2026-05-06T12:44:31.715Z

Allgemeines

Gnadental holt wichtigen Punkt in Kapellen

Das Derby in der Landesliga zwischen dem SC Kapellen und der DJK Gnadental geriet für den neutralen Zuschauer zwar zu einem ziemlichen Langeweiler, doch das war den Gästen ziemlich egal. Sie sind dem Klassenverbleib wieder ein Stück näher.

von RP / David Beineke · Heute, 12:30 Uhr · 0 Leser
Gnadental holt einen wichtigen Punkt im Derby
Gnadental holt einen wichtigen Punkt im Derby – Foto: Jacob Kingsley Amuah

Ein prickelnder Sonntag war das nicht für den SC Kapellen. Es war zwar schon länger klar, doch nun ist es amtlich. Durch den 3:1-Heimsieg der 1. Spvg. Solingen-Wald gegen den FC Kosova steht nun fest, dass der SCK trotz seiner starken Rückrunde nicht mehr Meister der Landesliga werden kann. Daran hätte auch ein Heimsieg im Derby gegen den Aufsteiger DJK Gnadental nichts mehr ändern können. Dennoch hätten die Kapellener sicher gerne mehr geholt als das 1:1 (0:0), das unter dem Strich bei der Partie im Jupp-Breuer-Stadion heraussprang.

„Es nützt nichts, wenn man viel Ballbesitz hat, in den entscheidenden Szenen aber zu ungenau agiert“, meinte Kapellens Sportlicher Leiter Jörg Ferber nach der Partie. Angesichts seiner alten Verbindungen nach Gnadental konnte er aber auch dem Unentschieden etwas abgewinnen: „Durch das 1:1 haben sich die Gnadentaler gerettet und es gibt nächstes Jahr wieder dieses Derby in der Landesliga.“ Ganz so weit wollte DJK-Coach Sebastian Michalsky zwar noch nicht gehen, doch er machte keinen Hehl daraus, dass der eine Zähler ihn sehr zufrieden machte. Weil nämlich Wülfrath am Sonntag beim ASV Süchteln unterlag, konnten die Gnadentaler ihren Vorsprung auf den Relegationsplatz bei drei noch ausstehenden Partien auf sieben Punkte erhöhen. „Das war wichtig, weil wir gegenüber Wülfrath den schlechteren direkten Vergleich haben. Aber durch sind wir noch nicht, wir sollten es möglichst am nächsten Spieltag klarmachen“, sagte Michalsky.

Er hatte schon im Vorfeld angekündigt, mit einem Zähler im Lokalduell sehr gut leben zu können und eine eher konservative Herangehensweise in Betracht zu ziehen. Zumal die Gefahr bestand, dass die für die DJK-Offensive so wichtigen Ibrahima Traoré und Vojno Jesic ausfallen würden. Und tatsächlich nahmen dann beide am Sonntag in Zivil auf der Bank Platz. So legten die Gäste gegen die schnellen und abschlussstarken Kapellener in erster Linie Wert auf defensive Stabilität, allerdings ohne sich dabei in der eigenen Hälfte einzugraben. Ziel war es, den SCK so oft wie möglich bei Pressing-Situationen zu stressen, um nach Ballgewinnen eigene Chancen zu kreieren. Darüber hinaus war zu merken, dass die Gnadentaler bestrebt waren, wo immer es ging, Tempo aus dem Spiel und Zeit von der Uhr zu nehmen.

Weil die Kapellener damit ihre Probleme hatten, konnten die knapp 200 Zuschauer zwar das schöne Frühlingswetter genießen, einen fußballerischen Leckerbissen und/oder ein rassiges Derby bekamen sie aber nicht zu sehen. Auch die Emotionen hielten sich stark in Grenzen. Einfacher wäre es für die Kapellener sicher geworden, wenn sie zeitig in Führung gegangen wären, doch bei der klarsten Chance scheiterten im ersten Durchgang zunächst Luca Jerz und dann im Nachgang Kazuki Hayashi an Nico Bayer, dem früheren SCK-Keeper im Gnadentaler Tor.

„Das wäre des Guten zu viel gewesen“

Nach dem Seitenwechsel nahmen die Gastgeber personelle Anpassungen vor und waren sichtbar bemüht, mehr Tempo durch weniger Kontakte und schnellere Kombinationen in ihr Spiel zu bekommen, um so Lücken in den gut organisierten Abwehrverbund des Lokalrivalen zu reißen. Das war schon in der 55. Minute von Erfolg gekrönt, als Luis Giesen schön im Strafraum angespielt wurde, zwei Gegenspieler mit Finten narrte, um dann kunstvoll den Ball zur Führung ins lange Eck zu zirkeln. Nun hatten die Kapellener die DJK dort, wo sie sie haben wollte.

Dumm nur, dass eine Minute später Gnadentals Milos Jesic im Mittelfeld viel zu viel Platz hatte und auch vom herangeeilten Hiroya Suguro nur unzureichend gestört wurde. Entsprechend konnte er Maß nehmen und den Ball aus rund 18 Metern zum Ausgleich in den Winkel zimmern. So war die Ausgangssituation wieder dieselbe. Kapellen versuchte viel, ließ aber die nötige Präzision vermissen. Fast wäre Gnadental noch der Lucky Punch gelungen, als der eingewechselte Anas Lambrabti plötzlich frei im SCK-Strafraum auftauchte, Torwart Jan Pillekamp seinen Schuss aber gerade noch so an die Latte lenken konnte. Michalsky gestand jedoch ein: „Das wäre des Guten zu viel gewesen.“