trainer bin“, gespielt zu haben, wie Holzmann stolz anmerkte. Während der TSV Willen und Überzeugung ausstrahlte, war vom ATSV kaum etwas zu sehen. „Wir haben alle Zweikämpfe verloren“, gestand Dimitrios Georgakopoulos ein. Seine Mannschaft habe nicht verstanden, auf diesem Platz zu spielen. „Nicht mit Technik, sondern mit Kraft. Aber wir wollten Tiki-Taka spielen.“
Grafing habe es vorgemacht. „Zwischen der 35. und 45. Minute haben wir das Spiel verloren“, resümierte der ATSV-Coach. Nach dem 2:0 durch Tobias Hainthaler (22.) und Matthias Esterl (29.) hätte man mit möglichen Anschlusstreffern eine Wende schaffen können. Doch dann wurden die Gäste von Wirbelwind Moritz Saißreiner davon geweht. Wie der Grafinger die Abwehr auf dem Weg zum 3:0 stehen ließ, war sehenswert (45.). „Eine supergute Einzelaktion“, jubelte Stefan Holzmann. In seiner Euphorie legte Saißreiner noch vor dem Pausenpfiff nach – 4:0 (45.+1).
Georgakopoulos war zu diesem Zeitpunkt „peinlich“ berührt. Zwar rafften sich seine Spieler in der zweiten Halbzeit nochmal auf, während Grafing nach dem Seitenwechsel zunächst eine eher „lasche Körperhaltung“ an den Tag legte (O-Ton Holzmann). Der erwachte ATSV-Elan führte zum 1:4 (52.) durch Danny Hahne, doch weitere Tore wollten den Gästen nicht gelingen. Im Gegensatz zum TSV, der das 5:1 nachlegte (87./Johannes Oswald).
„Die Grafinger hatten den stärkeren Willen“, stellte Kirchseeons Trainer fest. Während der TSV (punktgleich mit dem Tabellenzweiten FC Dreistern) wieder im Titelkampf mitmischt, sind die ATSV-Chancen auf eine direkte Rückkehr in die Kreisliga geschrumpft. Georgakopoulos: „Es wird schwierig, aber es ist noch nicht vorbei.“