2026-04-09T03:39:01.720Z

Interview

Gonsenheims Kapitän Paul Simon: „Wir wissen, worauf es ankommt“

SV Gonsenheim im Oberliga-Abstiegskampf? Überraschend! Kapitän Paul Simon spricht im Interview über den Umgang damit und die Hilfe durch das emotionale Comeback von Ferhat Gündüz

von Torben Schröder · Heute, 15:00 Uhr · 0 Leser
Fangsicher: Gonsenheims Keeper Paul Simon sichert sich den Ball im Hinspiel gegen den FV Eppelborn. In Blau seine Teamkollegen Yoshiki Watai (links) und Julian Donges.     Archivfoto: Kristina Schäfer
Fangsicher: Gonsenheims Keeper Paul Simon sichert sich den Ball im Hinspiel gegen den FV Eppelborn. In Blau seine Teamkollegen Yoshiki Watai (links) und Julian Donges. Archivfoto: Kristina Schäfer

Mainz. Der SV Gonsenheim erlebt in der Oberliga eine Berg- und Talfahrt. Zwei Punkte sind es vor dem Gastspiel bei Schlusslicht FV Eppelborn (Samstag, 15.30 Uhr) bis zur Abstiegszone. Kapitän Paul Simon bezieht Stellung.

Dieser Text wird euch kostenlos zur Verfügung gestellt von der Allgemeinen Zeitung und Wormser Zeitung.

Nach Erfolgen wird oft betont, dass das jetzt in Sachen Wille und Einsatz der Maßstab sein muss. Ist das nicht eher Anlass zur Besorgnis?

Das sehe ich ähnlich. Die Basics sollten immer gegeben sein. Da hatten wir hin und wieder Probleme. Wenn wir die Gründe kennen würden, würden wir das abstellen. Aber wir lernen daraus, und ich werfe niemandem ein Einstellungsproblem vor.

Wie prekär ist die Lage?

Ich würde sie nicht als prekär bezeichnen. Eine kleine Serie kann viel verändern, in beide Richtungen. Die Tabelle ist extrem eng. Wir wissen um die Situation, haben aber keinen Angstschweiß auf der Stirn und wissen, dass es nur an uns liegt.

Ist der SVG eine Abstiegskampf-Mannschaft?

Ich würde uns, von den Spielern und den Zielen her, nicht so bezeichnen. Trotzdem stecken wir in der Situation, und das hat die Mannschaft jetzt angenommen. Wir wissen, worauf es ankommt.

Ist der spielerische Ansatz zu kompliziert für den Abstiegskampf?

Zu kompliziert würde ich nicht sagen, aber in der aktuellen Situation vielleicht nicht das, was es braucht. In einer Mannschaftssitzung kam der Wunsch auf, einfacheren Fußball zu spielen. Damit ist der Mannschaftsrat auf das Trainerteam zugegangen, das dieselbe Sichtweise hat. Die Basics zählen, dann fällt auch das Spielerische viel leichter. Wir wollen unseren Ansatz auch nicht über Bord werfen.

Was hat die Krebs-Erkrankung und das Comeback von Ferhat Gündüz in der Mannschaft ausgelöst?

Sehr viel. Die Nachricht am Anfang der Vorbereitung war ein Schock, der tief gesessen hat. Wie Ferhat mittrainiert oder, als er das nicht durfte, Ansprachen hielt, das reißt die Jungs mit. Als er Samstag wieder im Kreis stand, merkte man den Jungs an, dass sie beeindruckt waren. Er ist einfach ein Vorbild, wir haben alle riesigen Respekt.

Nun, beim Letzten, gibt es gar keine Ausreden, oder?

Ich bin sowieso kein Fan von Ausreden. Jeder kann die Tabelle lesen. Wir haben uns in der Hinrunde schwergetan gegen Eppelborn. In dieser Liga gibt es keine Laufkundschaft. Wir wollen und brauchen ganz klar die drei Punkte.

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Das Interview führte Torben Schröder