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Glayne Wago: Aus der Oberliga Niederrhein ins Nationaltrikot

Der 23-jährige Offensivspieler vom FC Büderich hat eine Einladung zur Nationalmannschaft Zentralafrikas erhalten. Damit könnte für den Oberligaspieler Glayne Wago bald ein großer Traum in Erfüllung gehen. Wie Wago mit seiner Berufung in das Nationalteam umgeht.

von Sascha Köppen · 11.03.2026, 10:30 Uhr · 0 Leser
Glayne Wago reist zum Lehrgang der Nationalmannschaft Zentralafrikas.
Glayne Wago reist zum Lehrgang der Nationalmannschaft Zentralafrikas. – Foto: Yannis Dreimann

Für die allermeisten Amateurkicker bleibt die Nationalmannschaft eine unerfüllte Sehnsucht. Zwar gibt es immer mal wieder solche seltenen Karrieren, wie etwa bei Kanischka Taher, der es als gestandener Oberligaspieler (mit später noch drei Regionalliga-Einsätzen für den 1. FC Düren) auf immerhin 20 Länderspiele für Afghanistan brachte - doch solche Geschichten sind solitär.

Bald könnte der große Traum auch für Glayne Wago wahr werden, der nun eine Einladung zu einem Trainingscamp der Nationalmannschaft erhalten hat. Natürlich nicht aus Frankreich, dem Land, in dem Wago aufgewachsen ist und das Fußballspielen gelernt hat, sondern aus der Heimat seiner Eltern, der Zentralafrikanischen Republik.

Das Land belegt in der FIFA-Weltrangliste zwar nur Rang 138, eingerahmt von Turkmenistan und Lettland. Doch Wagos künftiger Teamchef der Nationalmannschaft ist in Deutschland kein Unbekannter. Rigobert Song, mit 137 Einsätzen legendärer Rekord-Nationalspieler Kameruns, hat in der Saison 2021/02 als Innenverteidiger für den 1. FC Köln 16 Bundesligaspiele absolviert. "Er ist ein ehemaliger Spieler, der eine sehr schöne Karriere in den großen französischen Ligen hatte. Der Staff des Nationalteams von Zentralafrika besteht aus ehemaligen Profispielern mit viel Erfahrung, was für mich in meiner Entwicklung ein großer Vorteil sein wird", sagt Wago.

Den FC Büderich in Zentralafrika vertreten

Der Büdericher ist sichtlich glücklich über seine Nominierung: "In gewisser Weise vertrete ich in Zentralafrika auch meinen Verein FC Büderich. Dort haben es mir die beiden Trainer Sebastian Siebenbach und Torsten Schedler seit meiner Ankunft in der letzten Winterpause in großartiger Weise ermöglicht, wieder Selbstvertrauen und Spielrhythmus zu finden und meine Karriere in Deutschland fortzusetzen. Zudem bin ich auch der Büdericher Mannschaft sehr dankbar, die mich grandios aufgenommen hat und respektiert. Mit diesem Rückenwind vom FC Büderich werde ich am 23. März mit viel Motivation zu dem einwöchigen Trainingslager des Nationalteams von Zentralafrika fliegen."

Der afrikanische Fußballverband hat schon länger ein Auge auf den zweikampfstarken und torgefährlichen Stürmer geworfen. "Ich hatte bereits Kontakt mit ihnen, als ich in Schweden Jung-Profi beim IFK Östersund war. Damals ging es noch um die U23. Aber das waren seinerzeit eher lockere Kontakte. Als ich nach Deutschland kam, gab es dann erste konkretere Gespräche. Schließlich wurde ich vom Nationaltrainer kontaktiert, der mein eher atypisches Offensiv-Profil sehr interessant findet. Und im Laufe der Saison folgten dann auch die Ergebnisse. Ich fühle mich sehr geehrt, für die Nation meiner Eltern berufen worden zu sein. Ich kenne das Land gut und war schon mehrmals dort. Deshalb fühle ich mich in dem Nationalteam von Zentralafrika nicht fremd. Ich bin sehr stolz. Es ist eine weitere Etappe auf meinem fußballerischen Weg, der mit vielen Hindernissen verbunden war. Für mich bedeutet es schon sehr viel, überhaupt nominiert worden zu sein."

Auf dem Platz mit Profi von Olympique Marseille?

Über seine künftigen Mitspieler hat Wago teilweise durchaus detaillierte Informationen. "Ich weiß, dass es Spieler gibt, die in der französischen Ligue 1 spielen, wie etwa Geoffrey Kondogbia von Olympique Marseille, der französischer U-Nationalspieler war und eine Referenzfigur der Nationalmannschaft ist. Es gibt auch andere Fußballer, die in großen europäischen Ligen spielen, wie der Premier League, La Liga oder auch in Italien. Es könnte außerdem ein Spieler dabei sein, mit dem ich früher in Frankreich in der U19-Nationalelf gespielt habe", verrät Wago.

Der Büdericher hofft nun, dass er beim Trainingslager vom 23. bis 31. März in der Hauptstadt Bangui einen nachhaltigen und bleibenden Eindruck hinterlässt - um dann auch bald zu seinem ersten Länderspiel eingeladen zu werden. Dann gäbe es Am Eisenbrand einen echten Nationalspieler - weitere Heldentaten auf dem grünen Rasen nicht ausgeschlossen, wenn es ein Fußballer erst mal so weit geschafft hat.