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Spielbericht

Gewohnte Heimstärke - Ungewohnte Heimspielstätte

Während in ganz Thüringen am vergangenen Sonntag kein Ball auf Landesebene rollte, wurde eine Partie dort angepfiffen wo eigentlich sonst kein Landesklasse-Fußball geboten wird: in Schleusingen.

von André Hofmann · 18.11.2025, 11:30 Uhr · 0 Leser
– Foto: Mila

Auf dem Kunstrasenplatz fand das einzige Spiel auf Landesebene überhaupt im Freistaat statt – und Erlau nutzte die ungewohnte Bühne eindrucksvoll. Der „Heimverein auf Reisen“ sicherte sich gegen Gospenroda einen klaren 5:2-Erfolg und baute seine Serie an zuhause erkämpften Punkten auf 15 Zähler aus.

Dass Erlau trotz vier fehlender Stammkräfte – Philipp Heidmüller, Robert Greiner, David Pfeufer und Louis Exner – souverän auftrat, war an diesem besonderen Spieltag keine Selbstverständlichkeit. Jonas Vogt übernahm die Kapitänsbinde, Fabian Schilling führte die Angriffslinie und im Defensivverbund standen Martin Schmidt, Emil Breuksch, Samuel Luckau und Nils Lenz stabil wie selten zuvor. Davor räumte Björn Weißbrodt – seit Jahren der Dauerläufer im Team – gewohnt kompromisslos ab.

Erste Hälfte: Viele Tore, viele Wendungen

Obwohl Erlau schnell durch Vogt in Führung ging, hielt Gospenroda zunächst mutig dagegen. Zwei ruhende Bälle brachten die Gäste jeweils wieder heran: erst eine scharf hereingezogene Freistoßflanke, später ein sicher verwandelter Strafstoß von Alexander Schüler. Dazwischen hatte Fabian Hartung Erlau bereits erneut in Front geschossen. Die Zuschauer in Schleusingen bekamen ein ungewöhnlich offenes, phasenweise wildes Spiel geboten: Rettungsaktionen auf der Linie, ein Pfostentreffer der Gäste und Abschlüsse auf beiden Seiten prägten die temporeiche erste halbe Stunde. Kurz vor dem Pausenpfiff setzte Erlau dann ein Ausrufezeichen: Nach zwei aufeinanderfolgenden Eckbällen schlug Martin Schmidt per Direktabnahme zu – das 3:2 brachte Ruhe in eine bis dahin hektische Begegnung.

Zweite Hälfte: Systemwechsel Gospenrodas, aber Erlau dreht auf

Nach rund zwanzig Minuten in Halbzeit zwei versuchte Gästecoach Patrick Lorenz sein Team mit einem taktischen Umbau (3-4-2) neu zu ordnen. Doch bevor die Umstellung richtig greifen konnte, landete ein weiterer Vogt-Eckball im Netz – diesmal verlängerte Weißbrodt den Ball unhaltbar zum 4:2. Gospenroda kam dadurch zwar häufiger in Ballbesitz, doch Erlau verteidigte leidenschaftlich und laufstark. Die Entscheidung fiel zehn Minuten vor Schluss: Ein präziser Steilpass von Vogt auf Hartung, ein eiskalter Abschluss – 5:2, der Endstand des einzigen Spiels auf Landesebene in ganz Thüringen an diesem Feiertag.