2026-06-03T09:07:03.210Z

Transfers

Graber verlässt TuS Neuhausen

Die rheinhessische Trainer-Legende könnte vor dem vollständigen Abschied von der Trainerbank stehen +++ Im Moment sei jedenfalls der „Akku leer“, sagt der Coach +++ Eine Nachfolgeregelung ist bereits gefunden

von Michael Mayer · Heute, 14:00 Uhr · 0 Leser
Ein Bild von historischem Wert: TuS Neuhausens Trainergespann mit Franz Graber (stehend) mit Co-Trainer Marco Stark. 	Archivfoto: Christine Dirigo / pakalski-press
Ein Bild von historischem Wert: TuS Neuhausens Trainergespann mit Franz Graber (stehend) mit Co-Trainer Marco Stark. Archivfoto: Christine Dirigo / pakalski-press

Neuhausen. Die viel und oft genutzte Metapher vom "Abenteuer Landesliga" ist für TuS Neuhausen seit einigen Wochen vorbei. Als Tabellenletzter ging es für die Wormser Fußballer nach nur einer Saison wieder zurück in die Bezirksliga. In dieser soll die Mannschaft eine gute Rolle spielen, das obere Drittel ist angepeilt, erläutert der Sportliche Leiter Dennis Dell.

Dieser Text wird euch kostenlos zur Verfügung gestellt von der Allgemeinen Zeitung und Wormser Zeitung.

Warum TuS Neuhausen absteigen musste

„Wir sind verdientermaßen abgestiegen, das ist Fakt“, blickt Dell auf eine Saison zurück, die einige Höhepunkte, wie die Derbysiege gegen Pfeddersheim und Wormatia II, zu bieten hatte, aber auch eine Vielzahl von klaren Niederlagen, darunter ein 0:10 gegen Mitaufsteiger FC Speyer.

Am Ende hatte Neuhausen als Schlusslicht nur 17 Zähler auf dem Konto, eine Torbilanz von 32 zu 95 und belegte außerdem den letzten Platz in der Fairnesstabelle. „Der Kader war einfach zu schwach, um die vielen Ausfälle, die uns in der Saison stets begleitet haben, zu kompensieren“, liefert Dell einen Erklärungsversuch für den „sang- und klanglosen Abstieg“, wie er es formuliert.

Zwei Abgänge und acht Neuzugänge für kommende Runde

Erfolgserlebnisse gab es in den letzten Landesliga-Wochen kaum noch. Eine Etage tiefer sollen die aber wieder öfter gefeiert werden können - auch wenn der Aufstieg in die Landesliga ausdrücklich nicht der Auftrag ist, bei einer zu erwartenden höheren Zahl an Aufsteigern aber möglich. Immerhin braucht die zukünftig dreigleisige Landesliga Teams von unten.

Dell ist optimistisch, dass seine Mannschaft in der nächsten Bezirksliga-Saison eine gute Rolle spielen wird, bleibt der Kader doch im Wesentlichen erhalten. Lediglich Christopher Ludwig (TSG Pfeddersheim) und Marcel Seibel (Rheingold Hamm) verlassen den Verein. Acht Neue stehen den Abgängen gegenüber, darunter TSG-Kapitän Fabio Schmidt und die jungen Hochheimer Noah Pinel und Dennis Selzer. Dell: „Fallobst sind wir mit diesem Kader sicher nicht. Wir sind breiter aufgestellt und treiben die Verjüngung der Mannschaft voran.“

Franz Graber: „Nach über dreißig Jahren Trainer-Dasein ist der Akku leer“

Der größte Unterschied im Personal wird sich mit dem Start in die Vorbereitung an der Seitenlinie offenbaren: Franz Graber ist nicht mehr Trainer in Neuhausen. „Nach über dreißig Jahren Trainer-Dasein ist der Akku leer“, lässt das Wormser Spieler- und Trainer-Urgestein verlautbaren. Ob er seine Laufbahn komplett beenden wird oder es sich nur um ein Pausieren handelt, darüber ist sich Graber selbst noch nicht im Klaren: „Eigentlich habe ich vor, ganz aufzuhören. Aber wie das in einem halben Jahr aussieht, weiß ich noch nicht.“

Marco Stark, die andere Hälfte des TuS-Cheftrainer-Gespanns, muss indes den Job in der Bezirkliga nicht alleine machen. Benjamin Himmel, vorzugsweise auf der Sechser- oder der Innenverteidigerposition zu finden, übernimmt das Coaching als Spielertrainer auf dem Platz, will damit der „verlängerte Arm von Marco Stark auf dem Feld“ sein, so Himmel. Der indes nicht ins kalte Wasser geworfen wird, sondern sogar schon zu Oberliga-Zeiten der TSG Pfeddersheim in gleicher Funktion den damaligen Cheftrainer Daniel Wilde unterstützt hat.

Benjamin Himmel fortan im Gespann mit Marco Stark

Der noch 34-Jährige, der Regionalliga-Erfahrung bei Kaiserslautern II und dem VfR Wormatia sammelte, erwartet, ähnlich wie Dennis Dell, dass sich Neuhausen in der kommenden Runde an den Spitzenplätzen orientieren wird. Himmel: „Je nachdem, wie viele Aufsteiger es letztendlich geben wird, sind wir also durchaus ein Kandidat für den Aufstieg.“