
Vor einer beeindruckenden Kulisse von 311 Zuschauern fand das direkte Duell der beiden führenden Kräfte der Liga statt. Nach 90 intensiven Minuten im Heikendorfer Sportpark trennten sich der gastgebende Heikendorfer SV und der Tabellenführer SVG Pönitz mit einem torlosen 0:0-Unentschieden. Ein Ergebnis, das vor allem den Gästen in die Karten spielt. Mit einem Sieg wäre der HSV relativ gesehen an der SVG Pönitz vorbei gewesen.
Durch die Punkteteilung wahrt die SVG Pönitz mit nun 50 Punkten ihren Fünf-Punkte-Vorsprung an der Spitze. Zwar hat der Heikendorfer SV (45 Punkte) noch ein Nachholspiel beim Preetzer TSV in der Hinterhand, rutschte durch den Sieg der Probsteier SG (46 Punkte) am Wochenende jedoch vorerst auf Rang drei ab.
Von Beginn an war die Bedeutung der Partie spürbar. Beide Teams agierten taktisch diszipliniert, was jedoch zulasten der spielerischen Leichtigkeit ging. „Man hat von Anfang an gemerkt, wie wichtig dieses Spiel für beide Teams ist“, analysierte Heikendorfs Trainer Mark Hungerecker. „Pönitz wäre mit einem Sieg so gut wie durch gewesen, wir hätten bei einem Erfolg alles in der eigenen Hand gehabt.“

Die erste Halbzeit verlief weitgehend ausgeglichen. Während Pönitz durch ihren Kapitän Justin Toth früh den ersten Abschluss verzeichnete, kämpfte sich Heikendorf über die Flügel ins Spiel. „Wir haben es im letzten Drittel nicht wirklich geschafft, den Abnehmer zu finden. Wir waren etwas zu unsauber im letzten Pass“, bemängelte Hungerecker. Die beste Chance für den HSV vergab Timo Martens, während auf der Gegenseite Heikendorfs Keeper Maximilian Müller bereits früh seine Klasse gegen Toth unter Beweis stellen musste.
Nach dem Seitenwechsel verschoben sich die Kraftverhältnisse leicht zugunsten der Gäste. Besonders in der Schlussphase drückte Pönitz auf das „Golden Goal“. Christian Born, Trainer der SVG Pönitz, sah seine Mannschaft hinten raus im Vorteil: „Im zweiten Durchgang fand ich uns gerade hinten raus besser. Man hatte das Gefühl, das Pendel schlägt auf unsere Seite aus. Wir erspielten uns sehr gute Chancen und hatten starke Abschlüsse.“
Dass es beim 0:0 blieb, war vor allem einem Mann zu verdanken: Maximilian Müller. Der Heikendorfer Schlussmann parierte mehrfach glänzend, insbesondere bei gefährlichen Standardsituationen der Pönitzer. Born zollte dem gegnerischen Keeper Respekt: „Maximilian Müller holte sich nicht nur jeden Ball, sondern auch den Titel 'Spieler des Spiels'.“ Dennoch war der Pönitzer Coach hochzufrieden mit der Einstellung seiner Elf: „Der Schlüssel war die sehr starke Defensive und dass alle den Glauben hatten, dieses Spiel positiv zu gestalten.“
Trotz des verpassten Sieges blickt man in Heikendorf kämpferisch nach vorne. Das Remis sei am Ende „ein gerechtes Ergebnis“, so Hungerecker, auch wenn Pönitz tabellarisch eher damit leben könne. Für den HSV geht der Blick nun auf den kommenden Freitag, den 1. Mai, wenn das Auswärtsspiel bei der SG Sarau/Bosau ansteht.

„Wir greifen weiterhin an und sind jetzt in der Jägerrolle – das ist ja manchmal auch nicht so verkehrt“, gab sich Hungerecker optimistisch. Da in der Liga bis zum Schluss noch viele Punkte zu vergeben sind, bleibt der Aufstiegskampf ein echtes Nervenspiel, in dem die SVG Pönitz aktuell die besten Karten hält, sich aber wohl keinen Ausrutscher mehr erlauben darf. Am kommenden Samstag erwarten die Ostholsteiner Landesliga-Absteiger Preetzer TSV.
Stimme zum Spiel
Mark Hungerecker (Trainer Heikendorfer SV)
Heikendorfer SV: Müller – Markwardt, Jahnke, Heinrich, Linus Mordhorst – Botschatzke (74. Göser) – Meeken (81. Kaya), Tim Mordhorst, Martens, Jack Palm (74. Feldkamp) – Lühr.
Trainer: Mark Hungerecker.
SVG Pönitz: Maghon – Ebeling (65. Schulz), Evan Keinz, Gramckau, Dutschke – Valo (82. Durante), Herzog (75. Henkel), Scholz (87. Potuzak), Balzereit – Toth, Assmann.
Trainer: Christian Born.
SR: Gerrit Steinmetz (Osterrönfelder TSV).
Ass.: Oliver Langeberg, Leon Volkmer.
Z.: 311.