2026-05-06T12:44:31.715Z

Ligabericht

Gonsenheimer Slapstick-Tor reicht nicht

1:2-Niederlage gegen FK Pirmasens trotz bester Torchancen

von Torben Schröder · Gestern, 22:51 Uhr · 0 Leser
Elias Walter gelang ein höchst kurioses Tor.
Elias Walter gelang ein höchst kurioses Tor. – Foto: Pia Pfeifer (Archiv)

Drei Niederlagen am Stück, das liest sich wie ein Abwärtstrend. Doch wer den SV Gonsenheim gegen den 1. FC Kaiserslautern II (3:4) oder nun auch beim 1:2 (0:0) gegen den FK Pirmasens gesehen hat, mag kaum glauben, dass an den letzten drei Spieltagen der Oberliga immer noch eine rechnerische Abstiegsgefahr besteht.

„Wenn wir so bei Cosmos Koblenz gespielt hätten, hätten wir gewonnen“, schüttelt Trainer Luca Vanni mit Blick auf das 1:2 beim Aufsteiger voriges Wochenende den Kopf. Die Englische Woche mit drei Siegen zuvor gibt tabellarischen Puffer, doch diese Saison bleibt eine Berg- und Talfahrt – auch, weil der SVG-Coach problemlos eine potenzielle erste Elf zusammenbekommt, die nicht einsatzbereit war, beginnend mit seinem am Ellenbogen verletzten Kapitän Paul Simon im Tor.

Stellvertreter Marlon Müller hatte in Durchgang eins verblüffend wenig zu tun. Ein Freistoß des, wie sich weisen wollte, Mannes des Tages, Nico Wiltz, flog ans Lattenkreuz (22.). Sonst hatte nur der SVG Chancen – und was für welche. Maurice Neukirchs Kopfball flog knapp vorbei (15.), Top-Talent Titus Henseler zielte aus zwölf Metern hauchzart daneben (16.), und Elias Walter arbeitete sich bei seinem Startelf-Comeback nach anderthalb Monaten stark zwei riesige Chancen heraus – und verballerte sie kläglich (33., 38.). Manch verheißungsvolle Halbchance kam hinzu. Gonsenheim kann zur Pause führen? „Muss“, findet Vanni.

Eine Viertelstunde pure Action

Müllers erster Arbeitsnachweis war der mühelos gefangene Heber von Dennis Krob (48.) zum Auftakt einer spektakulären Viertelstunde. Wiltz legte mit Kopfball (52.) und Flachschuss (57.), jeweils über die linke Seite initiiert, zwei FKP-Treffer vor. Walter konterte zwischendrin mit einem Slapstick-Tor. Lauf aufs Gehäuse, Torwart Benjamin Reitz wehrt ab, der Ball prallt hoch, Michael Müller rennt seinen eigenen Keeper über den Haufen, der ins Tor plumpst – und der Ball prallt über ihm in den Winkel (53.).

Die Krönung dieser Viertelstunde verpasste Henseler mit einem Fallrückzieher, den Reitz stark parierte (60.). Danach fehlten die glasklaren Chancen, auch wenn der Tabellenzweite nie so ganz sattelfest wirkte. Beim SVG bemerkte man den Aderlass, von der Bank kam nicht mehr viel. Wobei ein Remis alles in allem für die Gonsenheimer auf jeden Fall verdient gewesen wäre. Gegen Spitzenreiter FCK verhinderte dies die letzte Aktion des Spiels.

Drei Gegner im Klassenkampf

Drei freie Tage für Köpfe und Beine, und dann geht es in die Vorbereitung auf die Klassenkämpfer Diefflen, Idar-Oberstein und Auersmacher. Ganz andere Spiele, ganz andere Anforderungen. „Die werden ums Überleben kämpfen“, sagt Vanni. Und betont: „Ich fand uns in der ersten Halbzeit auf allen Ebenen gut.“ Auch auswärts hätte der Chefcoach gern häufiger solche Auftritte. „In der zweiten Halbzeit kommen wir nicht so gut raus, reagieren aber sehr gut. Die Halbzeit war ausgeglichener.“

Aus einer Vielzahl Standards sprang, wie Vanni moniert, viel zu wenig heraus. Und die Chancenverwertung ist ohnehin ein bleibendes Thema beim SVG. „Aber man sieht, was drin ist mit dieser Truppe.“

SV Gonsenheim: Müller – Jindra, Dietze, Hangatta – Elhajj (89. Hofmann), Coric, Neukirch, Neal – Henseler (68. Eckart) – Walter (84. Vodi), Demir (68. Vogel).